Gesundheitstipps für Diabetiker


1.7.2020

Insulintherapie: Vorsicht vor Hautveränderungen

Das Spritzen von Insulin kann sogenannte Lipohypertrophien auslösen. Die kleinen Beulen unter der Haut sorgen mitunter für schlechte Blutzuckerwerte. „Lipos“ lassen sich jedoch erkennen und zu einem gewissen Grad vermeiden. Was zu tun ist, verrät die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Wer sich jeden Tag mit dem Pen Insulin verabreicht, verletzt dabei stets minimal die Zellen im Fettgewebe unter der Haut. Wechseln Patienten immer die Einstichstelle, bleibt der Haut in der Regel Zeit genug, sich zu erholen. Erwischt man jedoch häufiger die gleiche Hautpartie oder hat man eine Lieblingsstelle, können sich dort Verdickungen im Unterhautfettgewebe bilden. Der Arzt spricht von Lipohypertrophien, unter Diabetikern auch kurz Lipos genannt.

Diese sind zwar in der Regel gutartig, können aber zu Problemen bei der Therapie führen. Lipohypertrophien zeigen sich etwa an Bauch oder Oberschenkel – bevorzugt dort, wo man oft spritzt. Teilweise bilden sie eine Schwellung, manchmal lässt sich die verhärtete Stelle allerdings nur ertasten. Rund ein Drittel der insulinpflichtigen Diabetiker weisen Lipohypertrophien auf. Um die Hautveränderungen nicht dauerhaft zu übersehen, sollte jeder seine Einstichstellen regelmäßig begutachten und auch abtasten. Wer eine knotige Verdickung feststellt, spricht dies am besten beim nächsten Arztbesuch an. Gut zu wissen: Rechtzeitig erkannt, können sich Lipohypertrophien langsam auch wieder zurückbilden.

Doch bei diesen Spritzdellen handelt es sich nicht nur um ein kosmetisches Problem. In verdicktes Gewebe gespritzt, verteilt sich das Insulin nicht wie gewöhnlich im Körper. Dadurch kommt es bei Menschen mit Lipohypertrophien zu stärkeren Blutzuckerschwankungen. Sie brauchen in der Regel mehr Insulin. Der Grund: Spritzt man in eine verdickte Stelle, bleibt die Insulinkonzentration im Blut etwa ein Drittel unter den normalen Werten. Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Blutzuckerwerte nach dem Essen mitunter um rund 50 Prozent höher waren als bei Patienten, die das Insulin in unverändertes Gewebe gespritzt hatten. Insgesamt verzögert und verringert sich die Wirkung des gespritzten Insulins deutlich.


15.6.2020

Immuntherapie gegen Typ-1-Diabetes

Bei Typ-1-Diabetes greift das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse an. Forscher sehen dies als Ansatzpunkt, um die Krankheit zukünftig zurückzudrängen. Privatdozent Dr. Peter Achenbach, Stellvertretender Institutsdirektor am Helmholtz-Zentrum München, über den Stand der Forschung in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Herr Dr. Achenbach, lässt sich der Ausbruch von Typ-1-Diabetes bald verhindern?

Achenbach:
Wir sind heutzutage noch nicht in der Lage, Typ-1-Diabetes zu heilen oder die Entwicklung aufzuhalten. Doch im vergangenen Jahr konnten Wissenschaftler erstmals einen statistisch belegten Effekt durch eine Immuntherapie zeigen. Eine gezielte Gabe von sogenannten Anti-CD3-Antikörpern über 14 Tage konnte bei Patienten, bei denen die Zerstörung der Betazellen bereits begonnen hatte, das klinische Auftreten des Diabetes um zwei Jahre verzögern.

Gibt es noch weitere immuntherapeutische Ansätze?

Achenbach:
Ja, es gibt mehrere. Derzeit wird eine groß angelegte Studie, an der auch wir beteiligt waren, ausgewertet. Ziel war es, mit einem Wirkstoff namens Abatacept die Aktivierung bestimmter Immunzellen, die an der Zerstörung der Betazellen beteiligt sind, zu blocken. Mit den Ergebnissen rechnen wir diesen Sommer. Am Helmholtz-Zentrum forschen wir außerdem an einer Art Hyposensibilisierungstherapie.

Will man damit den Ausbruch der Krankheit verhindern?

Achenbach:
Ja. Wir führen die sogenannte POInT-Studie mit Kleinkindern durch, die zwar genetische Voraussetzungen für einen Typ-1-Diabetes zeigen, aber noch völlig gesund sind. Im Prinzip ähnelt das Vorgehen einer Hyposensibilisierung bei einer Allergie. Wir geben Insulinpulver mit der Nahrung. So versuchen wir, das Immunsystem zu trainieren, damit es reguliert handelt und nicht überschießend reagiert. Wir möchten damit den Autoimmunprozess verhindern.


1.6.2020

Diabetiker: Obst als süße Versuchung

Im Frühsommer füllen sich die Regale langsam wieder mit heimischem Obst. Bis in den Herbst lässt sich bei frischen Früchten aus dem Vollen schöpfen. Doch ist Obst für Menschen mit Diabetes wirklich gesund? Dieser Frage geht die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe nach.

Wie bei anderen Nahrungsmitteln heißt es für Diabetiker und Stoffwechselgesunde gleichermaßen: Alles ist erlaubt, wenn auch in Maßen. Das gilt auch für Obst. Denn frische Früchte liefern zwar viele Vitamine, Mineralstoffe, und zum Teil auch Ballaststoffe, aber natürlich enthalten sie auch reichlich Zucker.

Am besten hält man sich an die Regel »5 am Tag«. Das bedeutet: »Essen Sie zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse am Tag.« Eine Portion entspricht dabei ungefähr einer Handvoll, also einem Apfel, einer Banane, drei Aprikosen, fünf Erdbeeren, ein paar Rispen Johannisbeeren – so viel passt etwa in eine Hand. Wer es noch genauer wissen möchte, kann auch nachwiegen: 250 Gramm Obst am Tag gelten als gesund.

An Beliebtheit haben in den vergangenen Jahren Smoothies gewonnen. In den Regalen der Supermärkte stehen sie meist gekühlt in rot, grün oder gelb und versprechen gesunden Obstgenuss. Doch Vorsicht: Viele Smoothies haben die Hersteller mit Säften oder Fruchtmus zubereitet. Das heißt: Geschmack und Süße der Früchte landen zwar in der Flasche, nicht aber alle Ballaststoffe, die sonst noch im Obst stecken. Manchmal kommt noch zusätzlich Zucker dazu. So nimmt der Körper die Zuckerbausteine besonders schnell auf, und der Blutzucker schießt in die Höhe. Das ist bei Diabetes natürlich unerwünscht. Ähnlich sieht es übrigens für Fruchtsäfte aus.

Nicht zuletzt wirkt sich jede Obstsorte anders auf den Blutzucker aus. Denn jede Sorte enthält unterschiedlich viel Zucker und Ballaststoffe. Je zuckerärmer und je ballaststoffreicher die Frucht, desto besser für Menschen mit Diabetes. Denn dies lässt den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen. Dafür sorgen auch geschickte Kombinationen mit anderen Lebensmitteln. Wer seine Früchte beispielsweise mit etwas Joghurt oder Quark mischt, verlangsamt ebenfalls die Zuckeraufnahme aus dem Blut und sorgt für eine gesunde Zwischenmahlzeit.

15.05.2020, So bleiben Diabetiker-Zähne gesund

Diabetes kann eine Erkrankung des Zahnhalteapparates, eine sogenannte Parodontitis, fördern und erhöht das Risiko für Zahnverlust. Umgekehrt kann die Zahnerkrankung schlechtere Blutzuckerwerte nach sich ziehen. Wie man seine Zähne optimal pflegt, erklärt Professor Dr. James Deschner, Direktor der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung am Universitätsklinikum Mainz, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Zweimal täglich Zähne putzen: Putzen Sie Ihre Zähne jeweils morgens und abends nach dem Essen.

Abends Zahnzwischenräume reinigen: Reinigen Sie die Zahnzwischenräume vor dem Putzen möglichst mit einer kleinen Interdentalbürste. Das Bürstchen zwischendurch immer kurz unter fließendes Wasser halten und ausspülen. Besonders enge Stellen mit Zahnseide säubern.

Abgelegene Stellen gründlicher bearbeiten: Achten Sie darauf, welche Stellen Sie am ehesten vernachlässigen oder am schlechtesten erreichen. Putzen Sie diese Stellen in Zukunft zuerst. An den Seitenzähnen entsteht am ehesten Parodontitis.

Zusatzpflege ist hilfreich: Mundspülungen oder Mundduschen sind kein Muss. Sie können sie aber zusätzlich verwenden, um wirklich überall hinzukommen und das Risiko noch einmal zu minimieren.

1.5.2020, Wie Angehörige helfen können

Die Diagnose Diabetes betrifft nicht nur einen selbst, sondern auch die Familie und enge Freunde. Damit alle Beteiligten gut mit der neuen Situation zurechtkommen, muss man gemeinsam den richtigen Umgang mit der Erkrankung finden. Wie das geht, hat die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe zusammengestellt.
Wie sehr eine chronische Erkrankung wie Diabetes oft die Betroffenen, aber auch die Angehörigen belastet, untersuchten Forscher in einer großen internationalen Studie im Jahre 2013. Das Ergebnis: Jeder zweite leidet stark unter den Sorgen, die er sich um den Angehörigen mit Diabetes macht. Angehörige fühlen sich laut der Studie aber auch psychisch gestresst und in der Gestaltung ihres Alltags eingeschränkt, und zwar fast ebenso stark wie die Betroffenen selbst. Ebenfalls interessant: Etwa jeder Dritte möchte stärker in die Versorgung des Angehörigen mit Diabetes eingebunden sein. Manchmal gestaltet es sich als Gratwanderung, das richtige Maß zwischen Unterstützung und Einmischung zu finden.

Ein Patentrezept, wie sich Familie und Freunde bei der Therapie des Diabetes einbringen können, gibt es nicht. Um im eigenen Umfeld den richtigen Weg zu finden, hilft es, wie so oft, »miteinander zu reden«.

Bei aller Unterstützung empfiehlt sich für Angehörige auch hin und wieder Nachsicht und Zurückhaltung. So kann es zwar helfen, den Partner zur Bewegung zu motivieren, doch wer zu sehr drängelt, erreicht manchmal genau das Gegenteil. Auch mit Kritik bei schlechten Werten heißt es, sich besser zurückzunehmen. Den Blutzucker richtig in den Griff zu bekommen, stellt – gerade bei der Insulintherapie – eine schwierige Herausforderung dar. Selbst Menschen mit jahrelanger Erfahrung können starke Schwankungen nicht immer vermeiden. Da ist auf beiden Seiten Geduld gefragt.
Gerade bei älteren Menschen mit Diabetes kommt häufig hinzu, dass es ihnen nicht mehr so leichtfällt, die Erkrankung allein in den Griff zu bekommen. Man wird vergesslicher oder Hände und Augen spielen nicht mehr so mit wie früher. Auch in diesem Fall kann der Diabetiker mit den Angehörigen besprechen, wo Unterstützung gebraucht wird. So hilft es manchmal schon, wenn andere an die Einnahme von Medikamenten erinnern oder diese tageweise vorsortieren. Auch das Diabetestagebuch lässt sich gemeinsam ausfüllen. Nach entsprechender Schulung können Angehörige sogar das Spritzen von Insulin übernehmen. Immer vorausgesetzt, dass der Diabetespatient die Hilfe auch annehmen möchte.

15.4.2020, Medikamente statt Insulin

Ohne Frage spielt Insulin die erste Geige beim Typ-2-Diabetes, wenn andere Arzneistoffe nicht mehr ausreichend wirken oder der Blutzucker vorübergehend stark außer Kontrolle gerät. Allerdings lässt sich die Zeit bis zur Insulingabe dank sogenannter GLP-1-Rezeptoragonisten (RA) in vielen Fällen länger hinauszögern, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

GLP-1-Rezeptoragonisten wie Liraglutid und Exenatid werden nicht nur wegen ihres blutzuckersenkenden Potenzials geschätzt. Studien konnten im Verlauf der vergangenen Jahre zeigen, dass sie keine Unterzuckerungstendenz zeigen, das Sättigungsgefühl steigern, die Gewichtsabnahme erleichtern, den Blutdruck leicht zu senken vermögen und Herz- und Gefäß-schützende Effekte aufweisen.

Seit Ende 2018 empfehlen amerikanische und europäische Leitlinien GLP-1-RA für Patienten mit Diabetes und bestehenden Herz- oder Gefäßerkrankungen, wenn das Standardmedikament Metformin den Blutzucker nicht mehr hinreichend senkt. Sie lassen sich mit Metformin, aber auch mit anderen blutzuckersenkenden Tabletten kombinieren. Gemeinsam mit dem Arzt kann jeder Patient die individuell beste Therapie finden. »GLP-1-RA eignen sich vor allem für Patienten mit Typ-2-Diabetes, die Herzprobleme haben«, betont Professor Dr. Baptist Gallwitz, Pressesprecher der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Aber auch für stark Übergewichtige sowie für alle, die Unterzuckerungen auf jeden Fall vermeiden müssen – etwa Busfahrer oder Menschen, die große Maschinen bedienen –, seien die Substanzen eine gute Alternative.

Trotz allem wird in Deutschland bis heute noch häufig Insulin verschrieben, wenn auch ein Versuch mit GLP-1-Rezeptoragonisten möglich wäre. Gallwitz erläutert: »Zum einen dauert es natürlich eine Weile, bis die behandelnden Ärzte Erfahrungen mit neuen Therapien gemacht haben und diese gern einsetzen. Aber auch die Kosten spielen eine Rolle. Denn Ärzte müssen eher befürchten, ihr Budget zu überschreiten.« Um dies zu ändern, müsste laut Gallwitz die Gesundheitspolitik aktiv werden. Denn Insulin kann bis heute günstiger verschrieben werden.

1.4.2020, Im Frühjahr sportlich durchstarten!

Die kalten Tage des Winters liegen hinter uns. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, raus ins Freie zu gehen und zu laufen oder Fahrrad zu fahren. Dabei spielt es keine Rolle, auf welchem Niveau man einsteigt. Was ist für Diabetiker zu beachten, hat die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe zusammengefasst.

Sport hilft, den Blutzucker im Griff zu behalten. Er macht die Körperzellen sensibler für das Zuckertransporthormon Insulin, und er schützt vor Arteriosklerose und Durchblutungsstörungen. Folgende Punkte sind für Diabetiker sinnvoll:

  • Klären Sie Ihre sportlichen Aktivitäten mit dem Arzt ab! Inwieweit sind Herz und Kreislauf belastbar? Sind Folgeerkrankungen wie etwa Nervenschäden zu berücksichtigen?
  • Verhindern Sie Stoffwechselentgleisungen während des Sports. Bewegung senkt den Blutzuckerspiegel, das muss man einkalkulieren. Wer Insulin spritzt, kontrolliert unmittelbar vor Trainingsbeginn den Blutzuckerwert. Gut ist dann ein Wert zwischen 150 und 200 mg/dl. Gerade anfangs misst man am besten auch nach dem Sport, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie der Körper reagiert.
  • Beim Sport immer etwas Traubenzucker einstecken. Geht der Blutzucker in den Keller, kann man durch eine rasche Aufnahme von Glukose gegensteuern.
  • Wer seine sportliche Aktivität steigert, bespricht dies am besten auch mit seinem Arzt. Dieser entscheidet mit Ihnen, ob in Zukunft eventuell weniger Medikamente oder Insulin nötig sind.
  • 15.03.2020, Hormonstörung begünstigt Diabetes

    Zuviel an männlichen Hormonen erhöht das Diabetesrisiko von jungen Frauen. Polyzystisches Ovarsyndrom, kurz PCOS, nennen dies die Ärzte. Eine von acht jungen Frauen hat es. Wie sich die Erkrankung behandeln lässt, erklärt Privatdozentin Dr. Susanne Reger-Tan vom Universitätsklinikum Essen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

    Symptome: Das Polyzystische Ovarsyndrom beginnt typischerweise zwischen dem 15. Und 25. Lebensjahr. Die jungen Frauen haben oft Akne, eine starke Körperbehaarung und neigen zu Haarausfall. Viele Frauen leiden zusätzlich unter Übergewicht. Die Monatsblutungen kommen sehr unregelmäßig oder mitunter gar nicht mehr. Daher bleibt auch oft der Kinderwunsch unerfüllt.

    Diagnose: Nach einem ausführlichen Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung vom Arzt, bei der er die Haut und die Körperbehaarung beurteilt und Blut abnimmt, um den Hormonstatus zu bestimmen. Oft kommt eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke hinzu.

    Zusammenhang mit Diabetes: „Ein weiteres wesentliches Charakteristikum des PCOS ist die Insulinresistenz. Diese reduziert die Empfindlichkeit der Körperzellen, auf Insulin zu reagieren und so den Zuckerstoffwechsel optimal zu regulieren“, erklärt Reger-Tan. „Das führt zu einem Überschuss an Insulin im Blut, was wiederum eine Gewichtszunahme und die Bildung männlicher Hormone fördert“, so die Oberärztin der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechselerkrankungen. Allerdings sei nicht jede Frau mit PCOS übergewichtig, stellt die Expertin klar. Umgekehrt gebe es auch Frauen mit Übergewicht, die kein PCOS haben.

    Therapie: Eine Besonderheit in der Behandlung des PCOS: Bis heute wurde kein Medikament offiziell zur Therapie zugelassen. Dennoch gibt es Arzneien, die Ärzte als sogenannte „Off-label-Behandlung“ einsetzen. Um den Zyklus und den Haarwuchs zu regulieren, nehmen viele Frauen die Anti-Baby-Pille. Sobald Frauen mit Kinderwunsch die Pille absetzen, treten die Symptome jedoch wieder auf. Eine alternative Behandlungsform stellt die Gabe des Diabetes-Medikaments Metformin dar. Reger-Tan: „Metformin verbessert zum einen die Insulinresistenz. So nehmen die Patientinnen ab und bilden weniger männliche Hormone. Aber auch unabhängig von diesem Mechanismus verbessert es Zyklusstörungen und die Fruchtbarkeit. Es muss daher auch direkte Effekte am Eierstock geben. Aber die sind noch nicht komplett erforscht. Auch bezüglich der Akne profitieren die Patientinnen.“

    1.3.2020, Endlich gesund snacken

    Für den kleinen Hunger zwischendurch eignen sich Snacks, die satt machen und dennoch möglichst wenige Kalorien liefern. Wenn sie dann noch den Blutzuckerspiegel nicht zu sehr in die Höhe treiben, passt alles. Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe ein paar Tipps zusammengetragen.

    Ein Stück Obst, ein Fruchtjoghurt oder eine Brezel: Alle diese Snacks klingen zunächst einmal recht gesund, und allzu viele Kalorien liefern sie auch nicht. Natürlich dürfen auch Menschen mit Diabetes zwischendurch mal zu diesen Lebensmitteln greifen. Gerade wenn der Blutzucker in den Keller geht, eignen sich diese zucker- oder stärkereichen Snacks sogar, um diesen Trend auszugleichen. Wer jedoch nach Kleinigkeiten sucht, die sich wenig auf den Blutzuckerspiegel auswirken, wählt lieber folgende geeignete Alternativen.

    Zu Hause oder im Büro: Hier gestaltet sich die Auswahl relativ einfach. So lässt sich zwischendurch schnell ein Naturjoghurt oder ein körniger Frischkäse löffeln. Eine kleine Handvoll Nüsse schmeckt lecker und liefert obendrein viele gesunde Nährstoffe. Und auch ein gekochtes Ei kann hin und wieder eine Heißhungerattacke beschwichtigen. All diese Snacks enthalten viel Eiweiß und zum Teil reichlich Ballaststoffe. Beides sättigt gut und lässt den Blutzucker nicht in die Höhe schnellen.

    Für unterwegs: Beim Bäcker locken süße Stückchen, an der Imbissbude eine kleine Portion Pommes. Süß oder fettig? Beides nicht die beste Wahl. Bei genauerem Hinsehen gibt es aber auch andere Möglichkeiten. So bieten alle Bäcker echte Vollkornbrötchen an. Die sind gesund und eignen sich für zwischendurch. Manche führen auch Müslistangen oder selbstgemachtes Knäckebrot, die meistens voll guter Zutaten wie Saaten, Nüssen und Vollkornmehl stecken. Nachfragen lohnt sich. In immer mehr Supermärkten gibt es kleine Portionen Snackmöhren oder Snacktomaten, die sich aus der Hand essen lassen. Zu den zuckerarmen und ballaststoffreichen Obstsorten zählen beispielsweise alle Beeren. Auch eine Handvoll Nüsse, eine kleine Vollkornbrezel oder zwei, drei Stücke Knäckebrot bieten sich zum Knabbern an und schmecken obendrein lecker. Für den etwas größeren Hunger findet sich im Kühlregal eine Auswahl verschiedener Wraps, die meist auch viel Gemüse enthalten. Die Kalorien stehen auf der Packung.

    15.02.2020, LADA-Diabetes häufig verkannt

    Typ-2-Diabetiker, die noch relativ jung und schlank sind, könnten in vielen Fällen eine Mischform der Erkrankung haben, einen sogenannten LADA-Diabetes. Etwa zehn Prozent der Menschen, bei denen man von einem Typ-2-Diabetes ausgeht, haben eigentlich die LADA-Variante. Für eine optimale Therapie ist eine rechtzeitige Diagnose wichtig, informiert die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

    LADA steht für die englische Bezeichnung „Latent autoimmune diabetes in adults“. „Man könnte es als Mischform zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes beschreiben, da Kennzeichen beider Erkrankungen vorhanden sind“, erklärt Professor Dr. Michael Hummel, Diabetologe aus Rosenheim. Aus diesem Grund wird der LADA häufig nicht gleich diagnostiziert, sondern zunächst für einen Typ-2-Diabetes gehalten.

    Menschen mit LADA sind in der Regel über 30 Jahre alt und produzieren im Anfangsstadium der Erkrankung – im Gegensatz zum klassischen Typ-1-Diabetes – noch ausreichend körpereigenes Insulin. Auf den ersten Blick entspricht dies eher den Kriterien eines Typ-2-Diabetes. Anders als die meisten dieser Diabetiker handelt es sich jedoch hauptsächlich um schlanke Patienten. Ein weiterer maßgeblicher Unterschied: Bei den Betroffenen richtet sich das körpereigene Abwehrsystem gegen die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse, also ein ähnlicher Vorgang wie bei einem Typ-1-Diabetes. Das heißt, die Zellen werden nach und nach zerstört, bis sie kein Insulin mehr produzieren können.

    Hummel: „Menschen mit LADA weisen sogenannte Immunmarker auf, die im Blut nachweisbar sind.“ Bei jüngeren, schlanken Menschen mit Diabetes, die schlecht auf blutzuckersenkende Medikamente ansprechen, empfehle sich unbedingt eine Untersuchung auf Antikörper gegen das Enzym Glutamat-Decarboxylase (GAD). Werden GAD-Antikörper bei einer Blutuntersuchung nachgewiesen, handelt es sich um einen LADA-Diabetes.

    Die Diagnose LADA zieht meist nicht unmittelbar eine andere Art der Behandlung nach sich. Es gibt auch noch keine standardisierte Therapie. Entscheidend sei jedoch, den Zeitpunkt für die Insulinumstellung nicht zu verpassen, warnt Hummel. Die Umstellung auf Insulin kann beim LADA im Gegensatz zu Typ-1-Diabetes allerdings schrittweise erfolgen. Manche Patienten bekommen zusätzlich zu den Medikamenten zunächst einmal am Tag ein Basalinsulin. Andere spritzen zu den Mahlzeiten. Nimmt die körpereigene Insulinproduktion weiter ab, muss die Therapie intensiviert werden. Entscheidend sei jedoch, nicht zu lange zu warten, da schlechte Blutzuckerwerte das Risiko für Spätfolgen erhöhten.

    1.2.2020, Verband, der Sehbehinderte unterstützt

    Probleme mit dem Sehvermögen sind bei langjährigen Diabetikern keine Seltenheit. Unterstützung bietet der Blinden- und Sehbehindertenverein. Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe erfahren, wie Betroffene mit entsprechenden Hilfsmitteln ihren Alltag noch lange gut bewältigen können, und stellt den Verband näher vor.

    Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) vertritt die Interessen blinder und sehbehinderter Menschen sowie von Augenpatienten. In den rund 250 Beratungsstellen des DBSV stehen Themen wie Hilfsmittel und Klärung von Ansprüchen im Vordergrund. Hier erfahren Betroffene, welche Rechte sie haben, wie viel Geld ihnen zusteht und wer für die Kosten eines Hilfsmittels aufkommt. Das Erstgespräch ist dabei immer kostenfrei. Den zuständigen Landesverband finden Interessierte unter: www.dbsv.org/landesvereine.html

    Speziell für Menschen mit Augenerkrankungen gibt es zudem das Beratungsangebot: www.blickpunkt-auge.de

    15.1.2020, Starkes Diabetiker-Herz

    Diabetes und Herzgesundheit haben mehr miteinander zu tun als manche denken. Professor Dr. Diethelm Tschöpe, Klinikdirektor der Diabetologie im Herz- und Diabeteszentrum NRW, erklärt in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten, was das Herz bei Diabetes gefährdet und wie es sich stärken lässt.

    Diabetes gehört zu den gefährlichsten Risikofaktoren überhaupt, wenn es um die Ausbildung von Herz-Kreislauf-Krankheiten geht. Ein zu hoher Blutzucker schädigt Herz und Gefäße laut Tschöpe auf dreierlei Weise. „Wenn der Zuckerspiegel steigt, werden die Gefäßwände durch das Blut rau und dadurch anfälliger für Gefäßschädigungen wie Arteriosklerose. Die Gefäßalterung beschleunigt sich. Außerdem können Menschen, die Diabetes haben, aus dem Blutzucker nicht so viel Energie gewinnen wie Gesunde. Dies fördert eine Herzschwäche. Die dritte Schädigungsebene: Menschen, die lange zu hohen Blutzucker haben, zeigen Änderungen am Nervensystem – auch im Bereich des Herzens.“



    Die meisten Diabetiker haben zwar ihre Augen, die Nieren oder die Füße im Blick und unterziehen sie regelmäßigen Inspektionen. Doch dass das Herz überdurchschnittlich häufig Probleme macht, ist laut Tschöpe noch zu wenig bekannt. „Deswegen werden Symptome, die etwas mit dem Herzen zu tun haben, oft falsch eingeschätzt. Das ist ein großes Problem. Außerdem spüren Diabetiker aufgrund von Nervenschädigungen manche Symptome teilweise anders oder gar nicht. Wo andere Schmerzen in der Brust haben, spürt ein Diabetiker beispielsweise nur Übelkeit. Das nennen wir untypische Warnsymptome. Dazu gehört auch plötzlich auftretende Luftnot. Bei solchen unspezifischen Symptomen sollten Menschen mit Diabetes auch an Herzprobleme denken.“



    Der Experte rät, die Herzgesundheit beim Arzt gezielt anzusprechen. „Herzkranke Diabetiker sollten außerdem ein Interesse daran haben, dass der Arzt ein EKG macht, dass er den Blutdruck misst oder dass die Herzleistungsfähigkeit einmal im Jahr bestimmt wird.“

    Gleichwohl gibt es aber auch für jeden selbst die Möglichkeit, sein Herz zu schützen. Tschöpe rät dazu, den eigenen Lebensstil zu überdenken, um der Gefäßgesundheit zu dienen. „Das heißt, bei Übergewicht weniger Kalorien aufnehmen, die richtigen Fette essen und sich ausreichend bewegen. Das muss kein Marathon sein, es geht um Regelmäßigkeit. Und man sollte Dinge meiden, die schaden, zum Beispiel das Rauchen oder zu viel Alkohol. Daneben gilt es, die Therapie nicht zu vernachlässigen. So kann jeder seine Prognose deutlich verbessern.“

    1.1.2020, Gesund älter werden mit Diabetes

    Schwierigkeiten in der Diabetes-Therapie beginnen oft schleichend. Es fällt schwerer, die Füße täglich zu inspizieren, die kleinen Messstreifen in das Blutzuckermessgerät zu stecken und regelmäßig an die Tabletten oder das Insulin-Spritzen zu denken. Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe zusammengefasst, was dann helfen kann.

    Für die meisten Probleme gibt es Lösungsmöglichkeiten. Wer zittert oder schlecht sieht, kann auf ein anderes Gerät umsteigen, das sich einfacher handhaben lässt. Beim Arzt oder Apotheker kann man sich in der Regel über unterschiedliche Blutzuckermessgeräte informieren. In Pens lassen sich darüber hinaus Griffverstärkungen einbauen, sodass auch Menschen mit Rheuma oder Arthrose diese gut bedienen können. Halbautomatische Pens erfordern weniger Kraft, um sie herunterzudrücken.

    „Das schwierigste Thema sind sicherlich die kognitiven Veränderungen, also das Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit“, betont Dr. Jürgen Wernecke, Diabetologe am Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg, Experte für Diabetes und Pflege bei der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). „Wenn man vergesslich wird, doppelt spritzt oder auch Medikamente vergisst, stellt das ein großes Problem dar.“ Wichtig sei es dann, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen und miteinander zu reden. Dabei gilt es für den Diabetiker, eventuelle Hilfe anzunehmen, und für Angehörige, die Therapie nicht einfach an sich zu reißen. Nach Absprache lässt sich aber in vielfacher Weise zusammenarbeiten: „Es hilft oft schon, an die Medikamenteneinnahme, das Insulinspritzen oder die Vorsorgeuntersuchungen zu erinnern“, betont Wernecke.

    Aber auch das Diabetestagebuch lässt sich gemeinsam führen. Angehörige dürfen sogar das Blutzuckermessen und Spritzen übernehmen. „Wer bemerkt, dass dies zunehmend schlechter gelingt, sollte beim Diabetologen fragen, ob eine Schulungsteilnahme für Angehörige möglich ist“, so der Experte. Klappt es trotz Unterstützung nicht, den Blutzucker gut einzustellen, lässt sich die Therapie möglicherweise vereinfachen. Wernecke: „Man kann beispielsweise von der intensivierten auf eine konventionelle Insulintherapie umsteigen.“ Dabei spritzt man statt Basisinsulin und mehrmals täglich zu den Mahlzeiten nur zweimal am Tag eine fixe Menge Mischinsulin. „Dies setzt aber voraus, dass der Patient sehr regelmäßig isst. Therapievereinfachungen sollte man immer individuell mit seinem Arzt besprechen.“

    15.12.2019, Insulin: Zeit für den großen Schritt

    Wer Typ-2-Diabetes hat, kann seine Blutzuckerwerte lange Zeit durch Lebensstil-Veränderungen oder mit Medikamenten in Schach halten. Irgendwann empfiehlt der Arzt jedoch mitunter, auf Insulin umzustellen. Dr. Ingrid Helmstädter, Diabetologin aus Langen, weiß um die Ängste der Patienten. In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten erläutert sie, warum es dennoch sinnvoll ist, den Schritt zu wagen.

    „Wenn ich meinen Patienten Insulin empfehle, reagiert natürlich niemand begeistert“, so Helmstädter. „Ich erkläre dann aber, dass Diabetes – auch vor dem Insulinspritzen – nicht nur ›ein bisschen Zucker‹ ist, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung der Gefäße, die es aufzuhalten gilt. Je früher man den Stoffwechsel optimiert, desto weniger Folgeschäden werden auftreten.“

    Doch oft lassen Ängste vor dem Insulin zurückschrecken. Helmstädter, die selbst Typ-1-Diabetes hat, versucht diese zu nehmen: „Da wir heute praktisch ausschließlich mit Pens spritzen, die man kaum spürt, braucht man vor der Nadel keine Angst zu haben. Und die gefürchteten Unterzuckerungen kommen bei Typ-2-Diabetikern sehr viel seltener vor.“ Wer dann noch sein Umfeld informiert, hat immer einen doppelten Boden, wenn der Zucker doch mal in den Keller geht.

    „Viele haben auch Angst, dass sie mit Insulin eine strenge Diät nach festgelegten Zeiten einhalten müssen“, erklärt Helmstädter. Doch das sei heutzutage nicht mehr nötig. Nach ihrer Erfahrung kommen gerade Menschen mit Typ-2-Diabetes anfangs gut mit kurz wirksamen Insulinen zurecht, die man vor den Hauptmahlzeiten spritzt. „Wer sich auf das Insulinspritzen einstellt und gut geschult ist, kann seine Mahlzeiten völlig frei gestalten“, betont die Diabetologin. Aber es gibt auch andere Therapieoptionen. Die individuell passende lässt sich am besten im direkten Gespräch mit dem Diabetesteam in der Praxis finden.

    Wer umstellt, profitiert in der Regel von einer besseren Blutzuckerkontrolle. „Außerdem geht es gerade Patienten, die sehr hohe Langzeitblutzuckerwerte hatten, nach der Therapieumstellung auf Insulin deutlich besser“, so Helmstädter. Sie fühlen sich oft weniger müde und gereizt, auch sehen sie deutlich besser. „Viele schreiben diese Symptome dem Alter zu. Sie können aber auch mit stark erhöhten Blutzuckerwerten zu tun haben.“

    2.12.2019, Richtig schwitzen in der Sauna

    Wenn es draußen kalt wird, tut es dem Körper gut, in die Hitze einer Sauna einzutauchen. Mehr noch: Wer richtig sauniert, regt seine Abwehrkräfte an. Das gilt auch für Menschen mit Diabetes. Welche Vorsichtsmaßnahmen sie berücksichtigen sollten, hat die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe zusammengefasst.

    Die Hitze beeinflusst vor allem die Insulinwirkung, wenn das Hormon direkt vor dem Saunagang gespritzt wurde. „Die Haut ist stärker durchblutet, deshalb wird Insulin schneller ins Blut aufgenommen, und es kann zu einem Blutzuckerabfall kommen“, erklärt Professor Dr. Karsten Müssig, Leiter des Studienzentrums am Deutschen Diabetes-Zentrum. Deshalb sollte Insulin nicht direkt vor dem Saunagang injiziert werden. In manchen Fällen steigt der Blutzucker aber auch an, weil der Körper gestresst ist. „Stresshormone werden ausgeschüttet und wirken dem Insulin entgegen“, erläutert der Diabetologe.

    Wer ein CGM-Gerät oder eine Insulinpumpe trägt, muss die Technik vor dem Saunagang ablegen. CGM steht für „Continuous Glucose Monitoring“ – die Geräte überwachen ständig den Glukosewert im Gewebe und können in der Sauna nicht arbeiten. Bei unter der Haut eingesetzten Langzeit-Sensoren ist während des Saunabesuchs der Transmitter zu entfernen. Flash-Glucose-Monitoring (FGM)-Sensoren, die ebenfalls die Glukosewerte im Unterhautfettgewebe erfassen, braucht man laut Müssig nicht abzunehmen. Es empfiehlt sich aber, diese durch einen Klebeverband zusätzlich am Körper zu fixieren.

    Je nachdem, wie lange der Saunabesuch dauert und was man gegessen hat, sollte der Patient, der sonst eine Insulinpumpe trägt, vorübergehend Insulin mit einem Pen spritzen – aber wenn möglich nicht direkt vor dem Saunagang. Doch Achtung: Insulin verliert durch die hohen Temperaturen seine Wirkung, daher darf man Insulinampullen nicht zu einem Saunagang mitnehmen, sondern muss es außerhalb der Sauna anwenden.

    15.11.2019,Potenzprobleme: Nachhilfe im Liebesleben

    Diabetes macht vor der Schlafzimmertür nicht halt. Was sich gegen häufig vorkommende Erektionsprobleme unternehmen lässt, weiß unser Gastautor Professor Dr. Jochen Heß, stellvertretender Direktor der Urologischen Klinik am Universitätsklinik Essen. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

    Hess empfiehlt, offen mit seinem Arzt über eventuelle Erektionsprobleme zu sprechen. Hier kommen der Hausarzt, der Urologe und selbstverständlich auch der Diabetologe infrage. Betroffenen Männern bieten sich heute, neben einer fachkundigen Beratung mit gegebenenfalls psychologischen Behandlung noch weitere individuelle und vielfältige Therapiemöglichkeiten an:

    PDE-5-Hemmer: Die Präparate werden in der Regel kurz vor der gewünschten Erektion eingenommen. Trotz allgemein guter Verträglichkeit kann es in Einzelfällen zu Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören verstärktes Naselaufen, Ohrensausen und Kopfschmerzen. Patienten, die Nitrat-basierte Blutdrucksenker einnehmen, dürfen wegen unerwünschter Wechselwirkungen keine PDE5-Hemmer einsetzen.

    Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT): Hierbei spritzt sich der Betroffene eine Injektionslösung direkt in den Penis, um eine Erektion auszulösen. Dies geschieht nach Anleitung des Arztes. Der Wirkstoff Alprostadil kann allerdings die Wirkung von Blutgerinnungshemmern und blutdrucksenkenden Mitteln verstärken. Alternativ kann der Wirkstoff Alprostadil in Form eines Miniatur-Stäbchens mithilfe eines Applikators in die Harnröhre gebracht (Medikamentöses Urethrales System zur Erektion, MUSE) oder als Gel auf die Eichel aufgetragen (Alprostadil-Gel) werden.

    Vakuumpumpen und Implantate: Beide Verfahren wirken zuverlässig und haben nur sehr wenige Nebenwirkungen. Bei der Vakuumpumpe wird durch Unterdruck Blut in den Penis gesaugt. Bei den Schwellkörper-Implantaten setzt der Arzt dauerhaft künstliche Schwellkörper operativ in den Penis ein.

    Extrakorporale Stoßwellentherapie: Die Stoßwellentherapie kennen manche von der Behandlung von Nierensteinen. Bei Erektionsproblemen sollen Niedrigenergie-Stoßwellen die Bildung neuer Blutgefäße im Penis stimulieren, um so die Durchblutungssituation und damit die Erektionsfähigkeit zu verbessern. Ein Therapiezyklus umfasst in der Regel sechs Sitzungen, die jeweils etwa acht Minuten dauern. Die meisten Patienten vertragen die Anwendung sehr gut. Sie kann bei Bedarf auch wiederholt werden.

    Hormontherapie: Bei nachgewiesenem Hormonmangel kann eine Gabe von männlichen Sexualhormonen helfen.

    15.10.2019, Als Diabetikerin gut durch die Wechseljahre

    Diabetikerinnen kommen früher in die Wechseljahre als Frauen ohne Zuckerkrankheit. Worauf es bei der Therapie in dieser Zeit ankommt, verrät die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

    „Bei Frauen mit Diabetes erschöpft sich der Eizellenvorrat schneller. Das führt dazu, dass sie früher in die Wechseljahre kommen.“ So erklärt Professor Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) den Vorgang. Über die Ursache spekulieren die Forscher noch. Eines gilt als sicher: Durch den Diabetes verändern sich die Gefäße, und dies beschleunigt den Alterungsprozess.

    Mit dem Versiegen der Eierstöcke schwindet auch das Hormon Östrogen, das die Insulinempfindlichkeit beeinflusst. „Viele Patientinnen kennen diesen Zusammenhang allerdings nicht und werden von plötzlichen Schwankungen des Blutzuckers überrascht“, erläutert Schumm-Draeger. Dies trifft auch Frauen, die ihren Blutzucker bislang optimal eingestellt haben. Denn der Östrogengehalt nimmt nicht kontinuierlich ab, sondern tut dies oft sprunghaft. „Der vermehrte Stress, verursacht durch Schlafstörungen und Hitzewallungen, tut sein Übriges, um den Blutzuckerspiegel negativ zu beeinflussen“, erklärt die Expertin.

    Die Münchener Internistin empfiehlt Frauen mit Diabetes, sich rechtzeitig mit dem Thema Wechseljahre auseinanderzusetzen und vom behandelnden Diabetologen beraten zu lassen. Zum einen setzt der Östrogenmangel die Insulinempfindlichkeit herab. Zum anderen steigert er auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Zudem darf man nicht vergessen, dass die hormonelle Umstellung bis zu zehn Jahre dauern kann – da ist ein gut eingestellter Blutzuckerstoffwechsel für ein gesundes Altern unabdingbar“, so die Expertin.

    1.10.2019, Mehr Ballast, bitte!

    Ballaststoffe regen die Verdauung an. Doch die pflanzlichen Faserstoffe können noch viel mehr. Erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten, wie man es schafft, genug davon aufzunehmen.

    Damit Ballaststoffe all ihre guten Wirkungen entfalten können, scheint es wichtig, genügend davon aufzunehmen. Die Deutsche Gesellschaft von Ernährung empfiehlt 30 Gramm am Tag. Das lässt sich vor allem dann erreichen, wenn man reichlich Vollkornprodukte isst. Wer diese nicht so gut verträgt, steigert die Menge am besten langsam. So kann sich die Verdauung daran gewöhnen. Wichtig ist, ausreichend zu trinken, etwa anderthalb Liter pro Tag. Gut verträglich sind in der Regel Vollkornbrote oder Brötchen aus fein gemahlenem Vollkornmehl, Hafer sowie Vollkornnudeln oder -reis. Beim Brot gilt es, tatsächlich auf die Bezeichnung »Vollkorn« oder die Menge des enthaltenen Vollkornmehls zu achten. Eine dunkle Farbe des Teiges, die oft durch Malzextrakt erzeugt wird, oder ein paar Körner sind kein Zeichen für ausreichend Ballaststoffe.

    Auch Obst und Gemüse liefern reichlich gesunde Faserstoffe. Wer zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse oder Hülsenfrüchte am Tag isst, liegt richtig. Am besten – falls verzehrbar – immer die Schale mitessen, denn da stecken die meisten Ballaststoffe drin. Und noch eine Möglichkeit die Aufnahme zu steigern: In der Apotheke gibt es sogenannte Flohsamen, die reichlich Ballaststoffe liefern und so die Verdauung anregen können. Nahrungsergänzungsmittel mit dem Ballaststoff Inulin, der speziell das Wachstum guter Darmbakterien fördert, stellen eine weitere Möglichkeit dar, für eine bessere Ballaststoffzufuhr zu sorgen.

    15.9.2019, Vitalstoffe: Extraportion gefällig?

    Bei manchen Vitaminen und Mineralstoffen kommt es bei Diabetikern häufiger zu einem Mangel. Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe vier Vitalstoffe zusammengefasst, bei denen es sich lohnt, für Nachschub zu sorgen.

    Magnesium
    Laut Studien haben bis zu 50 Prozent der Diabetiker zu niedrige Magnesiumwerte im Blut. Dabei lohnt sich für Zuckerkranke eine gute Versorgung besonders. Der Mineralstoff sorgt zum einen dafür, dass die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin produziert. Zum anderen reagieren die Zellen wieder besser als zuvor auf Insulin. Studien zeigen, dass ein Plus an Magnesium sowohl den Nüchternblutzucker als auch den Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) positiv beeinflusst.

    Vitamin B12
    Viele Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für einen Mangel. Denn das blutzuckersenkende Medikament Metformin hemmt die Aufnahme des Vitamins nachweislich. Der Körper braucht Vitamin B12 beispielsweise zur Blutbildung und für die Arbeit des Nervensystems. Müdigkeit und Erschöpfung, Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen weisen mitunter auf einen Mangel hin, den der Arzt bei einer Blutuntersuchung feststellen kann.

    Vitamin D
    Vitamin D soll die Produktion von Insulin in der Bauchspeicheldrüse verbessern und die Wirkung des Hormons in den Muskeln erhöhen. Außerdem läuft der Knochenabbau, der bei jedem ab 30 Jahren stattfindet, bei Diabetes deutlich schneller ab. Ein ausreichend hoher Vitamin-D-Spiegel könnte dem entgegenwirken und das Risiko für Knochenbrüche reduzieren.

    Zink
    Es spielt eine wichtige Rolle für die körpereigene Abwehr, die Wundheilung und für die Funktion verschiedener Hormone, wie zum Beispiel Insulin. Daher gilt eine gute Versorgung mit Zink als wichtig. Doch bei Menschen mit Diabetes besteht die Gefahr, dass sie durch hohe Zuckerwerte vermehrt wasserlassen und über die Nieren Zink verlieren.

    1.9.2019, Guten Flug – Fernreisen mit Diabetes

    Diabetiker müssen nicht auf Traumurlaubsziele in der Ferne verzichten. Dank guter Vorbereitung lassen sich auch Langstreckenflüge gut überstehen. Die Neue Apotheken Illustrierte hat die besten Tipps dazu in ihrer aktuellen Ausgabe zusammengetragen.

    Erste wichtige Frage: Was kommt ins Handgepäck, was lässt sich in Koffer und Taschen aufgeben? Auf Flugreisen nehmen Diabetiker am besten all ihre Utensilien wie Insulin, weitere Arzneimittel, Teststreifen und Messgeräte mit an Bord. Es besteht das Risiko, dass das Gepäck verspätet am Zielort oder auch gar nicht ankommt.

    Bei den strengen Sicherheitskontrollen an den Flughäfen fallen spitze Gegenstände wie Pens, Spritzen und Lanzetten gleich auf. Dem hilft eine ärztliche Bescheinigung, am besten auch in Englisch und der jeweiligen Landessprache, die den Medikamentenbedarf bescheinigt. Auch ein internationaler Diabetiker-Ausweis bietet Vorteile. Er enthält in mehreren Sprachen alle wichtigen Gesundheitsdaten. Er bietet gerade im Notfall dem medizinischen Personal eine gute Übersicht über den Gesundheitszustand. Ein Muster-Exemplar findet sich auf der Internetseite der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

    Der Aufenthalt an Bord bietet für einige Medikamente keine idealen Temperaturen. Für Insulin und GLP-1-Agonisten wie Dulaglutid oder Semaglutid liegt der empfohlene Bereich zur Lagerung zwischen zwei und acht Grad Celsius. Hierfür eignen sich spezielle Kühltaschen für Medikamente. Die Arzneistoffe sollten dabei nie direkt mit dem Kühlakku in Kontakt kommen. Diese dafür einfach in ein Handtuch wickeln.

    Ebenfalls eine Herausforderung: die Zeitverschiebung. Bei Flügen nach Westen, etwa in die USA oder nach Südamerika, verlängert sich der Reisetag. Deswegen gilt die Faustregel, die Dosis des Basisinsulins zu erhöhen. Bei einem Flug nach Osten, etwa nach Indien oder Thailand, verkürzt sich dagegen der Reisetag. Die Dosis also reduzieren. Für den Rückflug gilt jeweils der umgekehrte Fall. Nach der Ankunft alle Uhren auf die Ortszeit umstellen und die Zeit im Blick behalten. Generell empfiehlt es sich, vor einer Reise mit Zeitverschiebung mögliche Fragen mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.

    14.8.2019, Orale Antidiabetika: kleine Pillen, große Wirkung

    Nach der Diagnose Typ-2-Diabetes bekommen viele Betroffene sogenannte orale Antidiabetika verschrieben. Welche Tabletten Patienten am häufigsten einnehmen und wie sie wirken, darüber informiert die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

    Es gibt heutzutage eine Vielzahl an Arzneistoffen, die helfen, den Blutzucker zu senken, darunter so genannte SGLT-2-Hemmer, Glitazone, GLP-1-Analoga und andere. Ein Klassiker, das Metformin, kommt seit etwa 60 Jahren zur Behandlung des Diabetes zum Einsatz. Rund 80 Prozent aller Menschen mit Diabetes in Deutschland bekommen heutzutage Metformin verschrieben. Es ist damit das mit Abstand am häufigsten verabreichte Diabetes-Medikament.

    An Platz zwei folgen die relativ neuen DPP-4-Hemmer. SGLT-2-Hemmer liegen auf Platz 3. Die Verschreibungshäufigkeit von Sylfonylharnstoffen ist in den vergangenen 15 Jahren deutlich gesunken; sie kommen an vierter Stelle. Bei Letzteren besteht die Gefahr von Unterzuckerungen. Der Arzt verschreibt sie beispielsweise Patienten, die Metformin nicht vertragen.

    Laut der Datenanalyse deutscher Diabetesregister gibt es regionale Unterschiede in der geschätzten Verschreibungshäufigkeit einzelner Wirkstoffgruppen. So verordnen Ärzte in Norddeutschland und Thüringen häufiger GLP-1-Analoga als in anderen Bundesländern. SGLT-2-Hemmer kommen in Bayern, Hessen, Thüringen und Schleswig-Holstein häufiger auf das Rezept als in anderen Regionen.

    In der Regel verschreibt der Arzt zu Anfang der Diabetes-Therapie einen Wirkstoff. Lässt sich der Blutzucker damit allein nicht (mehr) regulieren, kommt häufig ein zweites Medikament oder auch Insulin hinzu.

    1.8.2019, Diabetes-DMP benötigt Aktualisierung

    Sogenannte Disease-Management-Programme, kurz DMP, gibt es schon seit 2002. Wie aktuell sind die Programme für Diabetes? Die Neue Apotheken Illustrierte hat sich in ihrer aktuellen Ausgabe für Sie umgehört.



    In der Behandlung von Diabetes – sei es Typ 1 oder Typ 2 – ändert sich ständig etwas. Aus diesem Grund werden die jeweiligen DMP regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Aktuell hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) die DMP einmal mehr mit aktuellen Leitlinien zu Diabetes abgeglichen.

    Das Ergebnis:

    Um das DMP für Typ-1-Diabetes dem Stand des medizinischen Wissens anzupassen, besteht beispielsweise Aktualisierungsbedarf in Sachen Vermeiden von Unterzuckerungen mithilfe moderner Technologien wie kontinuierlicher Glukosemessung. Auch Auffrischungsschulungen, mehr Empfehlungen im Bereich „Lebensstilmanagement“ sowie Aktualisierungen in Bezug auf die Insulintherapie mahnt der G-BA an.

    In einem Vorbericht zum DMP für Typ-2-Diabetes stellt das IQWiG insbesondere Überarbeitungsbedarf für die Bereiche „Blutglukosesenkende medikamentöse Behandlung“ sowie „Begleit- und Folgeerkrankungen“ fest. Der Abschlussbericht soll Ende 2019 vorliegen.

    Die abschließenden Empfehlungen des IQWiG werden zunächst im G-BA beraten und anschließend dem Bundesgesundheitsministerium vorgelegt. Gibt es keine Beanstandungen, folgt die praktische Umsetzung auf der Basis regionaler Verträge zwischen den beteiligten Krankenkassen und Ärzten beziehungsweise Krankenhäusern.

    15.7.2019, Nieren im Blick

    Etwa zwei von fünf Menschen mit Diabetes entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung Nierenschäden. Regelmäßige Kontrollen und verschiedene Maßnahmen helfen, vorzubeugen und ein Voranschreiten dieser diabetischen Nephropathie zu verhindern. Das berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

    Zu viel Zucker im Blut schädigt die feinen Strukturen im inneren des Organs. Dies führt dazu, dass die Filterleistung der Nieren und mitunter auch die Durchblutung abnehmen. Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes verschlechtern häufig weitere Faktoren, wie etwa erhöhte Blutdruck- oder Blutfettwerte, den Krankheitsverlauf.

    Besonders tückisch: Nierenschäden verlaufen oft schleichend, ohne dass man sie spürt. Deshalb raten Experten zu regelmäßigen Untersuchungen. Einmal im Jahr sollte der Arzt den Morgenurin auf das Eiweiß Albumin testen. Zudem untersucht er die Filterfunktion der Niere anhand einer Blutprobe. Bei auffälligen Werten ermittelt der Arzt weitere Werte. Auch der Blutdruck sowie der Augenhintergrund werden untersucht.

    Als A und O gilt eine möglichst gute Einstellung des Blutzuckers und des Blutdrucks. War der Langzeitblutzuckerwert HbA1c in der Vergangenheit erhöht, versucht der Arzt zusammen mit dem Patienten Maßnahmen zu finden, um diesen zu verbessern. Als Ziel gilt ein HbA1c-Wert von unter 7 Prozent. Als guter Blutdruck gelten Werte von maximal 130/80 mmHg beziehungsweise bei Menschen über 65 Jahren von maximal 140/80 mmHg. Wer sich gesund ernährt und ausreichend bewegt, kann selbst mithelfen, damit sich diese Zielwerte besser erreichen lassen. Auch ein Abbau von Übergewicht sowie verbesserte Blutfettwerte kommen der Nierengesundheit zugute. Außerdem empfiehlt es sich, mit dem Rauchen aufzuhören. Bereits bei mäßigem Rauchen schreitet die Nephropathie doppelt so schnell voran.

    Wenn die Nieren nicht mehr zu hundert Prozent arbeiten, kann dies auch Auswirkungen auf die Diabetes-Therapie haben: Betroffene vertragen manche Medikamente nicht mehr oder müssen zumindest deren Dosis anpassen. Außerdem steigt das Risiko von Unterzuckerungen. Deshalb muss der Arzt regelmäßig die Nierenfunktion überprüfen und gegebenenfalls die Art und Menge der Medikamente verändern.

    1.7.2019, Update BE/KE

    Für insulinpflichtige Diabetiker geht es nicht ohne: Sie müssen lernen, die Menge des Kohlenhydratgehaltes eines Lebensmittels schätzen zu lernen. Die Neue Apotheken Illustrierte gibt in ihrer neuen Ausgabe wichtige Informationen zu BE und KE.

    BE und KE bilden ein Maß für den Kohlenhydratgehalt eines Lebensmittels. Wer Insulin spritzt, braucht diese Angabe, um die nötige Insulindosis zu berechnen, damit der Blutzucker nicht außer Kontrolle gerät. Auch für Menschen, die Sulfonylharnstoffe einnehmen, kann die Rechengröße sinnvoll sein.

    Eine KE entspricht 10 Gramm Kohlenhydraten, die ältere Einheit BE wiederum 12 Gramm Kohlenhydraten.

    Beim Arzt oder in der Diabetes-Schulung gibt es Tabellen, die angeben, wie viel Gramm oder welches Küchenmaß eines Lebensmittels einer BE/KE entspricht. Diese Tabellen erleichtern den Alltag.

    Durch Abwiegen von Lebensmitteln und Lesen der Nährwerttabellen lassen sich BE/KE berechnen.

    Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, etwa anderthalb bis zwei Stunden nach dem Essen den Blutzuckerwert zu bestimmen.

    15.6.2019, Diabetes: Gemeinsam stark durch Selbsthilfe

    Selbsthilfe hat für viele ein etwas angestaubtes Image; unweigerlich denkt man an Stuhlkreise. Doch Selbsthilfeorganisationen gerade im Bereich Diabetes bieten viel mehr. Die Neue Apotheken Illustrierte informiert in ihrer aktuellen Ausgabe, inwiefern Mitglieder von einer Selbsthilfeorganisation profitieren.
    Selbsthilfeorganisationen bieten eine Menge Vorteile. „Unser Ziel besteht darin, die Lebensqualität der Betroffenen selbst und ihrer Familien zu verbessern, über die Erkrankung aufzuklären und politisch an Entscheidungen im Gesundheitswesen mitzuwirken.“ So fasst Judith Krämer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M), die Motivation zusammen. Ähnliche Ziele verfolgen auch andere Selbsthilfe-Dachverbände in Deutschland.
    Viele Informationen, die Selbsthilfeorganisationen bereitstellen, lassen sich auch ohne Mitgliedschaft nutzen, gerade im Internet. Aber das ist nur ein kleiner Teil des Angebots. „Eine Vollmitgliedschaft bietet beispielsweise ein Anrecht auf Rechtsberatung, Rabatte auf Diabetes-Zeitschriften und Anmeldegebühren für Ferienfreizeiten sowie die persönliche Mitgliederbetreuung in den Landesverbänden“, erklärt Krämer.
    Schließt man sich einer Selbsthilfegruppe an, spielt in den Gruppentreffen der persönliche Austausch, Hilfestellung und die gegenseitige Motivation eine große Rolle. Menschen mit Diabetes können Gleichgesinnte treffen und erleben, dass sie mit ihrer Erkrankung nicht allein sind. Schon dies hilft oft, mit dem Diabetes besser klarzukommen.
    In vielen Gruppen bleiben die Betroffenen nicht nur unter sich. Ein wichtiger Bestanteil der Treffen bilden etwa Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen. Dabei kommen Ärzte und Diabetes-Beraterinnen genauso zu Wort wie Ernährungsberater oder Vertreter aus der Pharmaindustrie.

    1.6.2019, Insulin, das Schlüsselhormon

    Insulin spielt im Stoffwechsel eine echte Schlüsselrolle. Weil die Bauchspeicheldrüse von Diabetikern kein oder zu wenig Insulin produziert, wird Zucker als Energieträger nicht in die Körperzellen aufgenommen. Die Neue Apotheken Illustrierte bietet in ihrer aktuellen Ausgabe einen anschaulichen Überblick über das Insulin-Zucker-Zusammenspiel.

    Wo kommt der Zucker her?

    Wer Süßes, Obst, Nudeln oder Brot isst, nimmt Zuckerbausteine auf. Bei stärkehaltigen Lebensmitteln sind diese zu langen Ketten aufgereiht. Bei der Verdauung werden sie im Mund und Dünndarm gespalten, so dass am Ende einzelne Zuckerbausteine wie die Glukose vorliegen.

    Warum wird Insulin gebildet?

    Nach einer süßen oder stärkehaltigen Mahlzeit landet viel Glukose im Darm und wird ins Blut aufgenommen. Hohe Zuckerkonzentrationen regen die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse an, Insulin zu bilden. Dieses wandert ebenfalls ins Blut. Das Insulin bildet sozusagen den Schlüssel, der dem Blutzucker die Tür zu den Zellen öffnet.

    Wie wirkt Insulin?

    Im Gehirn bewirkt Insulin, dass man sich satt fühlt. Übrigens ist es das einzige Organ, das das Insulin nicht braucht, um den Zucker aufzunehmen. Bei vielen anderen Körperzellen öffnet das Insulin die Pforten für den Zucker. So sinkt der Blutzuckerspiegel, und die Zellen bekommen Energie. Insulin hat aber noch andere Aufgaben: Es sorgt etwa dafür, dass Muskeln und Leber Zucker speichern. In den Fettzellen regt es an, dass Zucker in Fett umgewandelt wird. So stellt das Hormon sicher, dass auch noch genug Energie da ist, wenn der Mensch gerade nichts isst.

    Was ist bei Diabetes anders?

    Bei Typ-1-Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse kein Insulin, daher wird es in der Therapie gespritzt. Bei Typ-2-Diabetes produziert der Körper anfangs noch viel Insulin. Die Zellen in Muskeln und Organen reagieren aber nicht mehr ausreichend darauf – Ärzte sprechen von einer Insulinresistenz. Manche Medikamente verbessern die Schlüsselwirkung von Insulin an den Zellen.

    1.5.2019, Diabetes ist Typsache

    Laut aktuellen Zahlen haben 7,5 Millionen Deutsche Diabetes – aufgeteilt in verschiedene Typen. Typ-2-Diabetes haben dabei die meisten Betroffenen, gefolgt von Typ-1-Diabetes. Was aber ist mit dem kleinen Rest der Erkrankten, die einen sogenannten Typ-3-Diabetes haben? Die Neue Apotheken Illustrierte stellt in ihrer aktuellen Ausgabe diese Untergruppe der Volkskrankheit vor.

    Beim Typ-3-Diabetes handelt es sich um keine einheitliche Form der Erkrankung, sondern um acht seltene Untergruppen von Diabetes. Die Ursachen für den Ausbruch der Krankheit sind dabei sehr unterschiedlich. Gendefekte (Typ 3a) können genauso der Grund sein wie eine Vorerkrankung der Bauchspeicheldrüse (Typ 3c), Schädigungen durch Chemikalien (Typ 3e) oder bestimmte Viren (Typ 3f).

    Die erhöhten Blutzuckerwerte lassen sich je nach Art durch den Lebensstil, Medikamente oder Insulin einstellen. Diagnose und Therapie gestalten sich oft schwieriger als bei den herkömmlichen Diabetestypen.

    15.4.2019, Neuropathie: Schmerz lass‘ nach!

    Bei vielen langjährigen Diabetes-Patienten treten Nervenleiden auf. Polyneuropathie nennen dies die Experten. Gewöhnliche Schmerzmittel helfen dann nicht. Welche Maßnahmen eventuell die Nervenschmerzen lindern, hat die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe zusammengetragen.

    Das A und O im Kampf gegen eine Nervenschädigung bildet ein gut eingestellter Blutzucker. Eine individuell angepasste Diabetestherapie sowie eine gesunde Lebensweise mit Blick auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung tragen dazu bei.

    Klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac wirken bei Nervenschädigungen nicht. „Es gibt einige Patienten, die sie trotzdem nehmen, um überhaupt etwas zu tun. Aber damit schadet man sich eher, da die Medikamente auch Nebenwirkungen haben“, erklärt Dr. Thomas Cegla, Chefarzt an der Helios Universitätsklinik Wuppertal und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin.

    Bei der Therapie gegen Nervenschmerzen arbeiten Mediziner mit anderen Substanzgruppen: etwa mit Medikamenten gegen Epilepsie oder Depressionen oder mit Opiaten. Die Mittel werden mitunter kombiniert und individuell nach einem festen Zeitschema eingenommen. Für die Behandlung braucht es etwas Geduld. „Generell fängt man mit niedrigen Dosierungen an. Das führt dazu, dass es eine Weile dauert, bis die Wirkung einsetzt“, informiert Cegla. „Nach drei Monaten zeigt sich in etwa, ob man auf dem richtigen Weg ist.“

    Nicht bei jedem Patienten schlägt die Behandlung gleich gut an. Doch die Schmerzen lassen sich in der Regel um 30 bis 50 Prozent reduzieren. Außerdem gelten auch andere Therapieformen als vielversprechend. „Jeder zweite bis dritte Patient spricht auf spezielle Pflaster mit medizinischem Chili an.“ Das darin enthaltene Capsaicin stimuliert Untereinheiten von Schmerzrezeptoren. Durch die Übererregung der Rezeptoren werden die Nervenenden unempfindlich für Schmerzreize gemacht, erläutert der Schmerzmediziner. Ein weiteres Verfahren, die Transkutane Elektrische Nervenstimulation – kurz TENS –, reizt die Nerven über unterschiedliche Frequenzen und erhält so deren Funktion. Spezielle TENS-Socken bezahlen Krankenkassen in der Regel auf Antrag. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass Vitamin B1 oder dessen Vorstufen das Fortschreiten von Nervenschäden hinauszögern können.

    15.3.2019, Plötzlich zuckerkrank – und jetzt?

    Typ-2-Diabetes kommt schleichend. Betroffene spüren die hohen Zuckerwerte in der Regel nicht. Wenn der Arzt die Krankheit feststellt, ist das für viele ein Schock. Doch dieser kann auch dabei helfen, aktiv zu werden, informiert die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

    „Es ist ganz normal, dass man geschockt ist und den ungebetenen Gast nicht gleich willkommen heißt“, erklärt Psychologe Professor Dr. Bernhard Kulzer vom Diabetes Zentrum Mergentheim. Schließlich handelt es sich bei Typ-2-Diabetes in den meisten Fällen um einen Zufallsbefund. Viele Menschen haben im Vorfeld keinerlei Beschwerden und auf einmal das: Man ist krank.

    Dass die Diagnose mit negativen Gefühlen einhergeht, könnte dem Psychologen zufolge sogar Vorteile haben: Emotionen können dabei helfen, etwas anzupacken, etwas zu verändern. So entpuppt sich die Zeit nach der Diagnose oft auch als idealer Zeitpunkt für eine Schulung. Hier bekommt man wichtige Informationen und viele Antworten auf seine Fragen. „Zudem setzt man sich in modernen Schulungen auch emotional mit der Krankheit auseinander“, so der Experte. Etwa mit der Frage: Ist Diabetes eine schlimme oder eine leichte Erkrankung? Wenngleich dies jeder für sich etwas anders einschätzt, macht Psychologe Kulzer Mut: „Immerhin ist Diabetes eine Erkrankung, die ich selbst steuern kann und auf die ich Einfluss habe.“ Wer gleich ein paar Kilogramm abnimmt, habe sogar die Chance, die Krankheit zurückzudrängen.

    Doch nicht jeder kann den ersten Schock in Tatendrang umwandeln. Für diese Menschen zählt neben den Informationen und Anregungen, die man in einer Schulung bekommt, laut Kulzer auch das Gespräch mit anderen Betroffenen. „Jede Form des Austauschs über die Erkrankung ist sinnvoll, weil man sich dadurch mit sich und seiner Erkrankung auseinandersetzt“, so der Experte der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Man erfährt, wie andere die Krankheit bewältigen, was ihnen hilft und wie sie sich motivieren können. Auch nach der Schulung gibt es Möglichkeiten zum Austausch – etwa in klassischen Selbsthilfegruppen oder in speziellen Diabetes-Blogs.

    1.3.2019, Das bringen Diabetes-Apps

    Digitale Blutzuckertagebücher sind im Kommen. Die Neue Apotheken Illustrierte erklärt in ihrer aktuellen Ausgabe, welche Vorteile sie gegenüber herkömmlichen Tagebüchern haben.

    Das Blutzuckertagebuch ist die Grundlage für das Arztgespräch, da sich der behandelnde Arzt ein Bild über den Blutzuckerverlauf machen kann. Im Idealfall hilft das Tagebuch auch dem Patienten selbst, die Werte der vergangenen Wochen im Blick zu haben, eventuelle Schwankungen zu erkennen und Schlüsse daraus zu ziehen. Doch das ist nicht ganz einfach.

    Hier setzen digitale Tagebücher an, auch Diabetes-Apps genannt. „Darin sind die Werte für Laien viel besser aufbereitet“, berichtet Diabetesberaterin Dr. Astrid Tombek von der Diabetesklinik Bad Mergentheim. „Die Blutzuckertabelle ist meistens farblich dargestellt: die guten Werte in grün, Unterzucker meistens rot, Überzucker kann beispielsweise gelb sein. Da lässt sich auf einen Blick der Blutzuckerverlauf erkennen.“

    Vielen Diabetikern fällt es so leichter, mit dem großen Wust an Daten umzugehen. Und dies kann sich sogar positiv auf den Blutzuckerwert auswirken. Denn Studien zeigen, dass sich der Langzeitblutzuckerwert HbA1c verbessert, wenn jemand seine Werte dokumentiert. „Dabei ist es zwar grundsätzlich egal, ob dies in Papierform oder digital erfolgt“, so Tombek, „doch das Digitale ist leichter und übersichtlicher. Der Diabetiker kann sich damit befassen, Zusatzinformationen eingeben und selbst besser das Problem eingrenzen.“

    Wer so beispielsweise ganz leicht erkennt, dass die morgendlichen Nüchternwerte besonders nach dem Spieleabend zuvor mit vielen Knabbereien eher schlecht waren, kann seinen Arzt beim nächsten Gespräch gezielt darauf ansprechen. „So zeigt sich eine Therapie am effektivsten“, betont die Fachfrau.

    Bei manchen Apps lassen sich sogar zusätzliche Fotos von der Mahlzeit hochladen. „Das ist praktisch, denn so kann die Diabetesberaterin im Nachhinein prüfen, ob der Diabetiker die Kohlehydrateinheiten richtig einschätzt.“

    15.2.2019, Alles über Süßstoffe

    Sie schmecken süß und liefern fast keine Kalorien. Eigentlich ideal für Diabetiker. Doch Süßstoffe geraten immer wieder in die Kritik. Wie gut oder schlecht sind sie wirklich? Die Neue Apotheken Illustrierte hat die Pros und Contras in ihrer aktuellen Ausgabe zusammengetragen.

    Die in Europa derzeit zugelassenen Süßstoffe, elf an der Zahl, gelten als gesundheitlich unbedenklich. Derzeit sorgt ein EU-Programm zur Neubewertung aller Lebensmittelzusatzstoffe dafür, dass alle Süßstoffe außer Aspartam bis Ende 2020 von Expertengremien untersucht werden. Aspartam hat die Neubewertung bereits hinter sich und gilt als sicher.

    Neben der Sicherheits-Diskussion wird Süßstoffen immer wieder zur Last gelegt, nicht etwa die schlanke Linie zu unterstützen, sondern gar dick zu machen. Doch nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und anderer Fachgesellschaften gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für einen dickmachenden Effekt von Süßstoffen. Diabetiker und gesunde Menschen dürfen ohne Sorge hin und wieder auf mit ihnen gesüßte Lebensmittel zurückgreifen. Gerade mit Diät-Softdrinks lassen sich viele Kalorien einsparen.

    Doch Vorsicht: Das gelingt nur, wenn man diese nicht anderweitig wieder zu sich nimmt. Denn abnehmen lässt sich natürlich nur, wenn der Mensch insgesamt weniger isst und trinkt als er verbrennt. Davon abgesehen dürfen auch Diabetiker zu echtem Zucker greifen. Von mehr als 50 Gramm am Tag raten Experten jedoch ab.

    Klare Sicht: Augenschäden vorbeugen

    Hohe Blutzuckerwerte schädigen über die Jahre die feinen Blutgefäße in der Netzhaut des Auges. Das Risiko lässt sich jedoch durch vorbeugende Maßnahmen senken. Die Neue Apotheken Illustrierte erklärt in ihrer aktuellen Ausgabe, was zu tun ist.

    Wer sich als Diabetiker um gute Blutzuckerwerte bemüht, betreibt Vorbeugung im besten Sinn. Untersuchungen mit Typ-2-Diabetikern zeigen, dass sich ein Drittel der behandelten Schäden an der Netzhaut verhindern lassen, wenn ein stark erhöhter Langzeitblutzuckerwert (HbA1c) auf unter 9 Prozent gesenkt wird. Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt oder Diabetologen lässt sich gemeinsam besprechen, wie man Blutzucker und -druck besser in den Griff bekommt. Auch die Nierenfunktion behält der Arzt im Blick.

    Bei einem neu entdeckten Typ-2-Diabetes erfolgt zudem eine direkte Überweisung zum Augenarzt. Dieser befragt den Patienten nach möglichen Beschwerden, kontrolliert die Sehschärfe, untersucht das vordere Auge und schließlich die Netzhaut.

    Zeigen sich keine Schäden an der Netzhaut, raten Experten, alle ein bis zwei Jahre zur Kontrolle zum Augenarzt zu gehen. Entscheidend ist, ob weitere Risikofaktoren wie hohe Blutzucker- oder Blutdruckwerte vorliegen.

    Ist die Netzhaut bereits angegriffen, heißt es, die Augen mindestens einmal im Jahr kontrollieren zu lassen. Die Häufigkeit der Kontrollen muss man im Einzelfall mit dem Arzt besprechen. Eine rechtzeitige Behandlung kann bei bis zu 50 Prozent der Betroffenen verhindern, dass Schäden spürbar fortschreiten.

    Vorsätze endlich durchhalten

    Gute Vorsätze lassen sich schnell fassen. Aber wie erreicht man die neu gesteckten Ziele? Dr. Berthold Maier, Diplom-Psychologe am Diabetes-Zentrum Mergentheim, gibt in der der Neuen Apotheken Illustrierten wertvolle Tipps.

    In sich hineinhören: Fassen Sie sich Ziele, die Sie sich zutrauen und bei denen Sie optimistisch sind, dass Sie diese auch erreichen können. Ein Vorhaben, das für einen persönlich keine so große Rolle spielt, nimmt man womöglich gar nicht in Angriff.
    Realistische Ziele stecken: Viele Diabetiker nehmen sich etwa vor, ihren HbA1c-Wert zu verbessern. Dann ist es sinnvoll, den behandelnden Arzt um eine realistische Einschätzung zu bitten. Geht es um eine Gewichtsabnahme, sollte man sich klar machen: Was sich über Jahre aufgebaut hat, verschwindet nicht von heute auf morgen. Ein erstes mögliches Ziel wäre, dass die Gewichtskurve nicht weiter nach oben geht und man sein Gewicht hält. Eine Gewichtsabnahme von einem halben bis einem Kilo pro Monat ist realistisch.
    Fortschritte protokollieren: Menschen möchten, wenn sie etwas aufschreiben, gerne etwas Positives eintragen. Allein das Protokollieren kann dazu führen, dass sich beispielsweise das Essverhalten verbessert.
    Rückschläge einkalkulieren: Viele gute Vorsätze schlafen irgendwann ein oder man erleidet sogar Rückschläge. Wer sich schon vorab damit vertraut macht, besitzt nachgewiesenermaßen ein besseres Durchhaltevermögen und kann sich Strategien zurechtlegen, wie man mit Rückschlägen umgeht.
    Mitstreiter suchen: Vielen Menschen fällt es leichter, ein Ziel zu erreichen, wenn sie sich zusammentun. Das gilt für alle Lebensbereiche und geht beispielsweise per Smartphone durch eine Chat-Gruppe oder im Fall des Diabetes in einer klassischen Selbsthilfegruppe. Menschen, die lieber mit sich allein sind, hilft oft eine Vertrauensperson, der sie von ihren Zielen erzählen. Allein zu wissen, dass jemand nachfragt, spornt an, weiterhin am Ball zu bleiben.

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