Apotheken-Information


1.7.2020

Wogegen wirkt mein Desinfektionsmittel?

Die Coronavirus-Pandemie hat es deutlich gemacht: So lange es keine Medikamente oder Impfung gegen eine ansteckende Krankheit gibt, bleibt als einziger Schutz die Hygiene. Was bedeuten die Angaben auf einem Desinfektionsmittel? Die Neue Apotheken Illustrierte klärt in ihrer aktuellen Ausgabe auf.

Desinfektionsmittel und ihre Einteilung nach Wirkung:
Ist ein Mittel tuberkulozid, wirkt es gegen Tuberkulose- Bakterien.
Ist ein Mittel sporizid, wirkt es gegen Sporen von Bakterien, das sind sehr widerstandsfähige Dauerformen von bestimmten Bakterienarten.
Ist ein Mittel levurozid, wirkt es gegen Hefepilze wie Candida albicans.
Ist ein Mittel fungizid, wirkt es gegen Pilze wie Schimmelpilze.
Ist ein Mittel begrenzt viruzid, wirkt es gegen behüllte Viren wie Corona-, HIV-, Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Viren.
Ist ein Mittel begrenzt viruzid PLUS, wirkt es gegen behüllte Viren sowie unbehüllte Adeno-, Noro- und Rotaviren.
Ist ein Mittel viruzid, wirkt es gegen alle Viren, das heißt behüllte und alle unbehüllten Viren.


15.6.2020

Arzneimittelrisiken erkennen und vermeiden

Laut der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) meldeten Apotheker im Jahr 2019 mehr Qualitätsmängel und Nebenwirkungen von Arzneimitteln als jemals zuvor. Warum die Aufmerksamkeit vonseiten der Apotheker so wichtig ist, erläutert Professor Dr. Martin Schulz, Vorsitzender der AMK, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Von den über 10 700 Meldungen, die bei der Kommission im vergangenen Jahr eingingen, hingen knapp 3 000 Meldungen laut der AMK mit Nebenwirkungen beziehungsweise unerwünschten Arzneimittelwirkungen zusammen. Dies entsprach rund 29 Prozent. Etwa 7 700 Meldungen bezogen sich auf Qualitätsmängel, wie fehlerhafte Verpackungen oder mechanische Defekte, zum Beispiel nicht funktionierende Insulinpens.

„Die gemeldeten Risiken umfassen Verdachtsfälle von Nebenwirkungen und Qualitätsmängel von Medikamenten. Dabei wird ein umfassendes Spektrum abgedeckt, wie beispielsweise unerwünschte Wirkungen oder Wechselwirkungen, Medikationsfehler, Missbrauch und Fehlgebrauch oder Gewöhnung und Abhängigkeit“, erklärt Schulz. „Des Weiteren aber auch Mängel an der Qualität, technische Mängel, Kennzeichnungs- oder Verpackungsmängel, Minderwirkungen, Manipulationen beziehungsweise Fälschungen.“

Schulz ist überzeugt, dass dieses Berichtssystem effektiv dazu beiträgt, Risiken zu minimieren und die Sicherheit für Patienten zu erhöhen. „Risiken wohnen wirksamen Arzneimitteln grundsätzlich inne. Daher sind Apotheker berufsrechtlich verpflichtet, Arzneimittelrisiken der AMK zu melden. Die Meldungen dienen dem raschen Erkennen von unerwarteten Risiken für Patientinnen und Patienten, um behördlicherseits Gegenmaßnahmen einleiten zu können.“


1.6.2020

Bestmöglich versorgt mit Ihrer Apotheke

Immer häufiger müssen sich Apotheker mit Problemen bei der Medikamentenbeschaffung auseinandersetzen. In der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten äußert sich dazu anlässlich des bevorstehenden diesjährigen Tages der Apotheke Mathias Arnold, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände:

„Der Tag der Apotheke am 7. Juni ist traditionell ein Datum, an dem die Apotheken in Deutschland ganz besonders auf ihre tägliche Arbeit und Leistung für die Patienten vor Ort aufmerksam machen. Ob im Nacht- und Notdienst, beim Herstellen von Rezepturen oder während eines Gesprächs über Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten: Die Apotheke vor Ort ist da, wenn schneller Rat, fachliche Kompetenz und persönliches Vertrauen gefragt sind. Doch leider hat sich in den vergangenen Jahren ein Problem in den Alltag gedrängt, das auch für Apotheker nur schwer zu lösen ist: Lieferengpässe von Medikamenten.

Als das Coronavirus im März dieses Jahres auch in Deutschland »ankam«, wurde uns Apothekern die Frage gestellt, ob es dadurch Lieferengpässe gebe. Die Wahrheit lautet: Das Problem war vorher schon längst da. Die Zahl der Lieferengpässe allein bei Rabattarzneimitteln hatte sich bereits von 2017 auf 2018 verdoppelt – und dann noch einmal im Jahr 2019, als insgesamt 18 Millionen Medikamente auf Rezept gegen andere verfügbare Präparate ausgetauscht werden mussten. Das betraf Blutdrucksenker, Schmerztabletten, Antidepressiva und viele andere »Allerweltsmittel«. Die Ursache dafür ist bekannt: Kostendruck und Globalisierung haben dazu geführt, dass oft nur wenige Wirkstofflieferanten in Fernost die europäischen Arzneimittelhersteller beliefern. Gibt es dort ein Problem, kann hier die Versorgung stillstehen.

Wir Apotheker haben den Krankenkassen, Arzneimittelherstellern und Gesundheitspolitikern natürlich schon längst unsere Lösungsvorschläge kundgetan. Manche davon wurden bereits erhört. Zukünftig werden nicht mehr die Patienten, sondern die Kassen die Zusatzkosten tragen müssen, falls ein Arzneimittel gegen ein teureres ausgetauscht werden muss. Andere Maßnahmen stehen noch aus oder dauern eben länger, wie zum Beispiel die Rückverlagerung wichtiger Produktionsstätten nach Europa. Seien Sie als Patienten jedoch versichert, dass Ihre Apotheke vor Ort auch schon jetzt alles Erdenkliche tut, damit Sie stets bestmöglich versorgt werden.“

15.05.2020, Krebs zum Teil vermeidbar

Noch immer setzen viele Menschen die Diagnose Krebs mit einem Todesurteil gleich. Doch die Erkrankungs- und Todesraten durch Krebs gehen hierzulande zurück. Verbesserte Vorsorgemöglichkeiten haben einen wesentlichen Anteil daran. Welche Krebsrisiken sind gar vermeidbar? Das beantwortet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Die Erkrankungs- und Sterberaten bei Krebs sinken seit Jahren stetig. Was auffällt: Bei Männern gehen sie etwas deutlicher zurück als bei Frauen, sie kommen allerdings auch von einem höheren Level. Der Trend könnte vor allem mit einer gegenläufigen Entwicklung bei Lungenkrebs und anderen durch Zigarettenrauch geförderten Krebserkrankungen zusammenhängen. Dazu muss man wissen, dass unter Männern der Anteil der Raucher schon seit mehr als zwei Jahrzehnten stetig sinkt, während in dieser Zeit zunächst immer mehr Frauen zur Zigarette griffen. Seit einigen Jahren nimmt aber auch die Zahl der Raucherinnen wieder ab. Rauchen gilt nach wie vor als einer der wichtigsten vermeidbaren Risikofaktoren für viele Krebsleiden hierzulande. Einer aktuellen Veröffentlichung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zufolge werden etwa 85 Prozent aller Lungenkrebstodesfälle in Deutschland durch Rauchen verursacht.

Als einen wichtigen Einflussfaktor für die sinkenden Erkrankungsraten bei Krebs sieht das Zentrum für Krebsregisterdaten auch die günstige Entwicklung bei Krebserkrankungen des Magens und des Darms an. Hierbei gebe es Rückgänge um mehr als 20 Prozent in den vergangenen zehn Jahren. Eine erste Analyse deutscher Forscher, veröffentlicht 2016, deutet dabei auf einen merklichen Einfluss der verbesserten Früherkennung und Vorsorge gegen Dickdarmkrebs hin. Diese bekam einen entscheidenden Auftrieb durch die im Oktober 2002 eingeführte Vorsorge-Darmspiegelung für alle Bürger ab dem 55. Lebensjahr.

Das persönliche Krebsrisiko hängt von verschiedenen Faktoren ab. Während sich erbliche Veranlagung nicht ändern lässt, gibt es durchaus einige vermeidbare Risikofaktoren. Das DKFZ hat für Deutschland analysiert, in welchem Ausmaß solche vermeidbaren Risikofaktoren zu Krebserkrankungen beitragen. Insgesamt lassen sich demnach 37 Prozent aller Krebsfälle auf solche Faktoren zurückführen. Im Einzelnen verteilt sich das wie folgt: Rauchen etwa 19 Prozent, ungesunde Ernährungsgewohnheiten knapp 8 Prozent, Übergewicht fast 7 Prozent, Bewegungsmangel etwa 6 Prozent und Umweltfaktoren nur rund 1,2 Prozent.

1.5.2020, Lieferengpässe bei Impfstoffen

Lieferengpässe von Arzneimitteln sind in den vergangenen Jahren fast schon zum Alltag geworden. Das betrifft auch Impfstoffe. Wie es dazu kommt und wie die Engpässe behoben werden, erläutert Professor Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding, Leiterin der Abteilung Mikrobiologie beim Paul-Ehrlich-Institut in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten. Einige der Antworten der Expertin:

Welches sind die Ursachen für Engpässe bei Impfstoffen?
Bekeredjian-Ding: Es kann verschiedene Gründe geben, zum Beispiel eine ungewöhnlich hohe Nachfrage durch eine erhöhte Reisetätigkeit wie bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Auch eine aktualisierte Empfehlung der Ständigen Impfkommission oder ein durch Medienberichte geschürtes Bewusstsein in der Bevölkerung zu neuen Impfstoffen erhöhen die Nachfrage. Da die Impfstoffproduktion aufwändig und langwierig ist, kann man nicht kurzfristig größere Mengen herstellen. Schon »einfache« Impfstoffe wie diejenigen gegen Grippe benötigen etwa ein halbes Jahr bis zur Fertigstellung. Eine andere Ursache kann in der Produktion selbst liegen, für die zahlreiche Qualitätsprüfungen vorgeschrieben sind. Wenn sich bei einer internen Prüfung zeigt, dass es in der Produktion beispielsweise zu einer Verunreinigung gekommen ist, muss daraufhin die gesamte Produktionseinheit vernichtet werden.

Was bedeutet das für Patienten mit Impfstoff-Bedarf?
Bekeredjian-Ding: In den meisten Fällen stellt ein Lieferengpass kein echtes Problem dar, weil es für fast alle Impfstoffe entsprechende Produkte anderer Hersteller gibt. Schwieriger wird es, wenn das Alternativprodukt fehlt oder es tatsächlich nur einen Hersteller gibt. Das ist bei dem inaktivierten Impfstoff gegen Gürtelrose der Fall. In diesen Fällen bitten wir die Ständige Impfkommission um eine Empfehlung, wie man verfahren sollte. Für Patienten beziehungsweise Ärzte bedeutet ein Lieferengpass zunächst einmal, dass geplante Impfungen möglicherweise verschoben werden müssen. Das ist sicher unbequem und ärgerlich, lässt sich aber leider nicht immer vermeiden.

Wann wird eine Situation bedenklich?
Bekeredjian-Ding: Schwierig wird es, wenn ein echter Versorgungsengpass entsteht und man Menschen nicht impfen kann. Das konnten wir bisher immer verhindern: zum Beispiel bei dem Mitte 2016 lang andauernden Lieferengpass bei den 6-fach-Impstoffen für die Grundimmunisierung von Säuglingen und Kleinkindern. Durch eine Notfallverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit konnten die Bundesländer genehmigen, dass 6-fach-Impstoffe aus Frankreich und Italien nach Deutschland geholt werden. Ähnlich war es in der Grippesaison 2019/2020: Hier wurden punktuell und regional fehlende Impfstoffe gemeldet. Letztlich stellte sich heraus, dass von den ursprünglich kalkulierten 15,7 Millionen benötigten Impfstoffdosen nur 14,7 Millionen verimpft wurden. Der tatsächliche Bedarf war also geringer als gedacht.

15.4.2020, Cannabis aus der Apotheke

Seit 20 Jahren stellt Apothekerin Annette Heinz aus Frankfurt am Main Arzneimittel auf der Basis von Cannabis in ihrer Bock-Apotheke her. Damit gilt sie als Pionierin auf diesem Gebiet. Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe nachgefragt.

Im Jahr 1999 fertigten Sie die ersten Arzneimittel auf der Basis von Cannabis an. Wie verlief der Start?
Heinz: Der Start verlief zunächst etwas holprig. Lange Zeit wollte die Politik den Einsatz von Cannabis in der Medizin nicht. Zur »Abschreckung« durchsuchte sogar das Landeskriminalamt meine Apotheke, und die Beamten beschlagnahmten meinen Computer. Ich blieb aber von der medizinischen Wirkung von Cannabis überzeugt und habe mich natürlich die ganze Zeit an geltendes Recht gehalten.

Welchen Patienten helfen Cannabis-Medikamente, die natürlich ein Arzt verschreiben muss?
Heinz: Patienten, denen eine herkömmliche Therapie nicht mehr weiterhilft. Hierzu zählen Krebskranke, die ihre Schmerzen lindern, sowie Menschen, die unter Parkinson oder Multipler Sklerose leiden und ihre Spastiken bekämpfen möchten. Auch Eltern von Kindern, die eine schwere Form der Epilepsie haben, finden den Weg in meine Apotheke. Ich möchte Patienten helfen, denen andere Medikamente keine ausreichende Linderung ihrer Beschwerden mehr verschaffen.

Wie genau hilft Cannabis Patienten?
Heinz: Im Interesse der Pharmazeuten stehen zwei Inhaltsstoffe. Manche kennen vielleicht das Tetrahydrocannabinol, kurz THC genannt. Es sorgt für den berauschenden Effekt. Eine Variante, das Dronabinol, verschreiben Ärzte bei den bereits erwähnten Schmerzpatienten und Spastiken. Auch zur Behandlung von Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust bei AIDS-Patienten und als Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Chemotherapie kommt es zum Einsatz. Inzwischen dürfen Apotheken nicht nur das synthetisch hergestellte Dronabinol auf ein ärztliches Rezept hin abgeben, sondern auch Cannabisblüten und natürliche Cannabis-Vollextrakte.

Und der zweite Inhaltsstoff, der für Arzneimittel eine Rolle spielt?
Heinz: Hier handelt es sich um Cannabidiol. Im Gegensatz zum bekannteren THC macht es nicht »high«. Ärzte verschreiben es etwa bei Ängsten, Unruhe und Schlafstörungen, aber auch wie bereits erwähnt vor allem bei Kindern, die unter Epilepsie leiden. Wichtig: Beide Wirkstoffe, aber auch die Cannabisblüten und -extrakte, muss ein Arzt verschreiben. Für das Dronabinol muss es sogar ein Betäubungsmittel-Rezept sein. Hierfür gelten besonders strenge rechtliche Vorschriften.

1.4.2020, Früherkennung Gebärmutterhalskrebs neu geregelt

Bereits seit rund fünfzig Jahren können gesetzlich krankenversicherte Frauen auf Kosten ihrer Kasse ab dem Alter von 20 Jahren jährlich eine Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs beim Frauenarzt in Anspruch nehmen. Seit Anfang dieses Jahres gelten hierfür veränderte Regelungen. Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, erklärt in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten, was sich geändert hat.

„Für Frauen bis zum Tag vor ihrem 35. Geburtstag ändert sich nichts. Es bleibt bei der jährlichen, umfassenden frauenärztlichen Krebsfrüherkennung einschließlich des jährlichen Zellabstriches aus dem Gebärmutterhals. Ab dem 35. Geburtstag ist auch weiterhin die jährliche Krebsfrüherkennung vorgesehen und sinnvoll. Sie umschließt die gynäkologische Untersuchung, bei der nach erkennbaren Veränderungen im Intimbereich, in der Vagina und am Muttermund sowie nach tastbaren, auffälligen Befunden der Gebärmutter und der Eierstöcke gesucht wird. Außerdem gehört das Abtasten der Brust und der Achselhöhlen dazu.

Nur noch alle drei Jahre jedoch wird der bewährte Pap-Abstrich aus dem Gebärmutterhals genommen. Dabei sucht der Arzt nach auffälligen Zellen im Abstrich, die auf Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses hinweisen können, und er sucht nach krebsverdächtigen Veränderungen in der Gebärmutter selbst. Zusätzlich wird nunmehr das beim Pap-Abstrich gewonnene Material auch auf Humane Papilloma-Viren (HPV) untersucht, die in seltenen Fällen zu bösartigen Veränderungen der infizierten Zellen führen können.

Wenn entweder der Zellabstrich oder der HPV-Test oder beide auffällig sind, bittet der Arzt die Frau zu einer Kontrolluntersuchung, gegebenenfalls zu einer weiterführenden Diagnostik. So war es schon bisher, mit dem Unterschied, dass der HPV-Test früher erstmalig bei der Abklärung verdächtiger Vorbefunde erfolgte. Da das Virus häufig die Scheide besiedelt, ohne eine Infektion beziehungsweise eine Zellveränderung zu verursachen, steht zu befürchten, dass es künftig unnötig viele Kontrolluntersuchungen gibt.

Der Berufsverband der Frauenärzte hält die Einführung des HPV-Tests in die Früherkennung für unsinnig. Und er sieht die Verlängerung der Intervalle für den Pap-Abstrich als Risiko an. Über 90 Prozent der an Gebärmutterhalskrebs erkrankten Frauen hätten nämlich zuvor die Krebsfrüherkennungsuntersuchung nicht oder nur unregelmäßig wahrgenommen. Somit müsse nicht etwa der Test verändert, sondern die Teilnahmerate verbessert werden.

15.03.2020, Radon: Kaum bekannt, aber allgegenwärtig

Bei Radon handelt es sich um ein Edelgas, das quasi unter unseren Füßen im Erdboden entsteht. Von dort gelangt es in Wasser und Wohnhäuser. Eigentlich keine große Sache, wenn dieses Edelgas nicht radioaktiv und damit krebserregend wäre. Welche Gegenden Deutschlands als Risikogebiete gelten, verrät die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Gleich nach Zigarettenrauch gilt Radon hierzulande als zweitgrößtes Risiko für Lungenkrebs. Experten schätzen, dass etwa einer von 20 Todesfällen durch diese Krebsart auf das Edelgas und seine Zerfallsprodukte in der Raumluft zurückzuführen ist. Und das obwohl Radon selbst nur eine sehr kurze Halbwertszeit von 3,8 Tagen besitzt, also nach 3,8 Tagen die Hälfte davon zerfallen ist. Allerdings verschwindet die Strahlung dadurch nicht, denn die Zerfallsprodukte strahlen ebenfalls radioaktiv. Sie lagern sich an Staubteilchen in der Luft, die nach dem Einatmen das Lungengewebe schädigen und auf längere Sicht Tumoren verursachen können.

Aber wie kommt das Radon in die Innenraumluft? Das Gas entsteht durch radioaktiven Zerfall über Zwischenstufen aus den im Gestein in Spuren fast allgegenwärtigen Uran und Thorium. Dann dringt es beispielsweise durch winzige Risse im Mauerwerk und im Boden.

Die Menge an Radon in der bodennahmen Luft unterscheidet sich von Region zu Region. Im Allgemeinen ist die Belastung in Süddeutschland höher als im Norden, in Gebirgen und Mittelgebirgen höher als in der Ebene. Wer genauer wissen möchte, wie hoch die Werte in den eigenen vier Wänden liegen, braucht dazu ein spezielles Messgerät. Sogenannte aktive Messgeräte können die aktuelle Radonkonzentration messen, passive Geräte bestimmen über Wochen oder Monate einen Mittelwert der Strahlenbelastung. Diese Geräte kann man gegen Gebühr bei Auswertungsstellen ausleihen.

Die einfachste Maßnahme, die Radon-Konzentration in der Raumluft zu senken, besteht in regelmäßigem Stoßlüften. Undichte Stellen im Mauerwerk abzudichten, trägt ebenfalls dazu bei. Darüber hinaus lässt sich radonhaltige Bodenluft unter oder neben dem Gebäude absaugen. Den Erfolg dieser Maßnahmen am besten immer durch Messungen überprüfen.

1.3.2020, Die Apotheke bringt‘s

In Deutschland sind über 100 000 verschiedene Arzneimittel auf dem Markt. Selbst große Apotheken können nicht alle auf Lager haben. Doch Apotheker können benötigte Präparate innerhalb weniger Stunden besorgen. Damit der Patient nicht noch einmal zu kommen braucht, bieten viele Apotheken einen Botendienst an. Seit Oktober 2019 hat sich dieser Service für den Kunden sogar noch verbessert, teilt die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe mit.

Bislang sah der Gesetzgeber vor, dass Apotheken nur im begründeten Einzelfall nach Hause liefern dürfen. Zum Beispiel dann, wenn die Präparate nicht sofort verfügbar sind oder der Patient nicht in die Apotheke kommen kann, weil er bettlägerig ist. Etwa 250 000 solcher Botendienste haben die deutschen Apotheken im Jahr 2018 täglich und in der Regel unentgeltlich angeboten.

Durch eine neue gesetzliche Regelung in der Apothekenbetriebsordnung ist der Botendienst seit Ende Oktober 2019 eine Regelleistung. Das heißt, er ist nicht mehr nur in begründeten Ausnahmen, sondern generell auf Kundenwunsch zulässig. Kunden und Patienten können die gewünschten Arzneimittel in der Vor-Ort-Apotheke ihrer Wahl bestellen, dort abholen beziehungsweise sich durch den Apothekenbotendienst liefern lassen. Die Lieferung durch die Vor-Ort-Apotheke erfolgt schnell und unkompliziert bis an die Haustür und bietet einen entscheidenden Vorteil: Bei Fragen oder Schwierigkeiten steht der Apotheker, wie gewohnt, beratend und persönlich zur Seite.

Geliefert werden darf nur durch weisungsgebundenes Personal der Apotheke, also nicht durch einen Paketboten. Eine ausreichende Beratung – gegebenenfalls bei der Auslieferung des Arzneimittels – muss sichergestellt sein. Zur Gewährleistung der Wirksamkeit und Qualität von besonders temperaturempfindlichen Arzneimitteln gibt es eine Pflicht, die Temperatur zu kontrollieren.

Der Botendienst könnte durch die geänderten gesundheitspolitischen Vorgaben einen spürbaren Bedeutungszuwachs erleben. Manche Experten sehen ihn als vielversprechendes Instrument zur Behauptung der Vor-Ort-Apotheke. Denn der persönliche Kontakt durch den Apotheker und sein Team sind nach wie vor gegeben.

15.02.2020, GERDA: Eine Blaupause für das E-Rezept

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet unaufhörlich voran. Nach der Telemedizin soll in Zukunft das elektronische Rezept folgen. In wie weit dabei das Pilotprojekt GERDA helfen kann, erklärt Dr. Günther Hanke, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

GERDA steht für „Geschützter E-Rezept-Dienst der Apotheken“, der von der Netzgesellschaft Deutscher Apotheker (NGDA) entwickelt wurde. Seit dem 7. November 2019 sind Ärzte, die an der telemedizinischen Behandlungsplattform docdirekt der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg teilnehmen, in der Lage, elektronische Rezepte auszustellen und über GERDA an Patienten und Apotheken zu schicken. Daran teilnehmen können gesetzlich Versicherte in Stuttgart und im Landkreis Tuttlingen.

Wie läuft diese telemedizinische Behandlung und Rezeptausstellung? „Der Patient ruft bei einem Telefondienst der KV an und spricht zunächst mit einer medizinischen Fachangestellten, die den Fall an die beteiligten Teleärzte weitergibt. Er bekommt dann vom zuständigen Telearzt eine Nachricht für einen Beratungstermin per Video. Der Telearzt kann nach dem Gespräch bei Bedarf ein E-Rezept ausstellen und es auf dem sicheren GERDA-Server ablegen. Der Patient wiederum sieht das E-Rezept in der docdirekt-App auf seinem Handy. Er sieht auch, welche Apotheken sich an dem System beteiligen, und kann die für ihn passende auswählen. GERDA übermittelt das verschlüsselte E-Rezept dann dorthin.

In der Chat-Funktion sieht Hanke einen großen Vorteil des E-Rezepts für den Patienten. „Sie ermöglicht der Apotheke, direkt mit dem Patienten in Kontakt zu treten. So kann die Apotheke rückmelden, wann die entsprechenden Medikamente verfügbar sind – also sofort, in drei oder vier Stunden oder erst morgen früh. Das erspart unnötige Wege.“

GERDA soll in Zukunft die Blaupause für das E-Rezept auf Bundesebene werden. Hanke: „Das lokale Projekt in Baden-Württemberg sowie ein ähnliches, ebenfalls auf GERDA basierendes in Berlin können durchaus bundesweit als Vorbild dienen. Sein Grundprinzip ist wichtig: Dass mit dem Rezept kein Unfug betrieben werden kann, wie etwa das Makeln von Rezepten. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn eine Kasse bei einem E-Rezept unter der Voraussetzung Rabatt gewährt, dass sie die Apotheke aussuchen kann, die ein Medikament liefert. Die Apotheker wollen auch weiterhin, dass der Patient Herr seiner Daten ist.“

1.2.2020, Nie mehr gelber Zettel

Ab 2022 sollen ärztliche Krankschreibungen nur noch elektronisch erfolgen. Das ist Teil eines Gesetzentwurfes zur Entbürokratisierung. Wie dann die Krankschreibung durch den Arzt funktionieren soll, beleuchtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe. Dr. Sabine Hepperle, Abteilungsleiterin für Mittelstandspolitik und Bürokratieentlastung beim Bundeswirtschaftsministerium, kennt die anstehenden Änderungen.

Wie soll dem Gesetzentwurf zufolge die Krankschreibung durch den Arzt künftig für den Arbeitnehmer ablaufen?
Hepperle: Ab dem 1. Januar 2022 erfolgt die Übermittlung der Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung im Verhältnis behandelnder Arzt – Krankenkasse – Arbeitgeber nur noch digital über das elektronische Meldeverfahren. Der behandelnde Arzt meldet die Daten über die Arbeitsunfähigkeit an die Krankenkasse des Arbeitnehmers. Die Krankenkasse stellt dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeitsdaten zum elektronischen Abruf bereit. Der Datenschutz der Arbeitnehmer bleibt gewahrt: der »gelbe Zettel« wird lediglich digitalisiert, an den Angaben ändert sich aber nichts.

Welche Vorteile hat die geplante Neuregelung für den Arbeitnehmer?
Hepperle: Von dem elektronischen Meldeverfahren profitieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer muss während seiner Erkrankung nicht mehr dafür sorgen, dass der gelbe Zettel rechtzeitig bei seinem Arbeitgeber eintrifft, und er spart auch das Porto. Der Arbeitgeber wird entlastet, indem er die Angaben der gelben Zettel nicht manuell in seine Systeme einarbeiten muss.

Wer trägt die Konsequenzen, wenn bei der elektronischen Weiterleitung der Arbeitsunfähigkeitsmeldung etwas schiefgeht und diese nicht rechtzeitig vorliegt?
Hepperle: Für den Arbeitnehmer entfällt die Pflicht zur Vorlage der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei seinem Arbeitgeber. Er ist künftig nur noch verpflichtet, seine Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer feststellen zu lassen. Natürlich muss er sich auch weiterhin bei seinem Arbeitgeber sofort krankmelden. Sollte die Übermittlung der Daten im Einzelfall einmal nicht reibungslos verlaufen, bleibt es dem Arbeitnehmer weiterhin möglich, seine Erkrankung durch eine schriftliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nachzuweisen. Der Arbeitnehmer erhält auch über den 1. Januar 2022 hinaus stets eine Papierversion des gelben Zettels von seinem behandelnden Arzt. Damit bleibt dem Arbeitnehmer die Papierbescheinigung erhalten, falls beispielsweise über das Vorliegen der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Streit entsteht.

15.1.2020, Männer: Verschlusssache Beckenboden

Beschwerden im Beckenbodenbereich sind nicht nur ein Frauenthema. Auch harten Kerlen kann diese Muskelgruppe beim Toilettengang zum Verhängnis werden. Wie dann angespannte Muskeln gezielt gelockert werden, darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Der Beckenboden ist ein Muskelpaket, groß wie zwei Hände nebeneinander. Er verschließt das Becken nach unten und hält dadurch die Organe in ihrer Position. Außerdem stützt er und hilft dabei, den Rücken aufrechtzuhalten. „Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, nach vorne die Blase und nach hinten den Darm zu verschließen«, sagt der Urologe Privatdozent Dr. André Reitz, der im Kontinenzzentrum Hirslanden in Zürich arbeitet. »So wie andere Muskeln können auch diejenigen des Beckenbodens gut oder schlecht trainiert sein. Weil man sie aber nicht sieht, fällt es schwer, sie richtig anzuspannen. Oft sind die Muskeln so verkrampft, dass sich Blase oder Darm nur schwer öffnen, um sich zu entleeren“. Seine Kollegin Dr. Salima Nachite- Berges, Leiterin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am Marien Hospital in Düsseldorf, ergänzt: „Auch Erkrankungen der Nerven können zu Buche schlagen. Die klassische Männererkrankung Prostatavergrößerung kann zu Entleerungsstörungen, Irritationen bei der Arbeit des Beckenbodens und zu Harninkontinenz führen. Hierbei behindert die Prostata den Blasenauslass und die Arbeit des Schließmuskels – oder ist beim Wasserlassen schlicht im Weg.“

Mit speziellen physiotherapeutischen Übungen, unterstützt durch Biofeedback-Methoden, werden verspannte Muskelgruppen des Beckenbodens gezielt angesteuert und aktiviert. So lässt sich etwa die Kraft und Ausdauer eines Harnröhrenschließmuskels, der nach einer Prostata-Operation geschwächt ist, trainieren.

Sollte das Training keinen Erfolg bringen, kann auch ein Beckenbodenschrittmacher, der die Beckennerven stimuliert, bei Entleerungsstörungen helfen. Außerdem stehen den Spezialisten verschiedene maßgeschneiderte Schließmuskel-Prothesen zur Verfügung, die operativ eingesetzt werden können.

1.1.2020, Apothekertipp: Welche Lebensmittel Arzneimittel beeinflussen

Dass Alkohol die Wirkung von Medikamenten behindern kann, ist den meisten Patienten bekannt. Doch auch Milchprodukte, Grapefruit, Lakritz und grüner Salat vertragen sich mit bestimmten Medikamenten nicht gut. Die Neue Apotheken Illustrierte fasst in ihrer aktuellen Ausgabe die wichtigsten Lebensmittel zusammen, die Medikamentenwirkungen beeinflussen können.
Milchprodukte
Vor allem bestimmte Antibiotika wie etwa Tetracycline wirken in Verbindung mit Calcium schlechter. Der Milchstoff ist zum Beispiel in Quark, Joghurt und Milch enthalten. Auch Osteoporose-Patienten müssen wachsam sein: An den Tagen, an denen sie sogenannte Bisphosphonate einnehmen, dürfen sie konsequent mindestens eine Stunde vor und mindestens zwei Stunden nach der Arzneimitteleinnahme keine calciumhaltigen Produkte essen, da der Körper die Wirkstoffe sonst nicht verwerten kann. Auch einige Medikamente gegen Parkinson darf man nicht mit eiweißhaltigen Nahrungsmitteln kombinieren.
Grapefruit
Die Grapefruit hat es in sich: Bereits kurze Zeit nach dem Konsum der Frucht oder einem Saft verhält sich der Stoffwechsel in Hinblick auf die Wirkung vieler Arzneimittel fast unkalkulierbar. Besonders bei Arzneimitteln gegen Erektionsstörungen mit dem Wirkstoff Sildenafil, bei einigen Cholesterinsenkern, die den Wirkstoff Simvastatin enthalten, Zolpidem enthaltenden Schlafmitteln oder bei Blutdruckmitteln mit Amlodipin und Verapamil ist große Vorsicht geboten.
Lakritz
Bluthochdruckpatienten müssen bei größeren Mengen Lakritz aufpassen. Die Süßigkeit kann zu einer Veränderung des Mineralstoffwechsels mit Natriumanreicherungen und Kaliumverlusten führen. Die Folge: Muskelschwäche und Wassereinlagerungen im Gewebe. Neben Patienten mit Bluthochdruck verzichten möglichst auch Herz-Kreislauf-Patienten, Diabetiker und Schwangere auf Lakritz.
Salat
Vitamin K benötigt der Körper für die Blutgerinnung. Diese Eigenschaft machen sich Blutgerinnungshemmer zunutze: Die sogenannten Vitamin-K-Antagonisten blockieren die Wirkung von Vitamin K und reduzieren auf diese Weise die Blutgerinnung. Patienten, die blutgerinnende Medikamente einnehmen, achten deshalb am besten auf ihre Ernährung. Vitamin-K-reiche Lebensmittel wie Salat, Spinat, Grünkohl oder Rosenkohl setzen die Wirkung dieser Arzneimittel herab und werden lieber nur in Maßen verzehrt.

15.12.2019, Nachgefragt beim Apotheker: Helfen Nikotinersatzprodukte beim Rauchstopp?

Mit Blick auf die Gesundheit gibt es keine Argumente, die für Rauchen sprechen. Nikotinersatzprodukte helfen beim Rauchstopp. Wie und welche Präparate wann sinnvoll sind, erklärt Apotheker Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Warum fällt der Rauchstopp so schwer? Benkert: Neben einer körperlichen Abhängigkeit geht es beim Rauchen oft schlicht um Gewohnheit. Vor einem Rauchstopp sollte man sich klarmachen, welche Gewohnheiten man mit dem Rauchen verbindet und wie diese ersetzt werden können. Ist das Rauchen an bestimmte Situationen gekoppelt, sollte man neue Rituale finden. Zum Beispiel, sich nach dem Essen die Zähne zu putzen. Ist das Verlangen nach der Zigarette an Schlüsselreize wie Kaffee gebunden, hilft es, in der ersten Zeit auf ein anderes Getränk umzusteigen.

Inwiefern können Nikotinersatzprodukte den Rauchstopp unterstützen? Benkert: Rezeptfreie Arzneimittel mit Nikotin können die körperlichen Entzugssymptome wie Unruhe oder Reizbarkeit mildern. Nikotinersatzmittel sind nur für eine Übergangszeit gedacht. Sie reichen allein meist nicht aus, um sich dauerhaft von der Zigarette zu verabschieden. Wer aufhören will, muss vor allem seine innere Einstellung ändern.

Welche Nikotinersatzprodukte gibt es? Welche sind wann sinnvoll? enkert: Welche Darreichungsform empfehlenswert ist, ist abhängig vom Rauchverhalten. Kaugummis eignen sich vor allem für Raucher, die zu bestimmten Gelegenheiten geraucht haben. Nikotinpflaster eignen sich eher für Raucher, die regelmäßig über den ganzen Tag geraucht haben. Wer mit dem Rauchen aufhören will, kann sich in seiner Apotheke individuell beraten lassen.

2.12.2019, Die besten Hautpflege-Tipps für den Winter

Die kalte Jahreszeit ist für unsere Haut eine echte Belastungsprobe. Wind und Wetter setzen deren Hydrolipidmantel ordentlich zu. Damit die Haut unbeschadet aus den Herbst- und Wintermonaten hervorgeht, hat die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe Pflegetipps für den „Winterfest-Modus“ zusammengestellt.

So, wie wir mit einer Sommer- und Wintergarderobe auf die unterschiedlichen Temperaturen reagieren, hat auch unsere Haut jahreszeitenabhängig verschiedene Bedürfnisse. In den kühleren Herbst- und erst recht Wintermonaten braucht es eine fett- und feuchtigkeitsreichere Pflege, um den Hydrolipidmantel zu stärken. Eine passende Pflege stärkt die Hautbarriere, damit ihr die wechselhaften Witterungsverhältnisse nicht allzu sehr zusetzen und die Haut geschmeidig und elastisch bleibt.

Die richtigen Produkte wählen: Empfehlenswert sind zum Beispiel Produkte mit Omega-Fettsäuren, Mandel-, Nachtkerzen- oder Jojobaöl. Harnstoffenthaltende Zubereitungen halten die Feuchtigkeit. Auf Peelings, Gesichtsbürsten und alkoholhaltige Gesichtswässer verzichtet man im Winter besser, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen.

Konsequent cremen: Wer zu trockener Haut neigt, tut gut daran, sie jeden Tag einzucremen, am besten zweimal. Mitunter empfiehlt es sich, eine spezielle Creme für die Nacht zu verwenden, die noch reichhaltiger als die Tagespflege ist.

Duschöle verwenden: Beim Duschen verwendet man am besten Duschöle anstelle von Duschgelen. Diese wirken rückfettend und trocknen die Haut weniger aus als herkömmliche Zubereitungen. Nicht vergessen: nach der Dusche mit einer Öl-in-Wasser-Emulsion eincremen.

An den Sonnenschutz denken: Im flachen Land benötigt man im Winter keinen Sonnenschutz. Anders sieht es aus, wenn man etwa zum Skifahren oder Wandern in die Berge fährt. Denn pro 1 000 Höhenmeter nimmt die UV-Strahlung um etwa 20 Prozent zu. Ein ausreichender Sonnenschutz am besten mit Lichtschutzfaktor 50 darf dort also nicht fehlen. Dabei die Lippen mit ihrer zarten Haut nicht vergessen, sie lässt sich mit extra Pflegestiften gut versorgen – in den Bergen welche mit Lichtschutzfaktor wählen.

15.11.2019,Darmkrebvorsorge: die wichtigsten Fragen und Antworten

Darmkrebs wächst sehr langsam, ohne dass Betroffene ihn bemerken. Umso wichtiger ist es, an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen. Seit Juli dieses Jahres erhalten alle gesetzlich versicherten Männer und Frauen ab 50 Jahren eine schriftliche Einladung. Wie geht es dann weiter? Die Neue Apotheken Illustrierte informiert in ihrer aktuellen Ausgabe über die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum ist die Darmkrebs-Früherkennung wichtig?
Viele der jährlich neu auftretenden Darmkrebsfälle ließen sich durch eine rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung vermeiden oder eher feststellen. Darmkrebs entsteht sehr häufig aus Darmpolypen, zunächst gutartigen Wucherungen der Darmwand, die bei einer Darmspiegelung entfernt werden können, bevor sie möglicherweise bösartig werden. Die Darmspiegelung ist die zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs.

Wozu dient der Stuhltest?
Blutspuren im Stuhl weisen auf Darmpolypen oder Krebs hin. Der immunologische Stuhltest weist solche Spuren nach. Zur Darmkrebs-Früherkennung ist er jedoch weniger zuverlässig als eine Darmspiegelung. Ist der Test auffällig, wird das Ergebnis durch eine Darmspiegelung abgeklärt. Den Stuhltest erhält man bei Hausärzten, Gynäkologen, Urologen oder Internisten.

Was wird bei der Darmspiegelung gemacht?
Nach einer Vorbereitung durch die Einnahme von Abführmitteln wird der Dickdarm mit einem etwa 1,5 Meter langen, flexiblen Schlauch von etwa einem Zentimeter Durchmesser untersucht. Neben einer Lichtquelle und einer hochauflösenden Minikamera befinden sich an dem Schlauch auch Geräte, mit denen sich etwaige Polypen direkt entfernen lassen. Die Untersuchung dauert meist 15 bis 25 Minuten, wenn Polypen entfernt werden, etwas länger. Die Ärzte entdecken dabei 95 bis 97 Prozent aller Tumoren. Eine Darmspiegelung führen nur Fachärzte mit entsprechender Qualifikation durch, meistens Gastroenterologen.

Was ist mit Menschen, die jünger als 50 sind?
Wenn bei ihnen ein höheres Risiko vorliegt, können sie schon in jüngerem Alter eine Darmspiegelung durchführen lassen. Das gilt etwa, wenn Eltern oder Geschwister bereits an Darmkrebs erkrankt sind. Angehörige können sich von ihrem Arzt beraten lassen. Gleiches gilt für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Auch Personen, die schon längere Zeit unter Darmproblemen wie einem veränderten Stuhlgang leiden, sollten einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.

1.10.2019, Checkliste Rezept

Warum bekommt der Patient in der Apotheke nicht in jedem Fall das auf dem Rezept verordnete Medikament? Die Neue Apotheken Illustrierte klärt in ihrer aktuellen Ausgabe auf.

Bevor der Apotheker das Medikament aushändigt, muss er verschiedene Dinge prüfen. Dabei helfen ihm elektronische Arzneimittel-Datenbanken, auf die er in Sekundenschnelle zugreifen kann. Danach weiß er, welches Präparat er abgeben kann, wie viel der Patient dafür bezahlen muss und kann ihm dies auch erläutern. Folgende Punkte sind dabei wichtig:

  • Die Zuzahlung: Pro verschriebenem Arzneimitteln muss jeder Patient zehn Prozent des Preises zuzahlen. Mindestens sind es fünf Euro, höchstens zehn Euro.
  • Das Alter: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren brauchen generell keine Zuzahlung zu leisten.
  • Die Krankenkasse: Je nachdem, bei welcher Kasse der Patient versichert ist, bekommt er nicht das verordnete, sondern ein wirkstoffgleiches Präparat in derselben Stärke und Packungsgröße ausgehändigt. Das liegt an den Rabattverträgen, die jede Krankenkasse zu vielen Wirkstoffen einzeln mit Arzneimittel-Herstellern aushandelt. Bei Rabattarzneimitteln können die Kassen ganz oder zur Hälfte auf die gesetzliche Zuzahlung verzichten.
  • Der Preis des Medikaments: Bei Medikamenten, bei denen die Kasse keinen Rabattvertrag geschlossen hat, gilt der sogenannte Festbetrag. Unterliegt ein Wirkstoff dieser Regelung, bezahlen die Kassen für ein entsprechendes Arzneimittel nicht mehr als einen dafür festgelegten Höchstbetrag. Kostet ein verschriebenes Präparat mehr, muss der Patient den Aufpreis selbst tragen – zusätzlich zur Zuzahlung. Oder er wählt ein gleichartiges Präparat aus, das im Preis unter dem Festbetrag liegt und nichts zusätzlich kostet. Liegt es mehr als 30 Prozent unter dem Festbetrag, kann die Zuzahlung sogar entfallen.
  • Befreit oder nicht? Patienten, die mehr als zwei Prozent ihres Jahresbruttoeinkommens für Arzneimittelzuzahlungen und andere Kassenleistungen ausgeben, befreit die Krankenkasse von der Rezeptgebühr. Bei chronisch Kranken gilt ein Prozent. Der Arzt kann das dafür vorgesehene Feld auf dem Rezept ankreuzen oder der Patient legt in der Apotheke seinen Befreiungsausweis vor. Für Aufzahlungen zu Präparaten, die teurer als der Festbetrag sind, gilt diese Befreiung nicht.

15.9.2019, E-Rezept kann beginnen

Die elektronische Gesundheitskarte gibt es bereits seit 1995. In Sachen Rezept läuft bislang alles noch auf Papier. Das soll sich ändern, Dr. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbands Schleswig-Holstein, klärt in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten auf, ab wann Rezepte in der Apotheke elektronisch eingelöst werden können.

Das E-Rezept soll das Papierrezept ablösen, das derzeit alle gesetzlich krankenversicherten Patienten von ihrem Arzt bekommen und in der Apotheke einlösen. Die Voraussetzungen dafür, also die elektronische Infrastruktur, möchte man bis Mitte 2020 schaffen, erklärt Froese. Dann wird es eine lange Phase geben, in der beide Rezepte parallel nebeneinander existieren, bevor das E-Rezept das Papierrezept komplett ablöst.

„Der Deutsche Apothekerverband hat die Federführung des bundesweiten Projekts zusammen mit den Ärzten und Krankenkassen übernommen. Die Apotheker setzen sich dafür ein, dass das E-Rezept nach wie vor den Charakter einer Urkunde haben muss, die fälschungssicher sein muss. Außer Arzt, Apotheker und Patient darf sich niemand unberechtigt Zugriff verschaffen“, erklärt Froese. Zudem müssten die Rahmenbedingungen so gewählt sein, dass jeder Patient nach wie vor seine Apotheke frei wählen kann.

Froese: „Für die Patienten soll die elektronische Übermittlung ihres Rezepts einen konkreten Nutzen haben. Patienten können ihre ärztliche Verordnung künftig damit besser verwalten und einfacher an die Apotheke ihrer Wahl geben. Aber auch für Ärzte und Apotheker kann das E-Rezept Vorteile bringen. Aufwendige Rücksprachen aufgrund fehlerhaft bedruckter rosa Rezepte gehören dann der Vergangenheit an. Elektronische Prüfungen können Ungereimtheiten vorab ausschließen.“

1.9.2019, Datenbank für Arzneimittel

Apotheker sind die Spezialisten für Arzneimittelfragen. Aber selbst sie stoßen manchmal bei zehntausenden Arzneimitteln an ihre Grenzen. Hier hilft ihnen eine spezielle Datenbank. Die Neue Apotheken Illustrierte stellt in ihrer aktuellen Ausgabe das „Arzneimittel-Alles-Wisser-System“ vor.

Um arzneimittelbezogene Probleme zu erkennen, zu bewerten und vor allem zu lösen, nutzen die Apotheken die sogenannte ABDA-Datenbank. Dahinter steckt ein umfassendes Informationssystem des apothekereigenen ABDATA Pharma-Daten-Service. Dieses System steht deutschlandweit einheitlich in allen öffentlichen Apotheken zur Verfügung. Es bietet wertvolle digitale Unterstützung in der persönlichen Arzneimittelberatung. Abgestufte Meldungen warnen, welche Arzneimittel man besser nicht miteinander kombiniert beziehungsweise was bei gleichzeitiger Gabe zu beachten ist. Auch Krankenhäuser und Arztpraxen nutzen mittlerweile diese Informationen.

Die Datenbank ständig auf dem aktuellen Stand zu halten, daran arbeiten mehr als 40 pharmazeutische Fachkräfte das ganze Jahr. Sie sammeln die weltweit verfügbaren Informationen zu allen in Deutschland zugelassenen Fertigarzneimitteln und vielen weiteren, in Apotheken vertriebenen Artikeln. Zudem bewerten sie diese und speisen die Informationen in das System ein.

Alle Inhalte der Datenbank werden regelmäßig 14-tägig aktualisiert. Wichtige Meldungen zur Arzneimittelsicherheit stehen bei Bedarf sogar mehrmals täglich zur Verfügung. Die Apotheken greifen auf diese aktualisierten Informationen rasch zurück – zum Wohle der Patienten.

14.8.2019, Notdienstnetz: Der schnellste Weg zum Medikament

Mit dem Rezept in die Apotheke und sein Medikament abholen, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Das klingt einfach. Doch dahinter steckt eine enorme Logistik. Wie funktioniert konkret der Nacht- und Notdienst von Deutschlands Apotheken? Die Neue Apotheken Illustrierte informiert in ihrer aktuellen Ausgabe.

Über 19 000 Betriebsstätten, davon 1 300 abwechselnd im Notdienst – so sieht das Apothekennetz in Deutschland aus. In einem zweistufigen System sorgen Apothekerorganisationen für einen stets aktuellen Datenbestand. Die 17 regionalen Apothekerkammern aktualisieren permanent die Daten der öffentlichen Apotheken in ihrem jeweiligen Bundesland. Auf Bundesebene fügt die Bundesapothekerkammer diese Daten zusammen. Dieser Datenpool ist im Hinblick auf Aktualität und Richtigkeit den Informationen aus gängigen Internetsuchmaschinen weit überlegen ist.

Und wie kommt der Patient an die Informationen? Eine Möglichkeit ist das Internet. Unter www.aponet.de finden Interessierte die nächstgelegene Apotheke, die Nach- oder Notdienst hat. Eine Karte unterstützt sie dabei zusätzlich. Mehr als 13 Millionen Mal klickten im vergangenen Jahr Interessierte diesen Service an. Für Smartphone und Tablets gibt es die Apothekenfinder-App. Sie lässt sich kostenlos aus den bekannten Stores herunterladen und eignet sich für die gängigen Gerätetypen.

Der Apothekenfinder steht auch ohne Internetverbindung überall in Deutschland zur Verfügung, zum Beispiel über das Handy. Einfach ohne Vorwahl die 22833 anrufen oder eine SMS mit der Postleitzahl des aktuellen Aufenthaltsortes schicken. Per Ansage beziehungsweise Antwort-SMS erhält man die benötigten Informationen. Die Kosten belaufen sich auf 69 Cent pro Minute beziehungsweise SMS. Auch über die kostenfreie Festnetznummer 0800 00 22833 erreichen Interessierte den Service rund um die Uhr.

1.8.2019, Prostata: PSA-Wert erleichtert Krebsfrüherkennung

Welchen Stellenwert hat der PSA-Wert in der Früherkennung von Prostatakrebs? Und welche Männer sollten den Wert regelmäßig überprüfen lassen? Über diese Fragen wird schon lange diskutiert. Jetzt besteht flächendeckend die Chance einer Einführung der PSA-Wert-Überprüfung. Über den Stand der Dinge hat sich die Neue Apotheken Illustrierte bei Professor Dr. Oliver Hakenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie, informiert.



Für Hakenberg nimmt der PSA-Wert einen großen Stellenwert bei der Früherkennung von Prostatakrebs ein. „Er ist dafür praktisch unverzichtbar“, sagt er im Gespräch mit der Neuen Apotheken Illustrierten. Die im Rahmen der sogenannten „gesetzlichen Vorsorge“ vorgesehene Tastuntersuchung allein entdecke nur tastbare Prostatakarzinome, die bereits eine deutliche Größe erreicht haben. Der PSA-Test aber könne tatsächlich eine Früherkennung leisten und Prostatakrebs lasse sich in einem gut therapierbaren Stadium viel früher erkennen.

Hakenberg empfiehlt genauso wie auch die Deutsche Gesellschaft für Urologie, ab dem 45. Lebensjahr einen PSA-Test machen zu lassen. „Wie oft er dann wiederholt werden sollte, hängt von der Höhe des PSA-Wertes ab, denn der sagt viel aus über das weitere Risiko, Prostatakrebs zu entwickeln. Liegt der erste PSA-Wert mit 45 Jahren zum Beispiel unter 1, dann reicht es, diesen alle vier bis fünf Jahre zu wiederholen. Liegt er über 3, dann sollte er jährlich wiederholt werden – immer zusammen mit der Tastuntersuchung. Diese Früherkennungsuntersuchung muss man auch nicht bis zum Lebensende durchführen, sondern solange man Männer mit Prostatakrebs auch aktiv durch Operation oder Bestrahlung behandeln würde. Als Faustregel braucht man daher ab dem 75. Lebensjahr keine Früherkennung für das Prostatakarzinom mehr“, rät der Experte.

Derzeit lässt der Gemeinsame Bundesausschuss prüfen, inwieweit ein flächendeckender PSA-Test zur Krebsfrüherkennung einen Nutzen hätte. Je nach Ergebnis würde die flächenweite Überprüfung bis 2022 Kassenleistung. Dem steht Hakenberg positiv gegenüber.

15.7.2019, Mehr Schutz vor gefälschten Arzneimitteln

Bereits seit Februar läuft das neue Fälschungs-Sicherheitssystem für Arzneimittel „securPharm“. Wie ist das neue System in Deutschlands Apotheken angelaufen? Geschäftsführer Martin Bergen blickt in der Neuen Apotheken Illustrierten auf die ersten Monate zurück.

Wie genau macht securPharm Arzneimittel sicherer?
Bergen: Die Packungen verschreibungspflichtiger Arzneimittel, die Hersteller neu in den Verkehr bringen, erhalten zwei zusätzliche Sicherheitsmerkmale. Die Apotheke prüft sie direkt vor der Abgabe an den Patienten. Für Patienten bedeutet das einen noch besseren Schutz vor gefälschten Arzneimitteln in Apotheken und Kliniken.

Wie sehen diese beiden Sicherheitsmerkmale aus?
Bergen: Zum einen ein Erstöffnungsschutz, durch den die Unversehrtheit einer Packung erkennbar ist. Zum anderen eine individuelle Packungsnummer, die jede Packung zum Unikat macht. Über das securPharm-System prüfen Apotheken die Packungen anhand der Sicherheitsmerkmale direkt vor der Abgabe an den Patienten auf ihre Echtheit.

Welche Bilanz ziehen Sie für die ersten Monate?
Bergen: Der Start verlief gut, das heißt, alle Akteure der Arzneimittelversorgung, die einen Antrag zur Anbindung an das System gestellt haben, waren vollzählig angebunden. Das securPharm-System läuft seitdem stabil. Unsere Server verarbeiten an jedem Werktag mehr als eine Million Prüfanfragen. Wir beobachten auch, dass der Anteil von Packungen mit den neuen Sicherheitsmerkmalen kontinuierlich steigt. Das zeigt, dass die pharmazeutischen Unternehmen neue Packungen zügig mit den Sicherheitsmerkmalen ausstatten. Unsere Bilanz für die Zeit nach dem Systemstart fällt also überwiegend positiv aus.

Wie viele Länder beteiligen sich?
Bergen: Zunächst gingen in 26 EU-Mitgliedstaaten sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein die Sicherheitssysteme in Betrieb. Bis 2025 kommen dann auch die Systeme Italiens und Griechenlands dazu.

Wie hoch war der Aufwand, das System zu installieren?
Bergen: Das Projekt gehört zu den größten Infrastrukturprojekten der Arzneimittelversorgung in Europa. Allein für Deutschland mussten die Arzneimittelhersteller die Fertigung von fast 60 000 unterschiedlichen Produkten so umstellen, dass sie die neuen Sicherheitsmerkmale erhalten. Rund 22 000 Hersteller, Apotheken, Großhändler und Kliniken wurden an das securPharm-System angebunden.

1.7.2019, Insektenstiche: Erste Hilfe aus der Apotheke

Stechende Insekten wie Mücken, Bremsen oder Wespen begleiten uns vielerorts durch den Sommer. Welche Hilfe die Apotheke gegen die Beschwerden durch Insektenstiche bereithält, verrät Dr. Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Alle Insektenstiche haben eines gemeinsam: Geraume Zeit nach dem Einstich fangen sie an, unerträglich zu jucken. Leicht gerät man in einen „Juck-Kratz-Teufelskreis“, der die Beschwerden nur potenziert. Außerdem steigt durch Kratzen die Infektionsgefahr; Bakterien könnten dabei in die Wunde gelangen. Deshalb empfiehlt Apotheker Münch, die Einstichstelle sofort zu kühlen. Das verhindert auch, dass sich die Giftstoffe ausbreiten. Geeignet sind Cold-Packs, die mit einem dünnen Tuch umwickelt werden, Kompressen mit essigsaurer Tonerde oder verdünntem Isopropylalkohol. Eine frisch angeschnittene Zwiebel oder Honig haben den gleichen Effekt.

Den Stich örtlich mit von konzentrierter Wärme zu behandeln, ist eine gute Möglichkeit, Juckreiz und Schmerz zu verhindern, sagt Münch. Möglich ist das mithilfe eines elektrischen, stiftförmigen Gerätes, das direkt nach dem Stich für drei bis fünf Sekunden auf die Haut gedrückt wird. Dabei werden lokal Temperaturen zwischen 50 und 53 Grad Celsius erzielt, was die Bestandteile des Insektengiftes zersetzen soll.

Antiallergische Gele oder Cremes mit Bamipin, Dimetinden, Clemastin oder Chlorphenoxamin wirken abschwellend und sind auch für die sofortige Selbstbehandlung eines Insektenstichs geeignet. Gelgrundlagen oder Roll-on-Stifte wirken zusätzlich kühlend – erst recht, wenn man sie im Kühlschrank lagert. Zubereitungen mit 0,25 oder 0,5 Prozent Hydrocortison nehmen die Entzündung, eignen sich aber nicht für Kinder unter sechs Jahren.

Münch rät zum Arztbesuch, wenn ein Stich länger als drei Tage wehtut, wenn er eitert, man sich krank fühlt oder die Lymphknoten geschwollen sind. Wenn man in den Mund- oder Rachenraum gestochen wurde, ist der sofortige Arztbesuch erforderlich. Denn eine Schwellung kann dort zu Atemnot führen.

15.6.2019, Sicher versorgt auch im Ausnahmezustand

Patienten erhalten in ihrer Hausapotheke immer ihre notwendigen Arzneimittel – auch bei Stürmen, starken Schneefällen und Hochwasser. Das versichert Dr. Thomas Wellenhofer, Apotheker aus Freilassing und stellvertretender Ortsbeauftragter des Technischen Hilfswerks Berchtesgadener Land in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

„Apotheken spielen im Katastrophenfall eine wichtige Rolle. Denn sie müssen über einen Notfallvorrat an Arzneimitteln verfügen, der mindestens eine Woche lang reicht. Zudem bieten sie über den Nacht- und Notdienst eine Versorgung rund um die Uhr“, informiert Wellenhofer, der schon mehrere Jahrzehnte dem THW angehört.

„Denken Sie nur an die Überschwemmungen der vergangenen Jahre, an die schweren Stürme oder an die starken Schneefälle im zurückliegenden Winter. Es gab keine Engpässe bei Medikamenten“, listet Wellenhofer das Leistungsspektrum von Apotheken im Unglücksfall auf. Allerdings glaubt er, dass Patienten die Bedeutung des flächendeckenden Versorgungsnetzes der Apotheken unterschätzen.
Anders bei den Experten: „Bei den Katastrophenschützern haben die Apotheken ein ganz anderes Standing. So sieht der THW-Präsident Albrecht Broemme uns als Leuchttürme in der Versorgung der Bevölkerung, ob im Alltag oder im Ausnahmefall.“

1.6.2019, Neues Gesundheitsgesetz verbessert Versorgung mit Hilfsmitteln

Das kürzlich in Kraft getretene Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) regelt weit mehr als die schnellere Vergabe von Arztterminen. So soll auch wieder die Qualität bei der Versorgung von Hilfsmitteln wie beispielsweise Inkontinenzprodukten, Bandagen oder Kompressionsstrümpfen im Vordergrund stehen. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe von vorgesehenen Änderungen, die sich durch das Gesetz ergeben.

Im neuen Gesetz sieht Kai Kallbach, Bereichsleiter Arzneimittel und Hilfsmittel beim Deutschen Apothekerverband nun im Hilfsmittelbereich einen erfreulichen ersten Schritt in die richtige Richtung, der die Belange des Patienten wieder in den Mittelpunkt stellt. Denn bislang übten Krankenkassen einen starken Preisdruck durch Ausschreibungen aus. Dies ist künftig verboten. „Statt Ausschreibung mit exklusiver Zuschlagserteilung für einzelne Leistungserbringer steht künftig jedem Leistungserbringer – und damit vor allem auch wieder jeder Apotheke − die Versorgung der Patienten mit hochwertigen Hilfsmitteln offen“, erklärt Kallbach. Nun darf die Apotheke wieder selbst entscheiden, ob sie einem Vertrag zur Versorgung mit Hilfsmitteln beitreten möchte. „Die Versorgung von Hilfsmitteln und Arzneimitteln kann also wieder aus einer Hand erfolgen, mit der Fachkunde des Apothekers als Heilberufler.“

Der Hilfsmittelexperte nennt ein Beispiel aus der Praxis: „Eltern, bei deren kleinem Kind sich am Wochenende die Atemwege mit Schleim zugesetzt haben und die dringend ein Inhalationsgerät benötigen, durften bei ausgeschriebenen Inhalationsgeräten bisher nicht wohnortnah durch die Apotheke versorgt werden. Dies war allein dem exklusiven Ausschreibungsgewinner vorbehalten. Diese Zeiten sind nun zum Glück vorbei.“

1.5.2019, Arzneipflanzen gegen Prostataprobleme

In der zweiten Lebenshälfte bereitet das Wasserlassen so manchem Mann Probleme: Häufige Toilettengänge am Tag und in der Nacht sind die Folge. Meist liegt es an einer gutartig vergrößerten Prostata. In einem frühen Stadium können pflanzliche Arzneimittel gute Dienste leisten, berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe. Mit vier verschiedenen Wirkstoffen bzw. Wirkstoffgruppen aus dem Pflanzenreich lässt sich bei häufigen Harndrang, Startschwierigkeiten beim Wasserlassen, schwachem Harnstrahl und Nachträufeln etwas tun:

Sägepalmenfrüchte
Extrakte aus den Früchten der nordamerikanischen Sägepalme stoppen zwar nicht das Wachstum der Prostata, sie sollen aber die belastenden Symptome der Vergrößerung lindern können. Sie erleichtern das Wasserlassen, und die Patienten müssen nicht mehr so oft auf die Toilette.

Brennnesselwurzel
Extrakte aus der Brennnesselwurzel bessern Prostatabeschwerden. Wissenschaftler vermuten, dass das auf Wirkstoffe zurückzuführen ist, die die Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron drosseln. In Fertigpräparaten findet man Brennnesselwurzel auch mit Sägepalmfrüchten kombiniert.

Kürbissamen
Wer häufig Kürbissamen isst, soll der Prostatavergrößerung vorbeugen können. Extrakte aus den Samen werden auch legen die Beschwerden durch die Prostatavergrößerung eingesetzt, allerdings ist die wissenschaftliche Studienlage dazu bisher uneinheitlich.

Beta-Sitosterin
Dieser Inhaltsstoff findet sich in vielen Pflanzen. Seine Wirkung auf den Harnfluss bei vergrößerter Prostata soll darauf beruhen, dass er die Produktion von Dihydrotestosteron hemmt. In einem ähneln sich die Präparate mit Beta-Sitosterin und die anderen pflanzlichen Mittel: Insgesamt ist die Wirkung mild und zeigt sich erst bei einer Einnahme über mehrere Wochen.

Zu entsprechenden Präparaten und ihrer Anwendung beraten Apotheker. Ebenso beraten sie zu verschreibungspflichtigen Arzneistoffen, die man gegen die gutartige Prostatavergrößerung beziehungsweise ihre Symptome einsetzt.

15.4.2019, Apotheker raten: Warum Cortison ausgeschlichen werden muss

Am Ende eines Therapiezeitraums darf man Cortison nicht einfach absetzen. Patienten sollten es ausschleichen. Doch warum eigentlich? Und vielleicht noch wichtiger: Was passiert, wenn man sich nicht daran hält? Die Neue Apotheken Illustrierte gibt in ihrer aktuellen Ausgabe Antworten.

Unser Organismus arbeitet mit körpereigenen Steroidhormonen, die dem Cortison in Arzneiform sehr ähneln. Diese spielen eine wichtige Rolle, zum Beispiel beim Fett-, Zucker- oder Knochenstoffwechsel oder beim Mineralhaushalt. „Das körpereigene Hormon wird von der Nebennierenrinde gebildet – und zwar immer dann, wenn der Bedarf besteht“, erläutert Apothekerin Dr. Ursula Sellerberg von der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Führt man nun Kortison von außen zu, dann registriert der mit dem Gehirn verknüpfte Regelkreis Achtung! Es ist genug Kortison da und fährt die eigene Produktion herunter.“

Erhält der Körper diese Botschaft über einen längeren Zeitraum, bildet sich die Nebennierenrinde zurück, weil das Gewebe nicht mehr benötigt wird. „Das an sich ist noch nicht das Problem beim Absetzen“, sagt Sellerberg. Werde die Kortison-Zufuhr jedoch ruckartig gestoppt, müsse der Körper erst einmal realisieren, dass etwas fehlt und dass die Produktion wieder hochgefahren werden muss. Das dauert seine Zeit, und während dieser Phase kann ein Kortison-Mangel auftreten.

„Es kommt zu einem Steroid-Entzug, der sich durch Schwäche, Müdigkeit, Übelkeit oder Gelenkschmerzen bemerkbar machen kann. Der Blutdruck sinkt, man ist verwirrt“, erklärt Sellerberg. Darüber hinaus kann ein abruptes Absetzen dazu führen, dass die Krankheit, wegen der das Kortisonpräparat ursprünglich eingenommen wurde, erneut aufflammt. Deshalb setzt man Kortison, wenn man es nicht mehr benötigt, sehr langsam ab. In dieser Zeit kann sich die Nebennierenrinde langsam wieder aufbauen. Ab wann man genau ausschleichen sollte und wie langsam die Dosis zu reduzieren ist, entscheidet immer der Arzt. Es kann bis zu drei Monaten dauern.

15.3.2019, Zeitumstellung: Die Uhr tickt

Am letzten Sonntag im März wird wieder an der Uhr gedreht, und zwar von Winter- auf Sommerzeit gestellt. Und das nicht zum letzten Mal. Wie ist der aktuelle Stand bezüglich Zeitumstellung? Die Neue Apotheken Illustrierte klärt in ihrer aktuellen Ausgabe auf.

Die von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker schon für April 2019 angekündigte Abschaffung des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit lässt sich in der Europäischen Union so schnell nicht umsetzen. Anfang März entschied der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments als federführender Ausschuss im Gesetzgebungsprozess nun über ein Kompromiss-Papier und hat dabei 2021 als Ende für die Zeitumstellung ins Auge gefasst.

Hintergrund der Diskussionen über die Abschaffung der Sommer- und Winterzeit war eine nicht repräsentative Onlineumfrage der EU-Kommission im vergangenen Jahr. Mehr als 84 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer stimmten für ein Ende der Zeitumstellung. Mitgemacht haben damit weniger als ein Prozent der EU-Bürger. Allein drei Millionen Antworten kamen aus Deutschland, die meisten plädierten für eine dauerhafte Sommerzeit.

Zwar wird auf EU-Ebene entschieden, ob es den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit noch geben soll. Doch falle dieser dann weg, ist es Sache jedes einzelnen Landes zu entscheiden, welche Zeit dann dort tatsächlich gilt. Probleme macht die Koordinierung der einzelnen Länder. Denn dass es nur eine Zeit in Mitteleuropa geben soll, darin sind sich die EU-Länder einig. Zu vehement seien sonst die Auswirkungen auf Straßen-, Bahn-und Flugverkehr sowie Finanzmärkte.

Wissenschaftler begrüßen grundsätzlich die Abschaffung der zweimal jährlichen Zeitumstellung. Besonders die ersten drei Tage nach der Zeitumstellung bedeuten Stress für den Organismus. Das zeige sich an einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle, heißt es von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Rund ein Viertel der Bevölkerung hat nach Schätzungen der Fachgesellschaft Probleme mit der Zeitumstellung, und zwar im Frühjahr deutlicher als im Herbst – weil eine Stunde Schlaf wegfällt.

1.3.2019, Lieferengpässe: Folgen für Patienten gering halten

Ohne Frage gibt es in Deutschland eine hochwertige Arzneimittelversorgung. Dennoch kommt es vereinzelt zu Lieferengpässen. Was Apotheker tun, um Patienten dennoch gut zu versorgen, läutert Axel Pudimat, Apotheker aus Rostock und Vorsitzender des Apothekerverbands Mecklenburg-Vorpommern, in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Eine Umfrage der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker zeigt, dass es bei 90 Prozent der Apotheken innerhalb der vergangenen drei Monate zu Arzneimittelengpässen gekommen ist, die gesundheitliche Folgen für die Patienten gehabt haben könnten. Zu den dabei meist genannten Medikamenten zählen Blutdrucksenker wie Metoprolol, Schmerzmittel wie Metamizol und Diabetesmittel wie Liraglutid. Engpässe rund um den Blutdrucksenker Valsartan erlangten im vergangenen Jahr traurige Berühmtheit.

„Apotheken haben den Anspruch, dass aus Lieferengpässen bei einzelnen Medikamenten keine Versorgungsengpässe für ganze Patientengruppen entstehen“, erklärt Pudimat. „Wenn also ein bestimmtes Präparat nicht verfügbar ist, muss der Apotheker versuchen, ein wirkstoffgleiches Medikament zu beschaffen, oder mit dem Arzt telefonieren, ob man den Patient auf ein neues Präparat einstellen kann. Schließlich soll und darf kein Patient unversorgt bleiben.“

Pudimat hat darüber hinaus einen Vorschlag, der dafür sorgen könnte, dass viele Lieferengpässe gar nicht erst entstehen: „Es ist wichtig, dass Krankenkassen ihre Rabattverträge nicht nur mit einem, sondern mit möglichst drei Herstellern abschließen, damit die Apotheke auf Ersatzpräparate ausweichen kann. Grundsätzlich wünschen sich Apotheker auch mehr Transparenz und frühzeitige Informationen von den Herstellern. Dann können sich Ärzte, Apotheker und auch Patienten besser darauf einstellen, wenn ein Medikament fehlt.“

15.2.2019, Patient profitiert vom Medikationsplan

Je mehr Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel ein Patient einnimmt, desto größer die Gefahr, dass sie sich gegenseitig beeinflussen und die Wirkung in irgendeiner Weise verändert wird. Damit dies im Vorfeld abgeklärt werden kann, wurde der sogenannte Medikationsplan eingeführt. Die Neue Apotheken Illustrierte stellt in ihrer aktuellen Ausgabe dieses Angebot in Sachen Arzneimittelsicherheit näher vor.

Einen Anspruch auf diesen Medikationsplan haben alle Patienten, die regelmäßig drei oder mehr vom Arzt verordnete Arzneimittel einnehmen. Gerade wenn der Patient mehrere Ärzte aufsucht, die nicht unbedingt voneinander wissen, hilft ein solcher Plan. Während der Hausarzt oft noch weiß, zu welchen Fachärzten sein Patient geht, ist das bei den behandelnden Spezialisten meist unbekannt. Sie fragen üblicherweise nur nach dem Hausarzt, zu dem sie ihren Befund später schicken sollen.

Der Medikationsplan, den meist der Hausarzt ausstellt, verzeichnet sämtliche Präparate, die der Patient einnimmt. Für weitere Ärzte und den Apotheker ist die Medikation ersichtlich, das kann bei der Suche nach einem geeigneten Mittel behilflich sein. Zurzeit wird der Medikationsplan in Papierform geführt. Ärzte und Apotheker ergänzen ihn schriftlich. Wer eine Stammapotheke besucht, hat oft den Vorteil, dass diese die verschriebenen und selbst gekauften Arzneimittel in einer persönlichen Datenbank erfasst. Diese kann der Apotheker beim Wechselwirkungscheck mit neuen Präparaten oder für seine Empfehlung zu Rate ziehen. So ist der Patient auf der sicheren Seite.

Wechselwirkungs-Check durch den Apotheker bringt Sicherheit

Je mehr Arzneimittel ein Patient einnimmt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Arzneistoffe untereinander interagieren und sich in ihrer Wirkung behindern. Mit seinem Fachwissen, unterstützt von moderner Technologie, erkennt der Apotheker solche Probleme bereits im Vorfeld. Warum es hierbei von Vorteil ist, eine Stammapotheke zu haben, erklärt die aktuelle Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Bei der Abgabe eines rezeptpflichtigen Arzneimittels checkt der Apotheker routinemäßig, welche Mittel verschrieben sind und ob er exakt diese oder vergleichbare aushändigen muss; Stichwort Rabattverträge mit den gesetzlichen Krankenkassen. Neben all der Routine gilt es jedoch, jeden Patienten und jedes Rezept als Einzelfall zu betrachten, der genauer Aufmerksamkeit bedarf.

Für den Patienten kaum zu bemerken, steht für den Apotheker bereits zu Anfang der Beratung auf dem Plan: Vertragen sich die verschriebenen Medikamente oder könnten sie untereinander oder mit gängigen Nahrungsmitteln Wechselwirkungen eingehen? So etwa bestimmte Antibiotika und Milchprodukte oder Allergiemittel und Alkohol. Dabei helfen dem Apotheker seine Ausbildung und die Software seines Kassensystems.

Diesbezüglich eine Stammapotheke zu haben, hat Vorteile: Kennt der Apotheker den Patienten, kann er die aktuell verschriebenen Medikamente in Beziehung zu nicht verschreibungspflichtigen Präparaten oder Vitamin- und Mineralstoffpräparaten setzen, die der Patient dort bereits früher gekauft hat. Auch bekannte Vorerkrankungen wie Asthma, Nieren- oder Leberleiden könnten dazu führen, dass sich manche Arzneimittel für den Patienten nicht eignen. Der Besuch einer Stammapotheke ermöglicht eine individuellere Beratung und sorgt so für mehr Sicherheit bei der Einnahme von Arzneimitteln.

Digitale Apotheke: Apps für die Gesundheit

Das vom Arzt ausgestellte Rezept mit dem Smartphone fotografieren und das Medikament mit einem Klick vorbestellen: Diesen Service bieten immer mehr Apotheken an. Katja Förster vom Hessischen Apothekerverband erklärt in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten, was der digitale Wandel in den Apotheken für die Kunden bedeutet.

„Durch digitale Unterstützung kann die Apotheke vor Ort ihren Patienten noch näher sein. Zertifizierte Apps ermöglichen die einfache und sichere Übermittlung beispielsweise von Rezeptdaten an die Apotheke. Dadurch sind Arzneimittel noch schneller verfügbar, die Patienten können ihre Therapien zügiger beginnen“, erklärt Förster die Tatsache, dass digitale Dienste den persönlichen Kontakt zum Apotheker, obwohl es widersprüchlich scheint, eigentlich verbessern.

Patienten sollten in ihrer Hausapotheke nachfragen, so Förster, ob sie eine apothekenspezifische App zur Übermittlung von Verordnungen anbietet. Es gibt verschiedene Anbieter von Apps, die ähnliche Funktionalitäten und Sicherheitsstandards anbieten. Für die Nutzung der App scannt der Patient einfach einen Barcode der Apotheke. Dann kann er seine abfotografierten Verordnungen über eine sichere Verbindung in seine Apotheke übermitteln. Damit sparen sich die Patienten doppelte Wege, sie erhalten ihre Arzneimittel schneller und können sie sich bei Bedarf auch nach Hause bringen lassen.

„Mit der von uns gemeinsam mit dem Apothekenrechenzentrum Darmstadt entwickelten App apojet werden sich die Patienten in Kürze auch an die Einnahme ihrer Medikamente erinnern lassen können. Zudem können sie ihren Medikationsplan digital führen“, stellt die Fachfrau in Aussicht.

Apotheken-Award: Innovationen mit Patientennutzen

„Der Deutsche Apotheken-Award soll ein deutliches Signal senden, wie engagiert sich die Apotheken für die Belange ihrer Patienten und Kunden einsetzen“, sagt Claudia Berger als Schirmherrin des Deutschen Apotheken-Awards 2019. Die Ausschreibung für innovative Projekte aus den Reihen der Apotheker hat begonnen, berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

„Für viele Menschen in der Stadt und auf dem Land sind die Apotheker die ersten Ansprechpartner, wenn es um Fragen rund um die Gesundheit geht. Und das wird auch so bleiben, wenn die Apotheker mit innovativen Ideen und kreativen Angeboten auf die wachsenden Bedürfnisse der Menschen eingehen“, informiert Berger. „Mit dem Deutschen Apotheken-Award wollen wir auch kleinen, aber klugen Projekten eine große Bühne geben, damit sie Nachahmer finden und der Gesellschaft nützen.“

Der Startschuss ist vor einem Monat gefallen, aber der Zieleinlauf findet erst im Februar kommenden Jahres statt: Bis dahin können sich Apotheken mit fortschrittlichen Konzepten und patientenorientierten Projekten um den Deutschen Apotheken-Award 2019 bewerben. Bereits zum dritten Mal nach 2015 und 2017 schreibt der Deutsche Apothekerverband (DAV) diesen Preis aus, der bei einem Festakt am 9. Mai 2019 in Berlin verliehen wird. Gefragt sind alle Projekte, Programme oder Modellvorhaben, die seit mindestens sechs Monaten bestehen und möglichst auf andere Apotheken übertragbar sind. Dotiert ist die Auszeichnung mit insgesamt 8.000 Euro.

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