Allgemeine Gesundheitstipps - Archiv


1.7.2020

Sonne stärkt die Gesundheit

Licht und Wärme der Sonne sorgen für das Wohlergehen der Gesundheit von Körper und Psyche. Ihre heilsamen Wirkungen sind dabei vielfältiger als gedacht. Die Neue Apotheken Illustrierte gibt in ihrer aktuellen Ausgabe einen Einblick.

Sonnenschein hebt das Gemüt. Auch wenn das als Binsenweisheit gilt, wird es einem doch jedes Jahr aufs Neue klar, sobald der Sommer mit der Sonne seinen größten Trumpf ausspielt. Sie hebtt jedoch nicht nur die Stimmung, ihre Strahlen können auch heilen.

Sonnenstrahlung hilft bei der körpereigenen Produktion von Vitamin D. Der auch Sonnenvitamin genannte Vitalstoff entsteht in der Haut, wenn sie über das Sonnenlicht ausreichend UV-Strahlung abbekommt. Das erklärt auch, warum in dunklen Wintermonaten ein Vitamin-D-Mangel wahrscheinlicher ist. Das Vitamin hat vielfältige Funktionen im menschlichen Körper. Es tut dem Immunsystem gut und nützt den Knochen, da es die Verwertung von Calcium fördert. Der Körper kann Vitamin D speichern. Er braucht im Sommer das Sonnenlicht etwa zwei- bis dreimal pro Woche für eine Viertelstunde, um genug Vitamin D bilden zu können. Im Winter genügt die Strahlung für eine ausreichende Produktion nicht mehr, der Körper lebt von gespeichertem Vitamin D. Eventuell ist das Vitamin zusätzlich zuzuführen.

Wohldosiert hat Sonnenlicht allerdings auch eine heilsame Wirkung bei einer ganzen Reihe von Hauterkrankungen. So kann Tageslicht – nach Vorbehandlung der Haut − im Rahmen der sogenannten photodynamischen Therapie von Hautkrebsvorstufen eingesetzt werden. Speziell die UV-Strahlen kommen bei der Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis infrage, denn sie reduzieren Juckreiz und vermindern die übersteigerte Bildung von Hautzellen bei Schuppenflechte. Wird die Bestrahlung mit UV-Licht mit einem Stoff kombiniert, der die Haut absichtlich lichtempfindlicher macht, spricht man von der PUVA-Therapie. Selbst bei UV-Überempfindlichkeit, der »Sonnenallergie«, ist eine vorbeugende Behandlung möglich.


15.6.2020

Volkskrankheit Diabetes: Ist sie heilbar?

Einmal Diabetes, immer Diabetes? Das galt bis vor wenigen Jahren tatsächlich. Doch heute wissen Forscher, dass sich Typ-2-Diabetes zumindest zurückdrängen lässt. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über verschiedene Strategien.

»Unsere Studien in Düsseldorf und die einer englischen Arbeitsgruppe zeigen, dass bis zu 50 Prozent der Typ-2-Diabetiker die Chance haben, ihren Diabetes zu besiegen«, sagt Professor Dr. Stephan Martin, Chefarzt für Diabetologie und Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums. »Betroffene haben häufig Übergewicht. Wenn man den Rückwärtsgang einlegt, lässt sich die Erkrankung wieder in eine Vorstufe zurückbringen.« Das heißt, die Zellen reagieren wieder besser auf das körpereigene Insulin und nehmen den Zucker aus dem Blut auf. In den Rückwärtsgang schalten kann man auf verschiedene Weise. Entscheidend ist, dass der Mensch weniger Kalorien zu sich nimmt, als er verbrennt. Dies lässt sich durch eine reduzierte Kalorienaufnahme oder mehr Bewegung erreichen. Am besten durch beides gleichzeitig. Außerdem wichtig: Das Gewicht muss dauerhaft unten bleiben.

Eine weitere Möglichkeit, erfolgreich abzunehmen und Typ-2-Diabetes zurückzudrängen, bieten chirurgische Maßnahmen. Seit etwa zwei Jahren empfiehlt die Leitlinie zur Chirurgie von starkem Übergewicht sogenannte bariatrische Operationen am Magen speziell auch für Menschen mit Diabetes. »Als Voraussetzung für die Operation gilt, dass man es nicht schafft, durch Lebensstilveränderungen und Diabetesmedikamente den Diabetes ausreichend zu kontrollieren«, erklärt Professor Dr. Jens Aberle, ärztlicher Leiter des Fachbereichs Endokrinologie, Diabetologie und Adipositas am UKE Hamburg.

Wer sich für eine OP entscheidet, hat gute Chancen auf Besserung. Aberle: »Der Diabetes verbessert sich schon am Tag der Operation. Die durchschnittliche Gewichtsreduktion nach einem Jahr liegt bei 30 bis 40 Prozent des Ausgangsgewichtes. Die Patienten brauchen deutlich weniger Diabetes-Medikamente, und eine nicht unerhebliche Zahl von Patienten erreicht eine Remission.« Diese trete am häufigsten auf, wenn der Diabetes noch nicht lang bestanden hat. Außerdem gilt: Je jünger der Patient, desto größer die Erfolgschancen der OP.

Operationsbezogene Komplikationen gibt es bei den Standard-Verfahren, der Schlauchmagen-Operation und dem Magenbypass, laut Aberle selten. »Häufiger treten jedoch Komplikationen im Laufe der ersten Jahre nach der OP auf. Jeder fünfte Patient wird innerhalb von drei bis vier Jahren nach dem Eingriff nochmal operiert«, gibt der Experte zu bedenken. »Außerdem können die Patienten einige Nährstoffe nicht mehr so gut aufnehmen. Diese müssen sie dauerhaft in Form einer Nahrungsergänzung aufnehmen.«


1.6.2020

Die größten Risiken für den Rücken

Drei von vier Deutschen leiden mindestens einmal im Leben an Kreuzschmerzen. Immerhin aber liegen nur selten ernsthafte Erkrankungen zugrunde. Und viele Auslöser können Betroffene selbst in den Griff bekommen, damit die Beschwerden wieder nachlassen. Über die häufigsten Rücken-Tücken und was dagegen zu tun ist, berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Die Wirbelsäule hält uns aufrecht und gleichzeitig einiges aus. Doch wenn sie zu stark belastet oder einseitig strapaziert wird, protestiert sie. Es gibt über 500 verschiedene Ursachen von Rückenschmerzen. Darunter dürften Muskelverspannungen zu den häufigsten zählen. Hohlkreuz, Rund- oder Flachrücken korrigiert man möglichst schon in jungen Jahren in der Rückenschule. Übrigens: Stress spielt ebenfalls eine große Rolle. Etwa vierzig Prozent der Nacken- und Schulterverspannungen gehen auf das Konto von Konflikten, Angst, Überforderung und anderen Stresskomponenten.

Daneben ist es nicht unerheblich, wie jemand mit seinen Schmerzen umgeht. Wer seine Beschwerden bagatellisiert, Haltung bewahren und in Konfliktsituationen Rückgrat beweisen will, der verkrampft noch mehr. Genauso falsch ist die verständliche Reaktion vieler Patienten mit akuten Rückenschmerzen, sich zu schonen und möglichst allen Aktivitäten aus dem Weg zu gehen. Das Gegenteil ist richtig, wie Schmerztherapeuten stets aufs Neue betonen. Wer Kreuzschmerzen hat, soll sich viel bewegen und seine Rückenmuskulatur gezielt trainieren, um Rückfällen vorzubeugen. Dazu sich jeden Tag Zeit nehmen und mit speziellen Übungen die Rückenmuskulatur abwechselnd dehnen und anspannen.

Meist verschwinden plötzlich auftretende Rückenschmerzen von selbst, auch wenn sie nicht behandelt werden. Hält die Pein mehrere Tage an, braucht der schmerzgeplagte Patient vor allem eins, und das möglichst rasch: eine schnelle, ausreichend starke und anhaltende Schmerzlinderung. Sind die Beschwerden leichterer Natur, helfen Schmerzmittel aus der Apotheke wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac. Lässt sich der Schmerz auf diese Weise nicht ausreichend eindämmen, verordnet der Arzt stärkere Schmerzmittel.

Doch Arzneimittel sind nicht alles. Auch Wärmetherapie mit Hilfe von Pflastern, Cremes und Auflagen, gezielte Krankengymnastik sowie Verhaltenstherapie tragen dazu bei, sich im Alltag wieder ohne Schmerzen bewegen zu können.

15.05.2020, Sonnenschutz nicht selbst machen!

Selbstgemacht bedeutet nicht in jedem Fall besser. Das gilt zum Beispiel für Sonnenschutzmittel. Apotheker warnen gar davor, nach den Anleitungen in diversen Social-Media-Kanälen Sonnenschutz selbst herzustellen. Es könnte brandgefährliche Folgen haben, stellt die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe fest.

Hauptbestandteil selbstgemachter Schutzpräparate sind pflanzliche Öle oder Fette wie etwa Kokos- oder Himbeersamenöl. Ihr Lichtschutzfaktor soll Werte von 25 bis 40 erreichen. „Wissenschaftlichen Überprüfungen hält dies nicht annähernd stand“, informiert Apothekerin Ursula Kindl. „Zudem variieren in Naturprodukten Konzentration und Zusammensetzung der Inhaltsstoffe, was eine zuverlässige Angabe des Lichtschutzes noch schwieriger macht.“

Außerdem neigen pflanzliche Öle, nicht konserviert oder stabilisiert, schnell dazu, ranzig zu werden. Zudem bieten sie ideale Wachstumsbedingungen für Bakterien und Pilze. Das geht besonders schnell, wenn man die Öle Licht und Wärme aussetzt. Kindl weiß: „Ein verdorbenes Öl führt leicht zu Irritationen, Ekzemen oder Infektionen. Darüber hinaus kann pflanzliches Öl im Zusammenspiel mit der UV-Strahlung des Sonnenlichts zu allergischen oder toxischen Reaktionen führen.“

Auch vor den zugesetzten Substanzen, die die UV-Strahlung filtern sollen, warnt Kindl. „Manche Rezepturen empfehlen den Zusatz mineralischer Filter wie Zink- und Titandioxid. Auch das ist nicht ungefährlich. Eine Eigenherstellung ohne Mundschutz geht nicht. Ansonsten atmet man die feinen Partikel ein, und sie setzen sich in der Lunge fest. Und das Ergebnis lässt zudem zu wünschen übrig. Fast siebzig Prozent der überprüften selbsthergestellten Rezepturen boten nicht einmal annähernd einen ausreichenden Schutz vor der Sonnenstrahlung.“

Die Expertin rät, nach wie vor auf industriell hergestellte Sonnenschutzpräparate zu vertrauen – auch wenn die ein oder andere Studie oder diverse Verbrauchermagazine darunter risikoreiche Präparate für spezielle Personengruppen wie Kinder oder hautempfindliche Personen ausgemacht haben wollen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gibt diesbezüglich Entwarnung. Nur diese Präparate schützen sicher vor Hautkrebs, ist sich Kindl sicher.

1.5.2020, Schilddrüse: Unser täglich Jod

Mangelversorgung in Deutschland? Das kommt kaum vor. Eine Ausnahme aber gibt es, und zwar im Fall von Jod. Das Spurenelement spielt im Stoffwechsel der Schilddrüse eine entscheidende Rolle, informiert die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe im Rahmen eines Spezials zum Thema Schilddrüse.

Ohne Jod kann der Körper nicht ausreichend Schilddrüsenhormone produzieren. Diese beteiligen sich in jedem Alter an wichtigen Stoffwechselvorgängen: dem Wachstum und der Reifung, vor allem von Gehirn und Knochen, der Wärmeproduktion des Körpers, dem Energiestoffwechsel.

Einem akuten Jodmangel lässt sich am besten durch vermehrte Jodaufnahme über die Nahrung vorbeugen. Das Problem: Deutschland gilt als eine der jodärmsten Regionen Europas. Jod kommt nur in sehr geringen Mengen in Äckern, Weideflächen und im Trinkwasser vor. Pflanzliche Produkte enthalten kaum Jod. Tierische Lebensmittel wie Milch tragen nur zur Jodversorgung bei, wenn das Tierfutter mit dem Spurenelement angereichert wurde. Zu guten Jodquellen zählen Seefische sowie Schalentiere, alle mit Jodsalz hergestellten Produkte und jodiertes Speisesalz im Haushalt. Eine Portion Seelachs oder Kabeljau kann die tägliche Jodzufuhr bereits decken. Durch die Anreicherung von Jod im Speisesalz hat sich die Jodversorgung in Deutschland in den vergangenen Jahren sehr verbessert. Expertenschätzungen zufolge sind dennoch 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung weiterhin nicht optimal versorgt.

Besonders Schwangere und Stillende müssen darauf achten, dass sie genug Jod aufnehmen. Bei Schwangeren sollten es 230 Mikrogramm pro Tag sein, bei Stillenden sogar 260 Mikrogramm. Denn sie geben das Spurenelement an den Fötus beziehungsweise Säugling weiter. Ärzte empfehlen schwangeren und stillenden Frauen, nach Rücksprache mit ihrem Arzt Jod in Form von Tabletten aufzunehmen, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen. Industrielle Säuglingsmilch enthält hierzulande ebenfalls ausreichend Jod. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion in Verlauf der Schwangerschaft muss man mit dem Arzt die notwendigen Behandlungsschritte absprechen.

15.4.2020, Sehnsucht Kind: Unerfüllter Kinderwunsch

Viele Paare wünschen sich nichts sehnlicher als ein gemeinsames Baby. Doch nicht immer klappt es mit der Schwangerschaft auf Anhieb. Ärzte haben heutzutage viele Möglichkeiten, um zu helfen. Von Jahr zu Jahr kommen in Deutschland mehr Kinder dank einer solchen Behandlung zur Welt. Die Neue Apotheken Illustrierte gibt in ihrer aktuellen Ausgabe einen Überblick, was geht.

Insemination: Darunter verstehen Ärzte eine Samenübertragung, bei der das Sperma des Mannes aufbereitet und in die Gebärmutter gespritzt wird. Diese Methode kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn die Qualität der Spermien des Mannes Einbußen zeigt, aber noch so gut ist, dass eine Übertragung trotzdem Erfolg verspricht. In vielen Fällen findet im Vorfeld bei der Frau eine Hormonbehandlung statt, damit mehrere Eizellen heranreifen.

In-Vitro-Fertilisation (IVF): Bei dieser altbekannten Methode findet die Befruchtung der weiblichen Eizelle im Reagenzglas statt. Anschließend werden eine oder mehrere befruchtete Eizellen in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): Die ICSI ist heutzutage die häufigste Kinderwunschbehandlung. Dabei wird ein einzelnes Spermium mit einer feinen Nadel direkt in die Eizelle injiziert. Das Verfahren kann auch dann erfolgreich sein, wenn die Fruchtbarkeit des Mannes stark beeinträchtigt ist, da nur eine einzige befruchtungsfähige Samenzelle notwendig ist.

Eizellspende: Dabei wird eine gespendete Eizelle mit dem Samen des Partners oder eines Spenders befruchtet und in die Gebärmutter der Frau übertragen. Diese Methode ist für manche Frauen die einzige Methode, überhaupt schwanger werden zu können, etwa in einem fortgeschrittenen Alter, bei einer verfrühten Menopause oder nach einer Krebstherapie. Das Verfahren ist in Deutschland jedoch verboten. Entscheidet sich ein Paar für eine Behandlung im Ausland, ist es wichtig, sich vorab über mögliche Risiken sowie die finanziellen und rechtlichen Aspekte zu informieren.

1.4.2020, Bewegliche Hände trotz Arthrose

Steife Hände besonders auch morgens, Schmerzen bei vielen Handgriffen: So macht sich der Verschleiß von Gelenken der Finger und des Daumens bemerkbar. Betroffene leiden oft sehr darunter, sind doch Hände unentbehrlich für alle Tätigkeiten des Alltags. Wie sich die Beschwerden lindern lassen, erklärt Dr. Thomas Brockamp von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Kommt es zu Beschwerden an Finger- und Daumengelenken, zieht man am besten den Arzt für eine genauere Diagnose zu Rate, denn neben Arthrose gibt es weitere mögliche Ursachen für Gelenkschmerzen. Es könnte zum Beispiel eine rheumatische Erkrankung dahinterstecken.

Was tun, wenn Gelenkarthrose als Auslöser feststeht? „Die erhaltende, konservative Therapie hängt stark vom Grad der Arthrose ab“, erläutert Brockamp, der in Coesfeld tätig ist. „Erste Therapiemaßnahme bei Arthrose am Daumensattelgelenk bildet in der Regel die Verordnung einer Orthese, also einer Schiene. Sie soll Stabilität geben und so die schmerzauslösende Reibung im Gelenk vermindern. Parallel können die Betroffenen bei Arthrose von Daumen- und Fingergelenken schmerz- und entzündungshemmende Medikamente wie etwa Ibuprofen oder Diclofenac einnehmen.“ Dies kann allerdings auf Dauer je nach Wirkstoff, dessen Dosis oder den Vorerkrankungen des Patienten zu Nebenwirkungen etwa an der Magenschleimhaut, den Nieren oder im Herz-Kreislauf-System führen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Mittel nebenwirkungsärmer in Form von Gelen oder Cremes über die Haut anzuwenden.

Liegt eine leichte bis mittelgradige Arthrose vor, gibt es laut Brockamp noch weitere Behandlungsverfahren: „Hier können Maßnahmen angeboten werden, die unter anderem Begleitreaktionen der Arthrose bessern sollen, zum Beispiel eine Reizung oder Entzündung der Gelenkkapsel. Das können die Anwendung von Kälte, eine Reizstromtherapie, verschiedene Arten der Magnetfeldtherapie oder die Akupunktur sein. Die Studienlage für diese Arten der Therapie ist allerdings sehr uneinheitlich und die Wirkung lässt sich nicht immer zweifelsfrei belegen. Trotzdem zeigt die Anwendung in der Praxis, dass bei vielen Patienten zumindest über einen definierten Zeitraum eine Linderung der Beschwerden eintritt. Schließlich lassen sich noch Medikamente in das Gelenk spritzen, angefangen mit Kortison bis hin zu Hyaluronsäure oder aufbereiteten Extrakten aus Eigenblut.“

Was im Einzelfall sinnvoll ist, muss man mit dem behandelnden Orthopäden besprechen. Und nicht zu vergessen: Beim Erhalt der Beweglichkeit der Hände helfen auch krankengymnastische Übungen zum Beispiel mit Knete, Gummibällen oder in warmem Wasser. In schwerwiegenden Fällen einer Arthrose der Fingergelenke oder des Daumensattelgelenkes kann unter Umständen eine Operation helfen. „Den Zeitpunkt der Operation bestimmt der Patient maßgeblich mit“, betont Brockamp.

15.03.2020, Warnzeichen Kopfschmerz

In aller Regel steckt hinter Kopfschmerzen keine bedrohliche Ursache. Vor allem, wenn sie nur gelegentlich und kurzzeitig auftreten und einen klar erkennbaren Grund wie starke Anspannung oder Stress haben. Manchmal ist es jedoch Zeit, den Arzt um Rat zu fragen. Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe Alarmsignale zusammengetragen.

Den Arzt um Rat fragen sollte, wer sonst nie Kopfschmerzen bekommt oder unter Kopfschmerzen leidet, die er so bisher nicht kannte. Und es kann Fälle geben, in denen Betroffene dringend und kurzfristig ärztlichen Rat und Hilfe benötigen. Unter anderem gilt es dabei, auf folgende Warnzeichen zu achten:

  • ungewöhnlich heftiger, plötzlich auftretender Kopfschmerz
  • mit plötzlichen, heftigen Kopfschmerzen verbundene zusätzliche Symptome wie Lähmungen, Sprachstörungen, Bewusstseinsverlust, Schwindel oder Ausfälle des Sehfeldes; hier wegen Schlaganfallverdacht sofort den Notarzt rufen!
  • neu auftretende und mit der Zeit stärker werdende Kopfschmerzen, ständig wiederkehrende Kopfschmerzen, länger anhaltende Kopfschmerzen
  • nach einem Aufenthalt in der Sonne auftretende Kopfschmerzen, verbunden mit Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Schwindel oder Bewusstseinsstörungen
  • Kopfschmerzen zusammen mit Fieber, Lähmung, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit, Bewusstseinseintrübungen und Nackensteife
  • wenn im Alter, ab etwa 50, Kopfschmerzen erstmals neu auftreten
  • wenn Kopfschmerzen in Verbindung mit einem starken, bisher nicht gekannten Krankheitsgefühl auftreten
  • neu auftretende, stark bohrende bis stechende Kopfschmerzen an einer Schläfenseite, die sich bei Kopfdrehungen, Husten oder Kauen verstärken

1.3.2020, Checkliste Hausapotheke

Viele Beschwerden lassen sich mit Hilfe einer gut bestückten Hausapotheke selbst behandeln. Doch was gehört hinein? Dies verraten die Apotheker Dr. Cordula Lebert und Professor Dr. Egid Strehl in der der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

„Der individuelle Bedarf spielt die entscheidende Rolle für die Auswahl, welches Medikament in die Hausapotheke gehört. Einige Präparate sollte sie auf jeden Fall enthalten, beispielsweise Mittel bei Verletzungen, gegen Schmerzen, Fieber, Erkältungen oder gegen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich“, empfehlen die Experten.

Manche leiden unter immer wieder auftretenden Gesundheitsproblemen wie einer Bindehautentzündung, Ohrenschmerzen, Fieberbläschen oder Ähnlichem. Hier gilt es, die Hausapotheke so zu bestücken, dass man sich für diese Fälle wappnet. „Bei der Auswahl der Medikamente empfehlen Apotheker, auf ein rationales Sortiment zu achten und innerhalb einer Wirkstoffgruppe die Mittel zu favorisieren, die die beste Wirksamkeit und Sicherheit aufweisen. Alternativen sind jedoch fast immer möglich, und Ihr Apotheker wird Sie diesbezüglich sicher gut beraten.“

„Zur Aufbewahrung der Medikamente der Hausapotheke bietet sich ein kleines abschließbares Schränkchen oder eine Box an. Dort lassen sich die einzelnen Präparate und Hilfsmittel übersichtlich anordnen“, so Lebert und Strehl. „Medikamente unbedingt vor dem Zugriff durch Kinder oder verwirrte Personen schützen.“ Zudem Pillen, Salben & Co. an einem kühlen, dunklen und trockenen Ort lagern. „Denn eine falsche Lagerung beeinflusst unter Umständen die Qualität und Wirksamkeit der Medikamente.“ Zudem sollte die Hausapotheke schnell und ohne große Umstände erreichbar sein.

Bad und Küche eignen sich wegen der Temperaturschwankungen und der hohen Luftfeuchtigkeit nicht. Günstig dagegen etwa eine Aufbewahrung im Schlafzimmer oder im Flur.

15.02.2020, Gesunde Auszeit: Fasten in Intervallen

Intervallfasten ist in aller Munde. Was man darunter versteht und ob es sich zum Abnehmen eignet, erklärt der auf Fasten und Ernährungsmedizin spezialisierte Professor Dr. Andreas Michalsen aus Berlin in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Was versteht man unter Intervallfasten?
Michalsen: Nach der neueren Definition zählt man jegliches Fasten, das kürzer als drei Tage dauert, zum Intervallfasten. Es gibt zwei Unterformen: Entweder man fastet tageweise, in Form eines Entlastungstages oder wie bei der sogenannten 5:2-Diät, bei der man an zwei Tagen in der Woche fastet. Außerdem gibt es das tägliche verlängerte Nachtfasten. Dabei verlängert man die nächtliche Fastenperiode, indem man entweder das Abendessen oder das Frühstück weglässt.

Was halten Sie für die bessere Form?
Michalsen: Momentan zeichnet sich ab, dass das tägliche Intervallfasten – das time-restricted-eating – wahrscheinlich die vorteilhaftere Form ist. Sie nimmt Bezug auf unseren Biorhythmus, und es scheint besser zu sein, einen dauerhaften Rhythmus zu haben. Entlastungstage können aber auch gelegentlich guttun. Zum Beispiel, wenn man etwa an einem Feiertag mal richtig reingehauen hat.

Welche positiven Wirkungen hat das Intervallfasten?
Michalsen: Die meisten Menschen scheinen gut damit abzunehmen. Im Vergleich zu anderen Diätmaßnahmen sind die Ergebnisse da schon gut. Damit im Zusammenhang stehen auch Verbesserungen bei Bluthochdruck und Diabetes. Gerade Menschen, die die Fastenperiode über die Nacht ausweiten, berichten oft von einer Verbesserung ihres Schlafes und ihrer Tagesvitalität. In Bezug auf Entzündungen oder Schmerzen zeigt sich dagegen das Intervallfasten nicht so wirksam wie etwa das Heilfasten.

1.2.2020, Welche Wirkstoffe Asthma lindern

Grundlage für Asthma sind entzündliche Vorgänge in den Atemwegen, genauer in den Bronchien. Durch sie strömt Luft in die Lungen. Um helfen zu können, müssen Medikamente also genau dort ansetzen und meist inhaliert werden. Die Neue Apotheken Illustrierten informiert in ihrer aktuellen Ausgabe, welche Arzneistoffe zum Einsatz kommen und wie diese korrekt angewendet werden.

Das wichtigste Ziel der Asthma-Therapie besteht darin, Entzündungen in den Atemwegen zu lindern und so die Krankheit unter Kontrolle zu halten. Dazu müssen Betroffene entzündungshemmende Medikamente regelmäßig und über lange Zeit anwenden, da sich die für Asthma typische Überempfindlichkeit der Atemwege für unterschiedlichste Reize kaum oder nur langsam zurückbildet. Mit Hilfe von Dosiersprays, Pulver-Inhalatoren oder Verneblern gelangen die Wirkstoffe an den Ort des Entzündungsgeschehens.

Am wirksamsten bekämpfen Abkömmlinge des Kortisons Entzündungen. Meist atmet man sie bei Atemwegsleiden als Spray oder Pulver ein. So gelangen die Wirkstoffe direkt in die Bronchien, wo sie wirken sollen. Und man benötigt nur sehr geringe Mengen pro Tag. Der Vorteil: Nebenwirkungen des Kortisons treten bei dieser Art der Anwendung nur selten auf. Allerdings kann man bei schwerem Asthma meist nicht ganz auf Kortison-Tabletten verzichten. Zwar wirken auch sogenannte Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten wie Montelukast entzündungshemmend, aber schwächer als Kortison.

Reicht die alleinige regelmäßige Anwendung entzündungshemmender Mittel nicht aus, verordnen Ärzte zusätzlich lang wirksame Beta-Sympathomimetika, die man ebenfalls inhaliert. Diese Wirkstoffe weiten verengte Atemwege, sodass das Atmen für mehrere Stunden leichter fällt. Asthma-Medikamente lassen sich auch kombiniert mit mehreren Wirkstoffen in einem Präparat einsetzen. Im Fall von schwer behandelbarem Asthma kommen weitere Wirkstoffgruppen hinzu, so etwa langwirksame Anticholinergika oder Biologika.

Bei plötzlicher Atemnot helfen rasch wirkende Beta-Sympathomimetika, die umgehend die Atemwege erweitern. Man setzt sie nur bei Bedarf ein. Auch Anticholinergika gibt es als Bedarfsmedikamente.

15.1.2020, Gefährliche Seuchen

Dank des medizinischen Fortschritts haben die Infektionskrankheiten vergangener Jahrhunderte viel von ihrem Schrecken verloren. Impfungen, Antibiotika und nicht zuletzt die bessere Hygiene haben ganze Arbeit geleistet. Doch an ihre Stelle sind andere Erreger getreten, die die Medizin herausfordern. Welches sind die Top 10 der Krankmacher derzeit? In ihrer neuen Ausgabe gibt die Neue Apotheken Illustrierte Antwort.

Was Infektionskrankheiten angeht, lohnt ein genauer Blick: Obwohl die Fernsehnachrichten fast jede Woche über Ebola, das Zika-Virus oder in Deutschland neu eingeschleppte Tropenkrankheiten berichten, haben diese hierzulande nur eine geringe Bedeutung. Das zeigt eine große Auswertung, die eine Forschergruppe um Alessandro Cassini von der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC im vergangenen Jahr veröffentlicht hat. Sie beruht auf Daten aus der EU, Norwegen, Island und Liechtenstein, die in den Jahren 2009 bis 2013 erhoben wurden. Analysiert wurden mehrere Dutzend übertragbare Krankheiten, die das Europäische Parlament als ernst eingestuft hatte. Erkältungen oder Lippenherpes fallen demnach nicht darunter.

Die Wissenschaftler haben Statistiken entwickelt, die bei der Einschätzung helfen sollen, wie stark sich die einzelnen Krankheitserreger auf die Bevölkerung auswirken. Sie sprechen von der Krankheitslast. Dazu errechnen sie einen Wert, der angibt, wie viele gesunde Lebensjahre den Menschen durch die Erkrankungen verloren gehen – einerseits durch vorzeitigen Tod, andererseits durch eingeschränkte Lebensqualität wegen der Auswirkungen der Krankheiten. Für die Krankheitslast nutzen sie die Einheit DALY.

Anhand der Daten errechneten die Studienautoren eine Rangfolge von Infektionen mit der höchsten Krankheitslast in Mitteleuropa. Die Werte beziehen sich auf 100 000 Menschen pro Jahr. Ein Wert von 3,33 DALY für den Keuchhusten bedeutet also, dass auf eine Gruppe von 100 000 Menschen berechnet in einem Jahr insgesamt 3,33 gesunde Lebensjahre durch die Krankheit verloren gehen. Damit lag er in der Liste auf Platz 12. Nach den Zahlen des ECDC nehmen viele scheinbar „unspektakuläre“ Erreger in Mitteleuropa die vorderen Plätze ein. Die Top 3 sind danach Grippe, Tuberkulose und HIV.

1.1.2020, Wie Computer der Gesundheit helfen

Künstliche Intelligenz (KI) ist kein Zukunftsprojekt mehr. Sie ist längst in unserem Alltag angekommen. Was die Medizin betrifft, kann sie helfen, die immer größere Fülle an Daten auszuwerten, die im Rahmen von ärztlichen Untersuchungen anfallen. Die Neue Apotheken Illustrierte erklärt in ihrer aktuellen Ausgabe zum Bespiel, wie das Fachgebiet der Dermatologie davon profitiert.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass die künstliche Intelligenz Hautärzten im Hinblick auf die Hautkrebsdiagnose mindestens das Wasser reichen kann, wenn nicht sogar Besseres leistet. Heidelberger Wissenschaftlern gelang es, einen Algorithmus zu programmieren, der verdächtige Hautveränderungen digital beurteilen kann. Im Test traten 157 Hautärzte gegen ein KI-System an und beurteilten 100 Bilder von Hautveränderungen danach, ob es sich um ein Muttermal oder schwarzen Hautkrebs handelte.

Am Ende war das KI-System genauer als die menschlichen Diagnostiker. Nur sieben der 157 Hautärzte schnitten besser als der Algorithmus ab, 14 erzielten gleich gute Ergebnisse und 136 hatten schlechtere Ergebnisse, analysierten die Forscher.

Solche Ergebnisse könnten möglicherweise zur Entwicklung einer App führen, also eines kleinen Anwenderprogramms etwa für das Smartphone, das man sich aus dem Internet laden kann.

Irgendwie auch beruhigend: Den Arzt ersetzen werden solche Anwendungen wohl noch lange nicht, da die KI nur zwischen Muttermal und schwarzem Hautkrebs unterscheiden, nicht aber andere Hautveränderungen erkennen kann. Viele KI-Systeme machen eben nur das, was Menschen sie gelehrt haben.

15.12.2019, Der Weg zu Glück und Zufriedenheit

Glück: Was ist das überhaupt? Wie geht man mit Situationen um, die uns unglücklich machen? Und wie gelingt ein glückliches Leben? Die Neue Apotheken Illustrierte ist sich in ihrer aktuellen Ausgabe sicher: Mit Geduld und Neugier lässt sich Glück beeinflussen. Hier ein paar praktische Tipps für jeden Tag.

Oft erinnert man sich leichter an Negatives: Dinge, die schiefgelaufen sind, jemand, der unfreundlich war, oder Ziele und Wünsche, die man nicht erreicht hat. Das Negative überlagert dann häufig die vielen schönen Momente, die unbemerkt verstreichen.

Folgendes kann helfen, solche Glücksmomente bewusster wahrzunehmen:

  • Glückstagebuch: Ein nettes Kompliment, ein schöner Sonnenuntergang, Vogelgezwitscher, eine zärtliche Berührung oder ein besonderes Erlebnis: Jeder Tag birgt Momente, die angenehm sind und glücklich machen. Ein Glückstagebuch kann helfen, diese bewusster wahrzunehmen und sich daran zu erinnern. Jeden Abend mindestens drei solcher Momente aufschreiben.
  • Glücksbohnen: Morgens einige Bohnen in die linke Hosentasche stecken und bei jedem schönen Moment eine Bohne aus der linken in die rechte Hosentasche wandern lassen. So lässt sich die Wahrnehmung für das Schöne schärfen. Geht natürlich auch mit Perlen oder Erbsen.
  • Perspektivwechsel: Ohne Frage gibt es nicht immer nur schöne Momente. Doch haben auch viele negative Erlebnisse eine positive Seite. Diese positive Seite zu sehen, lässt sich trainieren: regelmäßig aufschreiben, was schlecht gelaufen ist und was das Positive daran war.

2.12.2019, Gesunde Weihnachtsbäckerei

Lebkuchen, Dominosteine und Spekulatius liegen seit Monaten in den Supermärkten aus. Doch Selbstgebackenes schmeckt immer noch am besten. Die Neue Apotheken Illustrierte gibt in ihrer aktuellen Ausgabe Profi-Tipps für gesunde Plätzchen und Co. Hier finden Sie fünf davon.

1. Vollwertiges Mehl: Vollkornmehl schmeckt sehr intensiv und hat andere Backeigenschaften. Verwenden Sie besser Dinkel- oder Weizenmehl Type 1050. Das beeinflusst den Geschmack nur minimal, enthält aber deutlich mehr Ballast- und Mineralstoffe.

2. Gesünderer Zucker: Rohrohr- und Vollrohrzucker liefern neben der reinen Süße auch noch Mineralien. Rohrohrzucker passt in jedes Gebäck. Vollrohrzucker hat hingegen einen besonderen Geschmack und andere Backeigenschaften. Er lässt sich beispielsweise in Lebkuchen oder speziell dafür entwickelten Rezepten verwenden.

3. Nicht an Gewürzen sparen: Gewürze wie Vanille, Kardamom, Nelken und Zimt geben Weihnachtsgebäck eine ganz besondere Note. Wer nicht alle Einzelgewürze kaufen möchte, findet gerade in der Weihnachtszeit auch spezielle Backmischungen für Lebkuchen oder Spekulatius.

4. Mehr als Backpulver: In der Weihnachtsbäckerei finden zum Teil spezielle Backtriebmittel wie Hirschhornsalz oder Pottasche Verwendung. Da diese für eine besondere Konsistenz sorgen und auch das Aroma beeinflussen, kann man sie nicht einfach durch herkömmliches Backpulver ersetzen.

5. Auf die Temperatur achten: Vergolden Sie Plätzchen & Co. statt sie zu bräunen. Wird Gebäck zu dunkel, steigt der Gehalt an Acrylamid. Dieses steht in Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Für Plätzchen reicht eine Backtemperatur von etwa 180 Grad Celsius.

15.11.2019,WHO-Empfehlung: Demenz vorbeugen

Kaum eine Krankheit ist in Deutschland so gefürchtet wie Demenz. Der geistige Verfall ist unheilbar, Medikamente können nur das Voranschreiten etwas abbremsen. Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass man einiges tun kann, um einer Demenz vorzubeugen oder sie zumindest merklich hinauszuzögern. So hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dieses Jahr zum ersten Mal konkrete, wissenschaftlich belegte Empfehlungen vorgelegt, wie sich das Risiko für geistigen Verfall im Alter senken lässt. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Aktiv werden: Die erste und dringlichste Empfehlung zielt auf körperliche Bewegung. Große Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass Menschen, die körperlich aktiv sind, seltener an Demenz erkranken als Menschen, die sich wenig bewegen. Wer besonders viel Sport treibt, profitiert auch in hohem Maße davon.

Tabu für Tabak: Eine weitere starke Empfehlung betrifft das Rauchen. Studien deuten darauf hin, dass im Tabak enthaltene Substanzen das Gehirn schädigen und darüber hinaus als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Entstehung von Demenz fördern.

Gute Werte: Lassen Sie Ihren Blutzucker, den Fettstoffwechsel und den Blutdruck regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls behandeln. Vor allem unbehandelter Bluthochdruck im mittleren Lebensalter ist laut der aktuellen WHO-Leitlinie eine Gefahr für das Gehirn.

Ernährung: Eine ausgewogene, mediterrane Ernährung senkt das Risiko für den Beginn und das Fortschreiten von Demenz. Sie besteht aus viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornprodukten und gelegentlich Seefisch. Rotes Muskelfleisch, Fett, Zucker und Salz stehen nur in geringer Menge auf dem Speiseplan.

Gesundes Gewicht: Studien legen nahe, dass Übergewicht und Fettleibigkeit nicht nur eine Gefahr für den Körper darstellen, sondern auch für das Gehirn.

Nahrungsergänzung hilft nicht: Von Tabletten mit Vitamin B, Vitamin E, mehrfach ungesättigten Fettsäuren oder Multi-Vitaminprodukten zur Vorbeugung von Demenz wird ausdrücklich abgeraten.

Wenig Alkohol: Alkohol ist ungesund und erhöht das Risiko für diverse Krankheiten enorm. Auch die Gefahr für geistigen Verfall steigt mit übermäßigem Alkoholkonsum.

Sozial Kontakte pflegen: Regelmäßiger Austausch und Kontakt mit Familie und Freunden tragen zu guter Gesundheit bei. Am besten pflegt man sie das ganze Leben über. Gesellschaftliche Isolation hat sich ebenfalls als Risikofaktor für Demenz erwiesen.

Hörverlust behandeln: Dass ein unbehandelter Hörverlust auch das Risiko für Demenz erhöht, haben bereits diverse Studien gezeigt. Der Grund: Das Gehirn gewöhnt sich mit der Zeit an das geringere Hörvermögen. Dieser Mangel an akustischen Reizen beschleunigt nicht nur die Schwerhörigkeit, auch die Leistung des Gehirns nimmt ab, weil es nicht mehr ausreichend gefordert wird. In den meisten Fällen können Hörprobleme mit einem Hörgerät behoben werden.

15.10.2019, Immunsystem stärken: von Abhärten bis Zink

Mit gestählter Abwehr alle Krankheitskeime abprallen lassen und gesund durch die Erkältungssaison kommen: Das möchte eigentlich jeder. Welche Maßnahmen dabei wirklich taugen, fasst die aktuelle Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten zusammen. Hier die drei effektivsten „Immunbooster“.

Eine gewisse Abhärtung erhoffen sich Menschen von einer „Schwitzkur“ in der Sauna. Nicht zu Unrecht, wenn man sich dieser Hitze regelmäßig aussetzt. Um einen positiven Einfluss auf Herz-Kreislauf-Leiden und Atemwegserkrankungen zu haben, setzt das mindestens zwei, besser noch mehr als vier Saunagänge pro Woche voraus, haben Studien ergeben.

Das die Zusammenhänge von sportlicher Betätigung und Stärkung der Abwehrkraft betrifft, zeigt sich studienmäßig ein uneinheitliches Bild. Unstrittig ist und bleibt jedoch, dass ausreichend Alltagsbewegung und Sport die Gesundheit auf so vielen Ebenen fördern, dass man aktiv werden beziehungsweise bleiben sollte. Das gilt für maßvolle Bewegungseinheiten. Starke, anhaltende Überlastungen durch Sport oder körperliche Tätigkeiten verträgt das Immunsystem weniger gut.

Gute Handhygiene schützt vor Atemwegsinfekten, sie gilt die effektivste und die am besten belegte Prophylaxemaßnahme. Das zeigen zahlreiche Untersuchungen immer wieder. Das liegt vermutlich daran, dass regelmäßiges Händewaschen einerseits die Infektionskette unterbricht und andererseits die Hände als Hauptüberträger von Infektionen gelten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation werden 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände als Schmierinfektion weitergereicht. Es gilt also, das Händewaschen zur guten Gewohnheit werden zu lassen. Desinfektionsmittel sind für den Hausgebrauch nach Angaben des Robert Koch-Instituts nicht erforderlich.

1.10.2019, Top 10 der Apotheken-Dienstleistungen

Deutschlands Apotheken bieten weit mehr als die bloße Abgabe von Arzneimitteln. Sie schützen vor Arzneifälschungen, leisten Nacht- und Notdienst und liefern bei Bedarf auch Kapseln & Co. nach Hause. Die Neue Apotheken Illustrierte stellt in ihrer aktuellen Ausgabe die Top 10 der Dienstleistungen vor.
Individuelle Beratung
Die Wirkung, aber auch die Risiken eines Arzneimittels variieren von Patient zu Patient. So dürfen etwa bestimmte Medikamente bei speziellen Krankheiten nicht verwendet werden. Hier beraten Apotheken individuell und nicht »von der Stange«. Darüber hinaus prüfen sie, ob sich vom Arzt verschriebene und vom Patienten selbst gekaufte Medikamente miteinander vertragen.

Datenbank im Hintergrund
Apotheker sind die Spezialisten für Arzneimittelfragen. Aber selbst sie stoßen bei Zehntausenden Arzneimitteln manchmal an ihre Grenzen. Hier hilft ihnen eine spezielle Datenbank, damit sie immer auf dem aktuellen Stand bleiben – die ABDA-Datenbank.

Botendienst und Rezeptsammelstellen
In dünn besiedelten Gebieten liegt die nächste Apotheke manchmal etwas weiter weg. Gerade für Menschen mit eingeschränkter Mobilität stellt das ein Problem dar. Aus diesem Grund gibt es nicht nur Botendienste, sondern in Orten ohne Apotheken auch Rezeptsammelstellen. Diesen Briefkasten leert die zuständige Apotheke regelmäßig und liefert umgehend die Arzneimittel aus.

Gesundheitswerte messen
Viele Apotheken bieten direkt vor Ort an, den Blutzucker oder den Blutdruck zu messen. Einige haben auch andere Gesundheitswerte im Angebot, etwa Cholesterin und weitere Blutfette.

Hausapotheke überprüfen
Einmal im Jahr sollte jede Hausapotheke kontrolliert und ergänzt werden. Unbrauchbare oder nicht mehr benötigte Arzneimittelreste werden dabei aussortiert. Viele Apotheken bieten einen Hausapotheken-Check als Serviceleistung an.

Mehr Schutz vor Fälschungen
Am 9. Februar 2019 ging das neue Sicherheitssystem für Arzneimittel »securPharm« an den Start. Die Apotheke prüft damit vor der Abgabe des Medikamentes an den Patienten, ob es sich um eine Fälschung handeln könnte.

Nacht- und Notdienst leisten
Ein Medikament möchte man schnell bekommen. Egal ob tagsüber, nachts oder an Sonn- und Feiertagen. Deshalb versehen rund 1 300 Apotheken Tag für Tag 24 Stunden lang ihren Notdienst.

Rezepturen anfertigen
Nicht immer hat die pharmazeutische Industrie ein passendes Arzneimittel im Repertoire. Vor allem Kinder benötigen individuell angefertigte Medikamente, sogenannte Rezepturen. Mehr als sechs Millionen Mal im Jahr stellen die öffentlichen Apotheken in Deutschland Kapseln, Pulver oder Zäpfchen selbst her.

Kontrolle von Arzneimitteln
Jeden Werktag kontrolliert jede öffentliche Apotheke in Deutschland mindestens ein industriell hergestelltes Arzneimittel auf Qualitätsmängel. Sechs Millionen Stichproben kommen damit pro Jahr zusammen − ein großes Plus in Sachen Arzneimittelsicherheit.

Medikationsplan aktualisieren
Wer ständig mehr als drei vom Arzt verordnete Medikamente einnimmt, hat Anspruch auf einen Medikationsplan. Dieser listet alle Arzneimittel auf, sowohl die vom Arzt verschriebenen als auch die selbst erworbenen. Den Plan erstellt meist der Hausarzt. Apotheker ergänzen ihn um neue Präparate.

15.9.2019, Alles im Blick: Augenlicht schützen

Viele Augenkrankheiten beginnen schleichend und ohne Symptome. Dabei stehen die Chancen, sie erfolgreich zu behandeln, umso besser, je früher man sie erkennt. Die Neue Apotheken Illustrierten rät in ihrer aktuellen Ausgabe zu folgenden Früherkennungsuntersuchungen:

Vorsorge von Schielen:
Der Silberblick galt lange Zeit bloß als Schönheitsfehler. Bleibt ein schielendes Auge jedoch unbehandelt, entwickelt es oft nicht die volle Sehkraft. Ein guter Zeitpunkt für eine augenärztliche Untersuchung ist die Zeit um den dritten Geburtstag herum.

Früherkennung des Glaukoms (Grüner Star):
Bei dieser tückischen Krankheit sterben nach und nach die Fasern des Sehnervs ab. Dadurch entstehen, vom Rand her beginnend, Ausfälle im Gesichtsfeld. Betroffene verspüren keine Schmerzen und bemerken selbst in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit keine Symptome, da das andere Auge die Defizite ausgleicht. Augenärzte empfehlen ab dem 40. Lebensjahr eine regelmäßige Früherkennungsuntersuchung.

Untersuchung der Netzhaut bei Kurzsichtigkeit:
Kurzsichtige Menschen besitzen ein erhöhtes Risiko für Netzhautablösungen. Augenärzte empfehlen Patienten mit einer Kurzsichtigkeit ab -3 Dioptrien ihre Netzhaut jährlich untersuchen zu lassen.

Früherkennung der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD):
Bei der AMD sterben nach und nach die lichtempfindlichen Zellen in der Netzhautmitte ab. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten der Therapie. Deshalb empfehlen Augenärzte allen Menschen ab dem Alter von 60 Jahren regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen.

Augenarzt-Check für Verkehrsteilnehmer:
Der Straßenverkehr fordert die Leistungsfähigkeit der Augen besonders heraus. Dabei spielt nicht nur die zentrale Sehschärfe eine Rolle. Sehen bei schlechten Lichtverhältnissen ist ebenso wichtig wie ein intaktes Gesichtsfeld. Diese berücksichtigt ein Augenarzt-Check ab dem 40. Lebensjahr.

1.9.2019, Pflanzenkunde vereint Tradition und High-Tech

„Heutzutage kommen Arzneipflanzen beziehungsweise ihre Blätter, Blüten oder Wurzeln oft nicht mehr in ihrem Urzustand zur Anwendung. Es sei denn, man brüht sich einen Tee auf“, erklärt Robert Fürst, Professor für Pharmazeutische Biologie an der Goethe-Universität Frankfurt in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten. In Fertigpräparaten aus der Apotheke, bei denen eine nachprüfbare Wirksamkeit gefordert ist, sind die Pflanzen meist in Form eines Auszugs enthalten, auch Extrakt genannt.

Für einen solchen Pflanzenauszug nutzen die Hersteller eigene Rezepte: Eine bestimmte Menge der getrockneten Pflanze wird mit einer genau definierten Menge Lösungsmittel behandelt, das die wirksamen Substanzen aus der Pflanze aufnimmt. Der Extrakt wird dann entweder direkt in flüssiger oder eingedickter Form weiterverwendet, oder man entfernt die Flüssigkeit komplett und erhält einen sogenannten Trockenextrakt. Dieser lässt sich dann zum Beispiel zu Tabletten verarbeiten. Fürst: „Die genauen Bedingungen der Extraktion, also beispielsweise die Temperatur des Auszugsmittels oder die Extraktionsdauer und das verwendete technische Verfahren, sind ein streng gehütetes Firmengeheimnis und können in bestimmten Fällen sogar patentiert werden.“

Die speziellen Extrakte der verschiedenen Heilpflanzen machen die Pflanzen häufig erst zu einem Arzneimittel.

14.8.2019, Lebensmittel im Check: So gesund ist Ihr Essen wirklich

Manche Lebensmittel gelten als Superfood, andere haben seit Jahren einen schlechten Ruf. Was ist dran an den Mythen rund um gesundes Essen? Die Neue Apotheken Illustrierte macht in der aktuellen Ausgabe den Faktencheck von sechs Lebensmitteln. Wie steht es etwa um den Gesundheitswert des derzeit gehypten Kokosöls?

Es findet seinen Weg in immer mehr Supermarktregale und Speisekammern – Kokosöl ist angesagt. Das liegt zum einen an seinem unverwechselbaren exotischen Geschmack und zum anderen an Aussagen, die das Öl als besonders gesund preisen. So soll es unter anderem den Cholesterinwerten zugutekommen, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen und beim Abnehmen helfen.

Kokosöl stammt übrigens wie das feste, seit Jahren als Frittierfett bekannte Kokosfett, aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss. Während Kokosfett in einem längeren Verarbeitungsprozess entsteht und am Ende fast neutral schmeckt, wird Kokosöl nur schonend gepresst und behält sein Aroma. Das cremige Produkt wird schon bei etwa 25 Grad Celsius flüssig.

Bewertung: Die angeblich gesundheitlichen Effekte von Kokosöl sind wissenschaftlich kaum gesichert. So erhöht Kokosöl zwar das gute HDL-Cholesterin, gleichzeitig aber auch das schlechte LDL-Cholesterin. Dass es beim Abnehmen hilft, konnte ebenfalls nicht nachgewiesen werden. Es gilt als unproblematisch, Kokosöl gelegentlich zum Kochen zu verwenden. Besser fährt man laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung aber weiterhin mit einem Mix aus Raps-, Oliven- oder Sonnenblumenöl.

1.8.2019, Update Darm: Er kann mehr als nur verdauen

Der Darm ist mehr als nur ein Verdauungsorgan. Er beeinflusst auch unser Immunsystem, die Psyche und das Wohlbefinden. Eine Schlüsselrolle spielen dabei Billionen von Mikroorganismen, die gemeinsam die Darmflora bilden. Welche Rolle sie für die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn spielen, beginnen Forscher gerade erst zu verstehen. Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe nachgefragt.



Wie Darmbakterien Einfluss auf das Gehirn nehmen, ist derzeit Gegenstand der Forschung. „Abschließend kann man das noch nicht beantworten“, sagt Professor Dr. med. Gerald Holtmann, Direktor des Department of Gastroenterology & Hepatology am Princess Alexandra Hospital in Brisbane, Australien, und Stellvertretender Vorsitzender der Gastro-Liga e.V. Klar ist jedoch, dass die Kommunikation nicht über einen einzigen, sondern über verschiedene Wege stattfindet.

„Auf der einen Seite können Darmbakterien eine Immunreaktion auslösen, die nicht auf den Darm beschränkt ist. Die dabei entstehenden Stoffe, sogenannte Immunsystem-Modulatoren, wirken unter anderem auf bestimmte Hirnregionen und können so etwa Depression oder Ängstlichkeit begünstigen“, erklärt der Gastroenterologe.

Ein anderer Mechanismus, über den Wissenschaftler spekulieren: Bestimmte Bakterien produzieren Nervenbotenstoffe. Diese können Nerven im Darm beeinflussen und sich auf das Gehirn auswirken. Autismus, aber auch schizoide Erkrankungen könnten möglicherweise damit zusammenhängen.



Darüber hinaus ist bekannt, dass Hirn und Darm über den Vagusnerv miteinander verschaltet sind. „Eine typische über diesen Nerv vermittelte Reaktion ist beispielsweise, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft und die Produktion von Magensäure startet, sobald man etwas zu Essen sieht“, so Holtmann. Umgekehrt senden Nervenfasern Informationen vom Darm an das Gehirn. Diese signalisieren unbewusst wahrgenommene Informationen über den Verdauungszustand.

15.7.2019, Traditionelle chinesische Medizin: Kräuter richtig nutzen

Oft scheint es, als würden sich die Schulmedizin und alternative Heilmethoden wie die traditionelle chinesische Medizin (TCM) unversöhnlich gegenüberstehen. Doch ganz so starr, wie die Fronten auf den ersten Blick wirken mögen, sind sie längst nicht mehr. Immer mehr Heilberufler versuchen, beide Therapiealternativen zu verbinden. Die Neue Apotheken Illustrierte berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe etwa von Patrick Kwik, Apotheker und Anhänger der TCM.

»Ich wurde schon als Kind mit chinesischen Kräutern in der Ernährung aufgezogen«, berichtet Kwik, 1. Vorsitzender der Deutschen TCM-Apotheken, über den Beginn seiner Leidenschaft für fernöstliche Medizin. »Später fing ich immer mehr an, mich für die Hintergründe zu interessieren, deswegen habe ich die TCM-Ausbildung während fünf Jahren neben der Apotheke her absolviert. Heute führt meine Apotheke neben westlichen Medikamenten auch ein breites Sortiment an TCM-Arzneien«, so der Inhaber der Congress-Apotheke in Karlsruhe.

Die chinesische Vorstellung davon, wie Kräuter ihre heilende Wirkung entfalten, unterscheidet sich erheblich von der westlichen Denkweise. Ein Beispiel: die häufig verwendete Astragalus-Wurzel. Der chinesische Name »Huang Qi« bedeutet »gelber Führer«, was den Stellenwert der seit rund 4000 Jahren innerhalb der TCM verwendeten Pflanze bereits erahnen lässt. Sie soll die Lebenskraft Qi anregen und damit die Selbstheilungskräfte aktivieren. TCM-Ärzte setzen sie zur Immunabwehr und Wundheilung ein.

Apotheker Kwiks guter Rat: »Hier in Deutschland ist es völlig sicher, TCM-Medikamente zu nutzen. Bei uns dürfen TCM-Mischungen nämlich nur über Apotheken vertrieben und angemischt werden, und wir können und dürfen natürlich nur Kräuter mit einem Zertifikat verwenden. Das Zertifikat sagt aus, dass die Arzneien in einem europäischen Labor untersucht worden sind, zum Beispiel auf toxische Substanzen und Schwermetallbelastung. Das außereuropäische Ausland ist da eher nachlässig.«

1.7.2019, Blutdruck: gute Werte, langes Leben

Die Hälfte aller Herzinfarkte und Schlaganfälle ließe sich vermeiden, wenn man den Blutdruck rechtzeitig auf gesunde Werte senken würde. Welche Werte sind anzustreben? Die Neue Apotheken Illustrierte klärt in ihrer aktuellen Ausgabe auf.

Grundsätzlich rät eine aktuelle europäische Behandlungsleitlinie, bei Menschen mit oberen Blutdruckwerten über 140 mmHg und unteren Werten von mehr als 90 mmHg zu einer Behandlung. Das gilt bereits, wenn nur einer der Werte dauerhaft zu hoch liegt. Bei Patienten im Alter von über 80 Jahren allerdings empfiehlt die Leitlinie die Therapie erst bei oberen systolischen Werten von mehr 160 mmHg.

Das erste Behnandlungsziel ist, den Blutdruck bei allen Patienten unter 140/90 mmHg zu senken. Sofern der Patient die Therapie gut verträgt, wäre es empfehlenswert, Werte von 130/80 mmHg oder niedriger anzustreben. Für den unteren, diastolischen Wert gilt das genauso auch bei älteren Menschen über 65 Jahre. Beim oberen Blutdruck begnügt man sich aber bei ihnen mit einem Zielwert von 130 bis 139 mmHg.

Im Einzelnen sollten die Behandlungsziele bei älteren Menschen in Absprache mit dem Arzt sorgfältig festgelegt werden. Erst kürzlich zeigte eine Berliner Studie, dass betagte Patienten über 80 und herzkranke ältere Menschen allzu ehrgeizige Senkungen des oberen, systolischen Blutdruckwertes auf unter 130 mmHg nicht gut vertragen, hier war das Sterberisiko sogar erhöht. Allerdings galt das auch für deutlich zu hohe Blutdruckwerte.

15.6.2019, Gesund mit Hund

Forscher nahmen verschiedene Hundesorten wie Dackel, Terrier oder Golden Retriever genauer unter die Lupe. Unter anderem testeten sie den Einfluss der Vierbeiner auf das Wohlbefinden von Frauchen und Herrchen. Die Wissenschaftler kamen zu teils spektakulären Ergebnissen. Die Neue Apotheken Illustrierte stellt sie in ihrer aktuellen Ausgabe vor.

Hunde helfen, altersbedingte Beeinträchtigungen und Krankheiten hinauszuschieben. Die Gründe dafür vermutet man darin, dass Tiere von einer schlechten Befindlichkeit ablenken, dass sie aber auch dabei helfen, sich mit Krankheiten eher positiv auseinandersetzen. Tiere geben dem Tag Struktur.

Man weiß außerdem, dass Geliebtwerden einen der wichtigsten Faktoren für die Gesundheit darstellt. Hunde lieben hingebungsvoll und bedingungslos. Diese Tiere bewerten und urteilen nicht, sondern nehmen Menschen, wie sie sind. Das Tier bemerkt die Beeinträchtigung seines menschlichen Partners nicht. Wenn es jetzt länger dauert, bis die Futterbüchse geöffnet und das Essen im Napf ist, wartet es, und seine Dankbarkeit wird nicht geringer. Und die Zuwendung durch das Tier ist unabhängig vom Sozialstatus.

Auch organische Zusammenhänge tun sich auf: Vor allem das Herz-Kreislauf-System profitiert. Ein Hund hält den älteren Menschen in Bewegung. Das aktiviert und stabilisiert zugleich. Ein Spaziergang mit dem Hund an der frischen Luft ist ein vitaler Gewinn, und das Bücken zum Futternapf eines Tieres hält beweglich. Das Beobachten von Tieren, Streicheln und Körperkontakt unterstützen den Abbau von Aggressionen und helfen bei der Stressbewältigung. Die Stressverminderung ist messbar in Form eines niedrigeren Blutdrucks und Cortisolspiegels im Vergleich zu Menschen unter ähnlichen Lebensumständen ohne Tierkontakt. Das ist vielfach belegt.

Hundebesitzer halten ihr Tier für ein Glück, weil es von Schmerzen und Einsamkeit ablenkt. Es regt zum Reden und zum Lachen an, erlaubt Fürsorge und Zärtlichkeit. Zudem hält es Bedürfnisse wach, die im Alter gewöhnlich allmählich verkümmern, und es hellt den mitunter grauen Heim-Alltag auf. Man ist wieder gefordert, und es entwickelt sich mit steigender Zufriedenheit ein neuer Sinnbezug für das eigene Leben.

1.6.2019, Willkommen in den Wechseljahren

Eine Hormonersatztherapie wird heute bei Frauen in den Wechseljahren sehr differenziert eingesetzt und ihr Einsatz ist abhängig vom Ausmaß der Beschwerden. Sind Hitzewallungen, Schlafbeschwerden und trockene Haut lediglich mild ausgeprägt, kommen pflanzliche Helfer zum Einsatz. Die Neue Apotheken Illustrierte bietet in einem Titelbeitrag zum Thema Wechseljahre auch einen Überblick über die grüne Medizin in diesem Bereich.

Johanniskraut:

Hoch dosierte Extrakte der Heilpflanze wirken bei leichten bis mittelschweren Depressionen nachgewiesenermaßen stimmungsaufhellend.

Taubensilberkerze:

Extrakte der Heilpflanze zeigen eine östrogenartige Wirkung und können möglicherweise Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen lindern.

Baldrian, Hopfen & Passionsblume:

Baldrian-Extrakte gelten als sehr gut untersuchte pflanzliche Therapeutika gegen Schlafprobleme. In Kombination mit Hopfen- und Passionsblumen-Extrakten wirken sie wohltuend bei innerer Unruhe und Schlafproblemen.

Rotklee- & Sojapräparate:

Die enthaltenen pflanzlichen Östrogene werden mitunter zur Linderung leichter Wechseljahresbeschwerden eingesetzt.

Sibirischer Rhabarber:

Inhaltstoffe eines Extraktes aus den Wurzeln dieser Pflanze sollen über ihre Wirkung auf Östrogen-Ankerstellen im Körper helfen, Wechseljahresbeschwerden zu vermindern.

Salbei:

Die Inhaltsstoffe der würzigen Pflanze können etwa in Form von Tabletten bei übermäßigem Schwitzen helfen.

1.5.2019, Versteh´ einer das Baby! Das erste Lebensjahr

Nichts hilft: Kein Stillen, kein Herumtragen, kein Schmusen. Das Baby schreit und schreit, vornehmlich in den Abendstunden. Experten sehen das Schreien mittlerweile als Ausdruck einer verzögerten Verhaltensregulation, berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Bis zu 16 Prozent der Babys sollen es laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Deutschland sein, die in einem Alter von etwa zwei Wochen mit ihrer „Schreikarriere“ starten. Einst machte man die Luft im Bauch für das Schreien verantwortlich, weil sie Bauchschmerzen und Blähungen verursacht. Doch heute weiß man, dass die Luft nicht die Ursache, sondern die Folge des Luftschluckens während des Schreiens ist.

Damit die Winde leichter abgehen, steht den Eltern als Entschäumer Simeticon in flüssiger Form für Säuglinge zur Verfügung. Auch die ätherischen Öle von Anis, Fenchel und Kümmel wirken blähungstreibend; als Tee helfen sie schon den ganz kleinen Patienten. Kümmelextrakte in homöopathischer Form können auch als Zäpfchen verabreicht.

Was den Kindern zu schaffen macht, so vermuten Wissenschaftler heute, ist das Leben an sich: Die Neuankömmlinge müssen eine Menge lernen, sie müssen viele Reize verarbeiten und einen Rhythmus finden zwischen Wachen und Schlafen, also Dinge lernen, die Fachleute als Selbstregulation bezeichnen. Die meisten Kinder schaffen das sehr gut. In den Wachphasen sind sie aufmerksam und schalten ab, wenn zu viel auf sie einstürmt. Sie sind auch in der Lage, sich selbst zu beruhigen, wenn alles zu viel wird. Sie nuckeln dann etwa am Finger oder am Schnuller.

Die anderen haben diese Entwicklungsphase noch nicht bewältigt. Deshalb sehen Wissenschaftler das Schreien als Ausdruck einer verzögerten Verhaltensregulation. Dieser Theorie zufolge kann das Baby mit den Reizen, die aus seiner Umgebung oder seinem Körper kommen, mit Licht oder Lärm, mit dem Grummeln im eigenen Bauch noch nicht umgehen. Es ist noch nicht in der Lage, sich selbst zu beruhigen. Die Kinder lassen sich im Vergleich mit Altersgenossen weniger gut beruhigen. Ein Trost für betroffene Eltern: Diese Beschwerden wachsen sich aus und bleiben ohne Folgen.

15.4.2019, Endlich ich! Guter Start in die Rente

Den Tag, an dem der Wecker nicht mehr in aller Früh klingelt, sehnen viele Menschen schon lange vor Rentenbeginn herbei. Endlich bleibt genug Zeit für all das, wozu man Lust hat, und der Tagesablauf wird nicht mehr von den Arbeitszeiten bestimmt. Wie man sich auf die neue Lebensphase am besten vorbereitet und die dazugewonnene Zeit sinnvoll gestalten kann, verrät die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Der Beruf hat maßgeblich die Tagesstruktur bestimmt und im Idealfall eine sinnvolle Aufgabe und Bestätigung gegeben. Nicht zuletzt hat die Arbeit automatisch auch soziale Kontakte ermöglicht. „Der Beginn des Ruhestands ist deshalb eine drastische Zäsur, die man ernstnehmen sollte“, wertet Karl-Ulrich Gscheidle, Wirtschafts- und Sozialpfarrer an der Evangelischen Akademie Bad Boll in Baden-Württemberg. Am besten beginnt man bereits frühzeitig, etwa fünf Jahre vor Rentenbeginn, sich innerlich mit der nachberuflichen Phase auseinanderzusetzen.

Gscheidle rät, sich zu fragen, welche Talente entdeckt und geweckt und welche Pläne noch realisiert werden wollen und wo man sich mit seinen Fähigkeiten und Kenntnissen zukünftig einbringen möchte. Für die Generation der über 65-Jährigen bedeutet es sehr viel, am gesellschaftlichen Leben teilhaben und Verantwortung für sich und andere übernehmen zu können.

Daher wundert es nicht, dass sich derzeit 42 Prozent in dieser Altersgruppe in Deutschland ehrenamtlich engagieren, wie die Demoskopen herausgefunden haben. Denn es geht nicht darum, dass man eine Beschäftigung hat, sondern eine sinnvolle Aufgabe, für die man Wertschätzung erhält. Wer herausgefunden hat, was ihm besonders am Herzen liegt, findet bei kulturellen Trägern, Stiftungen, der Kirchengemeinde oder bei Sportvereinen viele Möglichkeiten, sich zu engagieren. Der Lohn des Einsatzes ist nicht nur Anerkennung. Ein weiterer positiver Nebeneffekt des Ehrenamtes: Man schließt leicht neue Kontakte. Um eine passende Aufgabe zu finden, nimmt man am besten schon frühzeitig Kontakt zu den verschiedenen Institutionen auf.

Wem sein Beruf viel Spaß gemacht hat, der kann die Arbeit auch ehrenamtlich fortsetzen und sein Know-how beispielsweise beim Senior-Experten-Service (SES) einsetzen. Die 1990 gegründete Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit ist weltweit tätig und vermittelt Fachkräfte in Unternehmen, Verwaltungen oder medizinische und soziale Einrichtungen – meist in Entwicklungs- und Schwellenländern. Aber auch in Deutschland sind Einsätze möglich. Einen Schwerpunkt bildet dabei die Förderung junger Menschen in Schule und Ausbildung. Für die Teilnahme am SES braucht man sich nur online zu registrieren. Anerkennung ist garantiert.

15.3.2019, Harninkontinenz: Was die Blase wieder stärkt

Wer spricht schon gern darüber, dass er den Harn nicht mehr zurückhalten kann? Harninkontinenz ist eine klassische Tabuerkrankung. Doch wer sich seinem Arzt nicht anvertraut, verpasst eine Chance. In den allermeisten Fällen von Blasenschwäche kann die richtige Therapie Heilung oder zumindest Linderung bringen. Was möglich ist, darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Das Gespräch mit dem Arzt – dem Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen – ist deshalb so wichtig, weil die Therapie von der Art der Inkontinenz und ihren Ursachen abhängt. „Bei der Dranginkontinenz sind in den vergangenen zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren viele Medikamente entwickelt worden, die die Blase beruhigen, die Blasenspeicherfähigkeit verbessern oder den Drang dämpfen.“ Darüber informiert Professor Dr. Daniela Schultz-Lampel, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Urologie und Mitglied im Expertenrat der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. Etwa Anticholinergika oder der Wirkstoff Mirabegron wirken entspannend auf die Blase. Weitere Möglichkeiten sind zum Beispiel Botulinumtoxin, das in den Blasenmuskel injiziert wird, eine Elektrotherapie oder letztlich auch das Implantieren eines „Blasenschrittmachers“.

„Das einzige Medikament zur Behandlung der Belastungsinkontinenz ist Duloxetin“, so die Expertin. „Das ist eigentlich ein Antidepressivum, das aber auch den Schließmuskel kräftigt.“ Operativ können sogenannte spannungsfreie Bändchen eingesetzt werden, die unter die Harnröhre gelegt werden. Sie dichten die Blase bei Bewegungen ab und verhindern so den Urinabgang. Auch Übungen, die den Beckenboden stärken, können bei einer Belastungsinkontinenz helfen – und zwar nicht nur, wenn sie schon existiert, sondern auch vorbeugend.

Sowohl bei der Drang- als auch bei der Belastungsinkontinenz ist es sinnvoll, überschüssige Pfunde abzubauen. „Zum einen liegt einfach weniger Gewicht auf dem Beckenboden, zum anderen haben Untersuchungen gezeigt, dass es bei starkem Übergewicht auch zu einer Art Nervenverfettung kommen kann“, informiert Schultz-Lampel. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, durch eine Gewichtsabnahme die Nervenkontrolle über die Blase zu verbessern.

1.3.2019, Die richtige Pflege für jeden Hauttyp

Die Neue Apotheken Illustrierte hat in ihrer aktuellen Ausgabe einen Pflege-Fahrplan für die häufigsten Hautzustände ausgearbeitet. Hier die wichtigsten Maßnahmen für die drei häufigsten Hauttypen.

Die wichtigste Maßnahme bei empfindlicher Haut:
Weil empfindliche Haut leicht zu Rötungen und Irritationen neigt, braucht sie eine Pflege, die möglichst wenige Inhaltsstoffe besitzt. Je kürzer die Liste an Inhaltsstoffen auf der Verpackung, desto wahrscheinlicher wird das Präparat vertragen. Unbedingt Zubereitungen wählen, bei denen die Inhaltsstoffe angegeben sind. Ansonsten sind für empfindliche Haut vor allem Tagescremes mit einem ausreichenden Sonnenschutz zu empfehlen. Und zwar nicht nur im Sommerurlaub, sondern auch hierzulande.

Die wichtigste Maßnahme bei trockener Haut:
Das A und O ist die Wiederherstellung des Hydrolipidfilms, der die Haut geschmeidig hält, daher sowohl am Tag als auch in der Nacht Cremes und Emulsionen verwenden. Häufig enthalten diese Formulierungen Jojoba-, Mandel-oder Nachtkerzenöl, außerdem Harnstoff, Omega-Fettsäuren, Wachse sowie Phospholipide oder Ceramide. Neben den fettigen Bestandteilen sollte die Pflege reich an Feuchthaltefaktoren sein, um die Barrierefunktion der Haut zu stabilisieren. Am geeignetsten ist ein hoher Anteil an Hyaluronsäure. Das Molekül hilft dabei, Wasser in der oberen Hautschicht zu binden. Das macht die Haut widerstandsfähiger.

Die wichtigste Maßnahme bei fettiger Haut:
Bei diesem Hauttyp spielt Reinigung die größte Rolle. Dazu am besten einen seifenfreien Waschschaum verwenden, der pH-neutral ist. Schäume binden überschüssiges Fett auf der Haut besser als Gele. Nach der Reinigung braucht dieser Hauttyp eine Feuchtigkeitscreme. Wenn die Haut austrocknen würde, bildet sie in einer Art Gegenreaktion vermehrt Talg, was wieder Unreinheiten entstehen lässt. Man wählt am besten Feuchtigkeitscremes, die nicht die Bildung von Mitessern fördern. Sie enthalten keine Substanzen, die Akne fördern wie Oliven-, Leinsamen- oder Kokosöl.

15.2.2019, Heuschnupfen auch im Alter gut zu behandeln

Wenn im Frühjahr die Natur erwacht, belebt das einerseits Körper und Geist. Andererseits erinnern Niesen, juckende Augen und Schnupfen viele wieder an die über den Winter fast vergessene Allergie. Ungewöhnlich ist, dass in jüngster Zeit immer mehr Menschen im Seniorenalter davon berichten, erstmals in ihrem Leben von Heuschnupfen betroffen zu sein. Doch auch in diesem Aller lassen sich die Symptome gut in den Griff bekommen, berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Genau wie jüngere Erwachsene müssen auch Senioren eine Allergie nicht einfach hinnehmen, erklärt Professor Dr. Kai-Christian Bergmann. Er arbeitet als Allergologe an der Charité Berlin und ist Leiter des Polleninformationsdienstes. Die Behandlungsoptionen und Medikamente, die zur Verfügung stehen, können auch ältere Allergiker nutzen. Und es ist für sie sinnvoll, das zu tun. Denn der sogenannte Etagenwechsel macht auch vor dem Alter nicht halt. Darunter verstehen Allergologen, dass die Heuschnupfen-Symptome, die anfangs üblicherweise die oberen Luftwege betreffen, mit der Zeit „eine Etage tiefer“ in die Bronchien wandern. Dort zeigt sich die Allergie dann als Asthma. Diese Form der Atembeschwerden ist nicht mehr nur lästig oder unangenehm wie Naselaufen oder juckende Augen, sondern kann gefährlich werden. „Deshalb raten wir älteren Menschen zu einer Immuntherapie, um diesem Etagenwechsel zu begegnen“, sagt Bergmann.

Bei dieser auch als Hyposensibilisierung genannten Behandlungsform spritzen Ärzte das auslösende Allergen in täglich oder wochenweise aufsteigender Dosierung unter die Haut. Das Immunsystem gewöhnt sich wieder langsam an das Allergen. Über drei Jahre erfolgt dann in bestimmten Abständen die Erhaltungsdosis. Je nach Art der Allergie kann der Allergologe die Behandlung auch mit Tropfen oder Tabletten durchführen, bei denen die Allergene über die Mundschleimhaut aufgenommen werden.

Die wichtigsten Vorsorgetermine

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für wichtige Vorsorgeuntersuchungen. Jeder gesetzlich Krankenversicherte hat Anspruch auf bestimmte Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten. Die Neue Apotheken Illustrierte verrät in ihrer aktuellen Ausgabe, welche Neuerungen 2019 auf die Patienten zukommen.

Check-up 35
Bislang dürfen Versicherte ab 35 Jahre den Check-up 35 alle zwei Jahre in Anspruch nehmen. Im Laufe des Jahres 2019 – der genaue Zeitpunkt stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest – soll er nur noch alle drei Jahre stattfinden.Zusätzlich besitzen dann im Laufe des Jahres alle gesetzlich Krankenversicherten ab dem 18. Lebensjahr einen Anspruch auf diesen Check-up – allerdings nur einmal bis zu einem Alter von 35 Jahren.

Darmspiegelung
Männer sollen im Laufe des Jahres bereits ab 50 Jahren Anspruch auf eine Darmspiegelung haben. Dann bekommen sie fünf Jahre eher als bislang und fünf Jahre früher als Frauen die Vorsorge-Koloskopie von ihrer Krankenkasse bezahlt. Der Grund: Im Durchschnitt entwickeln Männer früher Polypen und entwickeln Darmkrebs als Frauen. Und entgegen dem allgemeinen Trend ist der Anteil der jüngeren Männer, die an einem kolorektalen Karzinom erkranken, in den vergangenen Jahren gestiegen.

Ultraschall von Bauchaorten-Aneurysmen
Auch ganz neu ist seit 2018 eine Ultraschalluntersuchung für Männer ab dem 65. Lebensjahr, die der Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader dient. Deutschland ist eines der letzten Länder Europas, das ein solches Programm einführt.

1.1.2019, Immunsystem stärken: Machen Sie sich winterfest!

Mit dem feuchtkalten Wetter in der dunklen Jahreszeit rollt zuverlässig in jedem Jahr auch eine Welle an Erkältungen und Grippeerkrankungen heran. Die Neue Apotheken Illustrierte erklärt in ihrer aktuellen Ausgabe, was hilft, Viren in Schach zu halten.

Die effektivste Maßnahme ist das Händewaschen. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände als Schmierinfektion weitergereicht. „Mit konsequentem Händewaschen könnte das Risiko für Atemwegserkrankungen um bis zu 45 Prozent gesenkt werden“, informiert Dr. Ernst Tabori, Infektiologe und Ärztlicher Direktor am Deutschen Beratungszentrum für Hygiene.

Es gilt also, das Händewaschen zur guten Gewohnheit werden zu lassen. Desinfektionsmittel sind für den Hausgebrauch nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) nicht erforderlich. Was zu beachten ist, um Schmutz und Krankheitserreger bestmöglich zu entfernen, haben das RKI und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in fünf kurzen Regeln zusammengefasst:

Nass machen: Hände unter fließendes Wasser halten. Die Wassertemperatur spielt keine Rolle.
Rundum einseifen: Hände von allen Seiten mit Seife einschäumen, nicht nur die Handinnenflächen, sondern auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen.
Zeit lassen: Gründliches Händewaschen dauert mindestens 20 bis 30 Sekunden. Tipp: Um ein Gefühl für diese Zeitspanne zu bekommen und Kinder ans richtige Händewaschen heranzuführen, empfiehlt das Kinderhilfswerk Unicef, beim Händewaschen zweimal das Lied „Happy Birthday“ zu singen.
Gründlich abspülen: Hände unter fließendem Wasser abwaschen. Auf öffentlichen Toiletten ist es ratsam, den Wasserhahn mit einem Papiertuch zuzudrehen.
Sorgfältig abtrocknen: Am besten mit einem eigenen, sauberen Handtuch oder unterwegs mit Einmaltüchern.

Gesundheitstipps





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